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"Verpiss dich, du Faschist" Seth Rogen macht Ted Cruz fertig

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Nennt Ted Cruz einen "scheiß Clown": Hollywoodstar Seth Rogen.

(Foto: REUTERS)

Mit seinen Unwahrheiten über die vergangene US-Wahl und das Pariser Klimaabkommen hat sich der republikanische US-Senator Ted Cruz viele Feinde gemacht. Einer von ihnen ist Hollywoodstar Seth Rogen. Auf Twitter liefern sich die beiden ein hitziges Wortgefecht, bei dem der Politiker nicht gut wegkommt.

Mit einem fragwürdigen Tweet zur Rückkehr der USA zum Pariser Klimaabkommen hat sich US-Senator Ted Cruz nicht nur den Spott und Ärger vieler Kollegen eingehandelt. Auch Hollywood-Star Seth Rogen hat dem Republikaner dazu gehörig die Meinung gegeigt. Seit vergangenem Donnerstag liefern sich der Schauspieler und der Politiker ein hitziges Wortgefecht bei Twitter.

Cruz hatte in einem Tweet Donald Trumps Rhetorik wiederholt, dass "Präsident Biden durch den Wiedereintritt in das Pariser Klimaabkommen mehr an den Ansichten der Pariser Bürger als an den Jobs der Bürger von Pittsburgh interessiert" sei. Neben der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez und der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg mischte sich auch Rogen in die Diskussion mit ein. "Verpiss dich, du Faschist", schrieb der 38-Jährige zunächst kurz und knapp an Cruz gerichtet.

Dessen Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Von seinem privaten Twitter-Account schrieb er an Rogen gerichtet: "Charmante, bürgerliche, gebildete Antwort. Wenn du eine reiche, wütende Hollywood-Berühmtheit bist, sind die heutigen Demokraten die Partei für dich. Wenn du Arbeiter bist, wenn du ein Gewerkschaftsmitglied bist, wenn du im Energie- oder Fertigungsbereich arbeitest ... nicht so sehr." Den Tweet versah er mit dem Hashtag "Arbeitsplätze zählen".

"Zu einem Aufstand anstacheln"

Neben einer Reihe von Twitter-Nutzern, die anmerkten, dass Cruz sich im Laufe seiner Karriere noch nie um Gewerkschaften oder Arbeiter geschert habe, wollte auch Rogen diese Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. "Haha, fick dich, du Faschist", schrieb er. Cruz solle seine Glaubensgenossen lieber "wieder zu einem Aufstand anstacheln", twitterte der "Ananas Express"-Star in Anlehnung an den Sturm aufs Kapitol in Washington. Den Republikaner nannte er zudem einen "scheiß Clown".

In einem weiteren Post teilte er den Tweet des texanischen Senators erneut und fügte hinzu: "Wenn du ein Faschist bist, der an die Vorherrschaft der Weißen glaubt, der es nicht beleidigend findet, wenn jemand deine Frau als 'hässlich' bezeichnet, ist Cruz genau der richtige Mutterficker für dich. Außerdem: Ich bin in vier Gewerkschaften."

Mit diesem Tweet griff Rogen eine beleidigende Aktion Trumps im Wahlkampf 2016 auf. Dieser hatte seinerzeit ein unvorteilhaftes Foto von Heidi Cruz neben einem hübschen Bild seiner eigenen Ehefrau Melania veröffentlicht. Senator Cruz antwortete damals auf Trumps Tweet: "Donald, echte Männer greifen Frauen nicht an. Ihre Frau ist reizend und Heidi ist die Liebe meines Lebens." Später wurde aus dem Trump-Kritiker ein glühender Anhänger des heutigen Ex-Präsidenten. Cruz führte zudem die Bemühungen an, die Ergebnisse der vergangenen Wahlen zu bestreiten, aus denen der Demokrat Joe Biden als Sieger hervorging.

"Faschistisches Stück Scheiße"

Auch in den Tagen darauf gifteten sich Cruz und Rogen immer wieder an. Der Senator warf dem Schauspieler vor, sich aufgrund der vielen Beleidigungen wie "ein Marxist mit Tourette-Syndrom" zu verhalten. "Trotzdem sind deine Filme ganz witzig. Ich wette, du hasst es, dass sie mir gefallen", verspottete er den Hollywood-Star.

Dieser sah sich wiederum von dem Texaner beleidigt, da er und weitere Verwandte nach eigenen Angaben tatsächlich an milden Fällen der Krankheit leiden. "Ich freue mich wieder einmal mehr, dir sagen zu können, dass du dich ficken sollst", twitterte Rogen. "Außerdem manifestieren sich SEHR wenige Fälle von Tourette in unkontrollierbarem Fluchen. Die meisten Fälle, wie meine, manifestieren sich in Zuckungen", fügte er hinzu. In einem weiteren Tweet schrieb er: "Alle Witze beiseite, Ted Cruz ist ein faschistisches Stück Scheiße."

Auf einen weiteren Twitter-Eintrag des Politikers, der den Schauspieler daran erinnerte, dass "viele Leute in Hollywood konservativ" seien "und von der faschistischen Linken mundtot gemacht" würden, antwortete Rogen: "Du hast buchstäblich einen tödlichen Aufstand inspiriert, du dummes Arschloch."

"Cruz will ablenken"

Am Sonntag schien Rogen dann aber genug von dem Hin und Her zu haben. Nachdem zahlreiche US-Medien über den Streit berichtet hatten, fühlte sich der Schauspieler dazu veranlasst, eines klarzustellen: "Das ist keine Twitter-Fehde", schrieb er erneut bei Twitter. "Ted Cruz hat versucht, unsere Regierung zu stürzen. Er hat einen tödlichen Mob dazu inspiriert, das Kapitol zu stürmen. Und ich denke, das verdient Spott. Also scheiß auf ihn."

Anschließend teilte er Tweets von anderen Prominenten, die offenbar ähnlich denken wie er. So äußerte Michael Schur, Mitschöpfer der Hitserie "Parks & Recreation", seine Vermutung, der Twitter-Streit sei ein kalkulierter Versuch von Cruz gewesen, die Gespräche über seine Person umzuleiten. Cruz sei "verzweifelt daran interessiert, einen Kampf mit Seth Rogen zu führen, also reden alle darüber und nicht darüber, dass er in böser Absicht versucht hat, eine faire Wahl zu stürzen, um zynisch Trumps Basis zu gewinnen und 2024 als Präsident zu kandidieren. Konzentrieren wir uns auf Letzteres." Rogen teilte den Tweet auf seinem Account.

Tatsächlich muss Cruz aufgrund des Sturms auf das Kapitol durch Trump-Anhänger um seinen Job als Senator bangen. Einige demokratische Senatoren haben Beschwerde gegen ihn und Josh Hawley, einen republikanischen Senator aus Missouri, eingelegt. Sie werfen den beiden Politikern vor, den Sturm mitzuverantworten. Sie hätten "dem Anliegen des Mobs Legitimität verschafft und zukünftige Gewalt wahrscheinlicher gemacht", steht in der Beschwerde geschrieben.

In dem Brief wird ein Disziplinarverfahren gegen die beiden gefordert. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, droht den beiden Senatoren der Ausschluss aus dem Senat. Auch in seinem eigenen Bundesstaat werden die Stimmen gegen Cruz lauter. Mehrere texanische Zeitungen haben bereits seinen Rücktritt gefordert.

Quelle: ntv.de, lri