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Ermittler bei "München Mord""Schuh des Manitu"-Schauspieler Alexander Held ist tot

19.05.2026, 12:11 Uhr
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Alexander Held wäre beinahe Fußballprofi geworden. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Alexander Held besitzt viele Talente. Er singt in seiner Kindheit bei den Regensburger Domspatzen und steht für 1860 München im Tor. Dann entdeckt er aber die Schauspielerei für sich und wirkt in 30 Filmen und vielen Serien mit. Nun trauern seine Freunde und Fans um ihn.

Der Film- und Fernsehschauspieler Alexander Held ist tot. Er starb bereits am vergangenen Dienstag im Alter von 67 Jahren überraschend nach kurzer Krankheit, wie der eng mit ihm befreundete TV-Produzent Sven Burgemeister mitteilte.

Held lebte zuletzt im österreichischen Erl in Tirol und war unter anderem bekannt für seine Rolle in der ZDF-Krimireihe "München Mord". Zudem spielte der gebürtige Münchner in Filmen wie "Sophie Scholl - Die letzten Tage", "Der Schuh des Manitu" oder "Der Untergang".

"Als Freund und Produzent war Alexander Held ein Geschenk: ein Mensch, ein Gentleman, ein Herr mit Feinsinn, Witz und großer Zuwendung", würdigte ihn Burgemeister. Als Schauspieler sei er voller Überraschungen gewesen - mit unbeirrbarer Haltung - und habe all seinen Auftritten Tiefe verliehen.

Der Produzent dankte Held für sein Vertrauen, seine enorme Loyalität und die vorbehaltlose Aufmerksamkeit, die er allen geschenkt habe. "Er wird uns allen unglaublich fehlen. Alexander bleibt für immer ein Held für mich", sagte Burgemeister, der bei mehr als 30 Filmen mit ihm zusammengearbeitet hat.

Verletzung lässt Fußballprofi-Traum platzen

Held besaß viele Talente. Er konnte gut singen - von 1968 bis 1970 war er Solosänger bei den Regensburger Domspatzen. Als Jugendlicher stand er für den Traditionsclub 1860 München im Tor und gewann mit den Löwen fünfmal die Jugendmeisterschaften. Doch wegen einer Verletzung platzte der Traum von der Profikarriere.

Die wahre Berufung Helds wurde die Schauspielerei. Nach einer Ausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule startete er 1980 an den Münchner "Kammerspielen". Weitere Stationen waren unter anderem die "Freie Volksbühne" Berlin unter Hans Neuenfels, das Staatsschauspiel Hannover und die Salzburger Festspiele. Sein Filmdebüt feierte Held 1993 in der Kult-Krimireihe "Derrick". Viele weitere Auftritte folgten, auch für internationale Produktionen wie "Schindlers Liste" von Steven Spielberg.

Held hatte bis zuletzt in den beiden ZDF-Samstagskrimireihen "Stralsund" und "München Mord" gespielt, in denen er jeweils über zehn Jahre mitwirkte. Darin spielte er zwei unterschiedliche Kriminalhauptkommissare - Karl Hidde, einen kontrollierten, spröden, aber loyalen Kommissar, und Ludwig Schaller, ein chaotisches Genie. Im ZDF war er in vielen verschiedenen Rollen zu sehen, unter anderem in den Mehrteilern "Tannbach - Schicksal eines Dorfes" und "Unterleuten - Das zerrissene Dorf".

Privat hatte Held sein Glück mit Patricia Fugger gefunden, einer gebürtigen Gräfin Fugger von Babenhausen. 2005 heirateten die beiden. Neun Jahre später dann ein Schicksalsschlag für den Schauspieler: Mit nur 51 Jahren starb seine Frau. Mit bewegenden Worten widmete er ihr nach ihrem Tod 2014 den Bayerischen Fernsehpreis als bester Serien-Darsteller.

Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP

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