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Bushido unterliegt vor Gericht "Sonny Black" ist jugendgefährdend

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Sein Album "Sonny Black" bleibt indiziert: Bushido.

(Foto: imago/Mauersberger)

"Ein falsches Wort und deine Zunge spürt Rasierklingen" droht Bushido einer "kleinen Schwuchtel" auf seinem Album "Sonny Black". Die Bundesprüfstelle setzt es daraufhin auf den Index. Bushido klagt - und verliert. Doch größer könnte die Werbung für ihn kaum sein.

Verwaltungsgericht Köln, ein massiger Ziegelbau aus Wilhelminischer Zeit. Aufgerufen ist der Fall Anis Mohamed Youssef Ferchichi gegen die Bundesrepublik Deutschland. Es geht um die "Indizierung eines Tonträgers".

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Die Verhandlung fand am Kölner Verwaltungsgericht statt - ohne Bushido.

(Foto: dpa)

Der Kläger selbst ist nicht erschienen und hatte das auch vorher ankündigen lassen. Sonst wären wohl keine Plätze frei geblieben in Saal 55. Denn "Herr Ferchichi", wie ihn der Vorsitzende Richter Andreas Vogt nennt, ist besser bekannt unter dem Namen Bushido.

Kein "gesteigerter Kunstgehalt"

Der Berliner Rapper klagt dagegen, dass sein 2014 veröffentlichtes Album "Sonny Black" von der Bundesprüfstelle in Bonn indiziert worden ist. Das heißt: Es gilt als jugendgefährdend und darf Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden.

Das Album ist nach Auffassung der Bundesprüfstelle "geeignet, Kinder und Jugendliche sozialethisch zu disorientieren". Eine "Einbettung in einen ironischen Kontext" vermag die Bundesbehörde ebenso wenig zu erkennen wie einen "gesteigerten Kunstgehalt".

Auch NPD-Liedermacher im Saal

Richter Vogt umreißt noch einmal kurz die Argumentation der Bushido-Anwälte: Die Fans seien mit den "Eigenheiten des Rappers" bestens vertraut, und ganz allgemein seien heutige Jugendliche "mit immer wirklichkeitsnäheren Darstellungen von Sexualität und Gewalt" konfrontiert. Das Gesamtkunstwerk Bushidos erfahre im Übrigen eine große gesellschaftliche Beachtung.

Anschließend werden zwei Titel vorgespielt. Beim ersten Ton zucken mehrere Zuhörer im Gerichtssaal zusammen. "Kleine Schwuchtel mit dei'm Unterlippen-Piercing, ein falsches Wort und deine Zunge spürt Rasierklingen", dröhnt es durch den Saal. Mit unbewegtem Gesicht lauscht auch der zweimalige NPD-Kandidat für die Wahl zum Bundespräsidenten, Frank Rennicke. Die Indizierung seiner Lieder soll im Anschluss verhandelt werden, und da hat er schon mal Platz genommen.

Nur ein PR-Trick?

Richter Vogt gibt zu Protokoll: "Wünsche für das Vorspielen weiterer Titel werden von den Beteiligten nicht geäußert." Eine Entscheidung soll später verkündet werden. Bushidos Anwalt rauscht davon - die Frage, ob die Klage vielleicht nur ein PR-Trick seines Mandanten ist, will er nicht beantworten.

Wenig später ertönen im Saal die Lieder des Rechtsextremen Rennicke. Berührungspunkte gibt es durchaus: In beiden Fällen erörtert das Gericht die abwertenden Bezeichnungen für Homosexuelle und ihre Wirkung auf Jugendliche.

Berufung möglich

14.15 Uhr, die Entscheidung: "Die Klage wird abgewiesen." Das Gericht stuft das Album zwar als Kunstwerk ein, setzt den Jugendschutz aber höher an. Endgültig muss das nicht sein - Bushido steht der Gang zum Oberverwaltungsgericht Münster offen, dort hat er sich schon einmal durchgesetzt, als es um den Song "Stress ohne Grund" ging. Der musste danach wieder von der Liste jugendgefährdender Medien gestrichen werden.

Bleibt die Frage: Bringt das alles überhaupt etwas? Im Internet ist das Album schließlich frei verfügbar. Petra Meier, stellvertretende Vorsitzende der Bundesprüfstelle, ist davon überzeugt: "Das hat schon eine Wirkung. Die CD darf zum Beispiel nicht mehr offen im Laden stehen. Es ist eine weitgehende Beschränkung - wenn auch kein absolutes Verbot."

Quelle: n-tv.de, Christoph Driessen, dpa

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