Unterhaltung

"Ein deutscher Liederabend" Streit um Heino-Plakat ist vom Tisch

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Heinos Tour-Plakat darf aufgehängt werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schlagersänger Heino will in der Düsseldorfer Tonhalle einen "deutschen Liederabend" veranstalten. Doch das Konzerthaus weigert sich, die Veranstaltung unter dem Titel zu bewerben. Erst der Oberbürgermeister der Stadt kann den Streit beilegen.

Der Zoff in Düsseldorf um das Tour-Plakat von Schlagerstar Heino scheint ein vorläufiges Ende gefunden zu haben. Nachdem sich Oberbürgermeister Stephan Keller in den Streit eingeschaltet hat, wird das Plakat des Anstoßes nun aufgehängt.

Was war passiert? Michael Becker, Intendant des Düsseldorfer Konzerthauses "Tonhalle", hatte sich geweigert, Plakate für den Auftritt Heinos aufzuhängen und diesen zu bewerben. "Wir stören uns an dem etwas tümelnden Untertitel", sagte eine Sprecherin des Konzerthauses auf Anfrage. Auf dem Plakat ist der Sänger vor einer deutschen Flagge zu sehen. Der Untertitel der eigentlich als "Heino goes Klassik - mit großem Orchester" angekündigten Veranstaltung: "Ein deutscher Liederabend".

Becker kritisierte: "Es geht hier um die Bezeichnung eines Liederabends als deutsch. Das bezieht sich dann auf die Form des Konzerts und nicht auf den Inhalt." Das sei fachlich wie politisch nicht korrekt. Man habe in der Tonhalle auch keine deutschen Symphoniekonzerte, wenn nur Brahms und Beethoven gespielt werde. "Also: Deutsch ist prima. Deutsches Lied ist sogar ein wissenschaftlich verbürgter Begriff aber 'deutscher Liederabend' ist eben nicht richtig."

Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte Becker weiter, dass sich Heino mit der Zeile "Ein deutscher Liederabend" in eine "ungemütliche Ecke" rücke. Der korrekte Terminus für die ausgewählten Stücke sei "deutsches Lied". "Hier wäre der Titel 'Heino - ein Liederabend' oder 'Heino singt deutsches Lied' korrekt und unproblematisch".

"Das Wort 'deutsch' gehört allen Deutschen"

Heinos Manager Helmut Werner reagierte auf die Kritik mit Unverständnis. "Welches absurde Gedankengut muss man haben, um sich am Wort 'deutsch' zu stören?", sagte Werner gegenüber der dpa. "Heino ist ein deutscher Sänger, der deutsche Lieder singt. Wenn das Wort 'deutsch' jetzt schon rechtspopulistisch ist, schafft Deutschland seine Identität ab", so Werner. "Es ist absurd, welche Dimension diese politische Korrektheit angenommen hat. Das Wort 'deutsch' gehört allen Deutschen."

Deutlich weniger problematisch als Becker sieht es Oberbürgermeister Keller: "Ich sehe in dem Plakat keinerlei nationalistische oder ähnliche Tendenzen und teile die Kritik daran nicht", sagte der Politiker zu "Bild". Die "sprachliche Ungenauigkeit" sehe er, wenn überhaupt, nur als "marginal" an. Und weiter: "Insofern haben der Intendant der Tonhalle und ich besprochen, dass das Tournee-Plakat aufgehängt wird." Außerdem versprach Keller, das Gespräch mit Heino zu suchen.

Und Becker? Der Intendant erneuerte seine Kritik und sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich unterstelle, dass diese Formulierung sehr wohl und ohne Not sehr subtil Menschen ansprechen kann, deren Einstellung von der städtischen Richtlinie durchaus berührt würde." Darin heißt es, dass städtische Räume "kein Ort für Hetze" seien und daher nicht Veranstaltungen unter anderem mit rassistischen, antisemitischen oder antidemokratischen Inhalten zur Verfügung gestellt werden dürfen.

Quelle: ntv.de, jpe/spot/dpa

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