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Stan Lee wirft seinen früheren Unternehmenspartnern vor, ihn übervorteilt und um rund eine Milliarde Euro geprellt zu haben.
Stan Lee wirft seinen früheren Unternehmenspartnern vor, ihn übervorteilt und um rund eine Milliarde Euro geprellt zu haben.(Foto: imago/ZUMA Press)
Mittwoch, 16. Mai 2018

Stan Lee fordert eine Milliarde: Superhelden-Schöpfer verklagt Ex-Firma

Nach dem Tod seiner Frau leidet Stan Lee an einer Augenkrankheit. Die Sehschwäche und seine Trauer sollen frühere Geschäftspartner ausgenutzt haben: Sie verkaufen seine Namensrechte, angeblich ohne sein wissen. Die Comic-Legende zieht nun vor Gericht.

Stan Lee wirft seinen früheren Unternehmenspartnern in einer Klage vor, ihn übervorteilt und um rund eine Milliarde Euro geprellt zu haben. Der Chef des Entertainmentkonzerns POW!, Shane Duffy, und Mitbegründer Gill Champion, hätten ihm mit betrügerischen Mitteln die Exklusivrechte an seinem Namen, seiner Identität und seinem Bild abgenommen, legt der 95-Jährige in der Klageschrift dar.

Lee war an der Erfindung von Superhelden wie Spiderman und Black Panther beteiligt und hatte das Comic-Imperium Marvel aufgebaut. Später gründete er das Unternehmen POW! mit, das vergangenes Jahr an die chinesische Holding Camsing International verkauft wurde. Lee wirft seinen früheren Partnern vor, ihn nicht informiert zu haben, dass mit der Firma auch die Exklusivrechte an seinem Namen und seiner Identität verkauft wurden.

Nach seinen Angaben nutzten Duffy und Champion es aus, dass er nach dem Tod seiner Frau Joan niedergeschlagen gewesen sei und überdies an einer sogenannten Makuladegeneration, einer Erkrankung der Netzhaut, gelitten habe. Den Vertrag zur Abtretung der Exklusivrechte an seinem Namen habe er nicht lesen können, versichert Lee in seiner Klage.

Lee steht selbst vor Gericht

Auch könne er sich nicht erinnern, dass jemand ihm den Vertragstext vorgelesen habe. Seine Unterschrift sei womöglich erzwungen oder gefälscht worden. In der Klage wird überdies kritisiert, dass POW! die Kontrolle über Lees persönliche Seiten in sozialen Online-Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter übernommen und sich bei seinen 15 Millionen Abonnenten weltweit als Lee persönlich ausgegeben habe. POW! äußerte sich zunächst nicht zu der Klage.

Lee sieht sich selbst mit juristischen Vorwürfen konfrontiert. Im April war bekannt geworden, dass eine Massage-Therapeutin ihn wegen unangemessener Berührungen während zwei Behandlungssitzungen in Chicago angezeigt hat. Lees Anwalt Jonathan Freund wies die Vorwürfe in der Zeitung "Chicago Tribune" zurück. Schon vor diesem Fall hatten mehrere Krankenschwestern in Los Angeles Lee sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Auch diese Anschuldigungen ließ der 95-Jährige zurückweisen.

Quelle: n-tv.de