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"Schmerzhafteste Stereotypen" Streamingdienst sperrt "Vom Winde verweht"

02_Vom_Winde_Verweht_© 1939 Turner Entertainment Co. and Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved..jpg

In dem 1939 erschienenen Film werde Sklaverei beschönigt, heißt es.

(Foto: Imago)

"Vom Winde verweht" gilt zwar als Filmklassiker - die rassistische Darstellung von Schwarzen ruft aber immer wieder Kritiker auf den Plan. Der Streamingdienst HBO Max reagiert nun auf die Vorwürfe. Gezeigt wird der Film von 1939 in ferner Zukunft nur noch mit einer "Diskussion über den historischen Kontext".

Das Bürgerkriegsdrama "Vom Winde verweht" ist beim US-amerikanischen Streamingdienst HBO Max vorerst nicht mehr verfügbar. Der Inhalt des Filmklassikers mit Clark Gable (1901-1960) und Vivien Leigh (1913-1967) in den Hauptrollen sei in der heutigen Zeit nicht vertretbar.

Dieser Ansicht ist unter anderem Drehbuchautor John Ridley. Er hatte am vergangenen Montag in einem Essay in der "Los Angeles Times" auf die Darstellung "einiger der schmerzhaftesten Stereotypen von Schwarzen" hingewiesen und gefordert, den Film umgehend zu löschen.

In dem 1939 erschienenen Film werde Sklaverei beschönigt, heißt es. Hattie McDaniel (1895-1952) mimt darin etwa die Sklavin und spätere Hausangestellte Mammy. Für ihre Rolle wurde sie als erste Person afroamerikanischer Herkunft mit einem Oscar ausgezeichnet.

Ausstrahlung nur mit "Diskussion über historischen Kontext"

HBO Max nahm die Kritik nun an. "'Vom Winde verweht' ist ein Produkt seiner Zeit und stellt einige der ethnischen und rassistischen Vorurteile dar, die leider in der amerikanischen Gesellschaft gang und gäbe sind", wird ein Sprecher des Streamingdienstes von "The Hollywood Reporter" zitiert. Die rassistische Darstellung sei damals falsch gewesen "und ist es auch heute noch". Dauerhaft solle "Vom Winde verweht" aber nicht gesperrt sein.

"Wenn wir eine gerechtere, ausgewogenere und integrativere Zukunft schaffen wollen, müssen wir zuerst unsere Geschichte anerkennen und verstehen", sagte der Sprecher weiter. Demnach plane man, den Film zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Verfügung zu stellen - dann aber mit einer "Diskussion über den historischen Kontext" und einer "Anprangerung" der im Film zu findenden Darstellungen von Schwarzen und Sklaverei.

Quelle: ntv.de, lri/spot