Unterhaltung

Charlie Sheens Erbe "Two and a Half Men" sagen Bye Bye

Ein Bowlingshirt ist nicht sexy, Geiz ebenso wenig und Suizidgedanken schon mal gar nicht. Zwölf Jahre lang vermittelt "Two and a Half Men" erfolgreich den Eindruck, auch Männer mit solchen Attributen hätten Chancen auf schnellen Sex. Nun läuft die letzte Folge der Sitcom.

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Ashton Kutchers Walden und Jon Cryers Alan sind das, was zum Serienfinale von "Two and a Half Men" übriggeblieben ist.

(Foto: Twitter/tvdosyasi)

Niemals zuvor zelebrierte das Fernsehen flüchtige Sexgeschichten so hingebungsvoll wie mit "Two and a Half Men". Der reiche Hedonist Charlie Harper mit schönen Frauen, dessen gescheiterter Bruder Alan ohne und ein halber, ein kleiner Mann mit Gameboy, Alans Sohn Jake: So startete die Erfolgssitcoms einst - und so blieb es irgendwie auch immer, auch als aus Charlie der zunächst suizidgefährdete Walden wurde. Mit zwölf Staffeln ist "Two and a Half Men" die Nummer fünf der Serien mit langem Atem. Heute läuft in den USA die allerletzte Folge.

"Two and Half Men" ist die Charlie-Sheen-Show. Während seiner Zeit beim CBS-Format befeuerte Sheen mit wilden Geschichten um Drogen- und Eheprobleme stets auch den Hype um seinen Rauschmitteln wie Frauen zugeneigten Fernsehcharakter mit dem gleichen Vornamen. Auch vier Staffeln nach Sheens Rausschmiss unter Medienwirbel, Jahre nachdem er erfolgreich durch Hollywoodstar Ashton Kutcher ersetzt wurde, sitzt er irgendwie noch immer auf der Couch seines ausladenden Strandhauses in Malibu.

Natürlich ist er tot

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Mit Charlie Sheen (l.) ging alles los. Der Schauspieler gehörte zum Original-Trio von "Two and a Half Men".

(Foto: Twitter/sdrednoticias)

Deswegen liegt es nur auf der Hand, dass viele in Hinblick auf das große Serienfinale hoffen, der vermeintliche Meister der Verführung könne noch einen letzten Auftritt hinlegen. Zu Beginn der neunten Staffel und zugleich ersten Kutcher-Staffel war lediglich auf seinen Tod verwiesen worden - ein Zug in Paris wurde ihm zu Verhängnis. Doch vermutlich so lange, wie es Fernsehserien gibt, ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass kein Charakter wirklich tot ist, bis die Zuschauer nicht auch einen Blick auf die Leiche erhaschen konnten.

"Of Course He’s Dead" (Natürlich ist er tot) heißt die finale Folge, die vom ausstrahlenden Sender CBS lockend mit "Charlie Harper lebt. Oder etwa doch nicht?" beworben wird. Der Schauspieler hatte bereits vor einigen Monaten verkündet, für einen letzten Auftritt zur Verfügung zu stehen.

Danke für "The Big Bang Theory"

Auch der originale "halbe Mann" könnte fürs Finale noch einmal nach Malibu zurückkehren. Wie auch Sheen hatte Schauspieler Angus T. Jones einen wenig ehrenwerten Abschied von "Two and a Half Men" hingelegt. Obwohl er noch bei der Sitcom engagiert war, bat er seine Zuschauer in einem Video für eine christliche Gruppe, das Format aufgrund dessen moralischer Verwerflichkeit nicht weiter zu verfolgen. In der darauf folgenden Staffel wurde Jones TV-Charakter Jake in Armee-Mission nach Japan verschifft. Nur Jon Cryer hielt als Pfennigfuchser Alan die Stellung.

Ganz unabhängig davon, wie die Geschichte der liebgewonnenen Unsympathen, der kiffenden Haushaltshilfe Berta (Conchata Ferrell) und vielleicht sogar Stalkerin Rose (Melanie Lynskey) an diesem Abend endet, reicht das Vermächtnis von "Two and a Half Men" weiter als bis zu den Allmachtsfantasien frustrierter Männer, denen die Show immer wieder ein Fünklein Hoffnung sendete, irgendein armes großbusiges Ding könne sich eines Tages tatsächlich in ihre Arme verlieren. Als die Show 2003 startete, lag die Blütezeit der Sitcoms bereits in der Vergangenheit. Nach "Two and a Half Men" konnte Showmacher Chuck Lorre sich mit Sendungen über ein Mutter-Tochter-Alkoholikerduo und eine Wohngemeinschaft sozialphobischer Physiker wagen. Dank "Two and a Half Men" gibt es zwei noch bessere Spaßformate: "Mom" und "The Big Bang Theory".

Quelle: ntv.de

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