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Guillermo del Toro erhielt gleich zwei Oscars: als Regisseur und für den besten Film, "Shape of Water".
Guillermo del Toro erhielt gleich zwei Oscars: als Regisseur und für den besten Film, "Shape of Water".(Foto: AP)
Montag, 05. März 2018

Preise für Film und Regie: "Shape of Water" ist der große Oscar-Gewinner

Der große Gewinner der diesjährigen Oscar-Verleihung heißt "Shape of Water". Das Fantasy-Märchen bekommt die Preise für den besten Film und die beste Regie. Aber auch ein Deutscher erhält einen Academy Award.

Das Kinomärchen "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers" von Guillermo del Toro ist in Los Angeles mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet worden. Das gab die Filmakademie in Hollywood bekannt. Del Toro erhielt zudem den Academy Award für die beste Regie. Der Fantasy-Film, mit 13 Nominierungen der große Favorit des Abends, erhielt zudem die Academy Awards für das beste Szenenbild und die beste Filmmusik.

Hier finden Sie einen Überblick über alle Gewinner.

Hin und weg: Frances McDormand.
Hin und weg: Frances McDormand.(Foto: REUTERS)

Als beste Darsteller wurden Frances McDormand und Gary Oldman geehrt. McDormand spielt in der bitterbösen Kleinstadtsatire "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" die zornige Mutter eines vergewaltigten und ermordeten Mädchens. Es ist McDormands zweiter Oscar, sie war bereits für "Fargo" geehrt worden. Gary Oldman holte sich mit seiner zweiten Nominierung seinen ersten Oscar als britischer Premier Winston Churchill in "Die dunkelste Stunde".

Oscar-Moderator Jimmy Kimmel hatte zuvor die Oscarnacht mit zahlreichen Spitzen zum Missbrauchsskandal in Hollywood eröffnet. "Oscar ist derzeit der beliebteste und am meisten respektierte Mann", sagte der 50-Jährige bei der Gala und ergänzte: "Er hält seine Hände dort, wo man sie sehen kann." Er sei nie unflätig und man sehe keinen Penis. "Das ist ein Mann, von dem wir mehr in dieser Stadt brauchen."

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Kimmel spielte damit auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Produzent Harvey Weinstein und weitere Männer im Filmgeschäft an. "Die Welt sieht uns zu, wir müssen ein Beispiel setzen", sagte er mit Blick auf die Aufklärung von Missbrauchsfällen und Forderungen nach Gleichberechtigung. Das sei längst überfällig gewesen.

Gerd Nefzer holt Oscar nach Deutschland

Den ersten Academy Award des Abends hatte sich Sam Rockwell geholt - als bester Nebendarsteller in "Three Billboards". Allison Janney holte sich den Preis als beste Nebendarstellerin ab für ihre Rolle in "I, Tonya". Der Kriegsfilm "Dunkirk" von Christopher Nolan gewann drei Preise in technischen Kategorien: für Schnitt, Ton und Tonschnitt.

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Der Deutsche Gerd Nefzer gewann den Oscar für die besten visuellen Effekte. Der 52-Jährige wurde mit drei Kollegen für die Arbeit am Science-Fiction-Film "Blade Runner 2049" ausgezeichnet. Er zeigte sich überglücklich: "Dankeschön, Germany! Thank you - great", sagte er in seiner Dankesrede mit der goldenen Statue in der Hand. Nefzer kommt aus Schwäbisch Hall, arbeitet aber auch in der Filmschmiede Potsdam-Babelsberg.

Die deutschen Filmemacher in der Kategorie Animierter Kurzfilm waren dagegen leer ausgegangen. Die beiden in Berlin lebenden Regisseure Jakob Schuh und Jan Lachauer gingen mit ihrem Trickfilm "Revolting Rhymes" ("Es war einmal ... nach Roald Dahl") ins Rennen. Auch Katja Benrath und Tobias Rosen bekamen keinen Preis für ihren Kurzfilm "Watu Wote - All of us" - sie hatten aber bereits den Studenten-Oscar erhalten. Der in Frankfurt am Main geborene Hans Zimmer war für seine Filmmusik für "Dunkirk" nominiert, ging aber ebenfalls ohne Preis nach Hause.

Erster Oscar im 14. Anlauf

Roger Deakins erhielt den Oscar für die beste Kamera für den Film "Blade Runner 2049" - es war sein erster Preis bei der 14. Nominierung. Damit ging Rachel Morrison leer aus - sie war die erste Frau, die in der Kategorie nominiert war. James Ivory erhielt den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch für "Call Me by Your Name". Ivory ist mit 89 Jahren der älteste Gewinner eines Academy Award. Jordan Peele holte sich - als erster Schwarzer - den Preis für das beste Originaldrehbuch für den Horrorfilm "Get Out", bei dem er auch Regie führte.

Der beste fremdsprachige Film kam erstmals aus Chile: "Eine fantastische Frau" von Sebastián Lelio beschreibt das Leben einer Transgender-Frau. Als bester Animationsfilm wurde "Coco - Lebendiger als das Leben!" ausgezeichnet, dessen Song "Remember Me" ebenfalls einen Oscar bekam.

Als beste Dokumentation wurde "Ikarus" ausgezeichnet - es war der erste Academy Award für den Streamingdienst Netflix. "Heaven Is a Traffic Jam on the 405" wurde bester Doku-Kurzfilm, "The Silent Child" bester Kurzfilm. Basketball-Superstar Kobe Bryant gewann zusammen mit Glen Keane den Oscar für den besten animierten Kurzfilm: "Dear Basketball". Der Oscar für das beste Make-up und Frisuren ging an den Film "Die dunkelste Stunde", der Preis für das beste Kostümdesign an "Der seidene Faden".

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Quelle: n-tv.de