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Interne BBC-Untersuchung beendet Umstrittener Diana-Interviewer hört auf

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"Wir waren zu dritt in dieser Ehe": Nur eine der Offenbarungen von Prinzessin Diana in dem Interview.

(Foto: picture alliance / empics)

Hat sich Martin Bashir das legendäre Interview mit Prinzessin Diana im Jahr 1995 durch unlautere Methoden ergattert? Dieser Vorwurf ist Gegenstand einer Untersuchung der BBC. Doch noch bevor deren Ergebnisse bekannt werden, verlässt der Journalist den Sender - aus anderen Gründen.

Der Journalist, der sich unter anderem durch ein Aufsehen erregendes Interview mit Prinzessin Diana im Jahr 1995 einen Namen gemacht hat, verlässt die BBC. Martin Bashir scheide aus gesundheitlichen Gründen aus, zitierte die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt den Vizedirektor des Nachrichtensenders BBC News, Jonathan Munro. Bashir habe die BBC bereits im April über diese Entscheidung informiert, bevor er sich zu einer weiteren Herzoperation ins Krankenhaus begeben habe, erläuterte Munro.

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Martin Bashir kämpft mit gesundheitlichen Problemen.

(Foto: picture alliance / empics)

Die Methoden, mit denen der damals relativ unbekannte Bashir Mitte der 1990er Jahre das legendäre Interview mit der Ehefrau von Prinz Charles bekommen hatte, waren in den vergangenen Monaten im Auftrag der BBC von einem früheren Richter am Obersten Gerichtshof untersucht worden. Dabei ging es um die Frage, ob der Journalist die Prinzessin mit unlauteren Methoden zu dem Gespräch bewegt hatte.

Ein Sprecher des mit der Untersuchung beauftragten Ex-Verfassungsrichters John Dyson sagte am Freitag, dieser habe seine Prüfung inzwischen abgeschlossen. Seinen Bericht habe Dyson an die BBC weitergeleitet, damit diese ihn "zu gegebener Zeit" veröffentlichen könne.

In dem denkwürdigen Fernsehinterview im November 1995 hatte Diana Charles' heutige Frau Camilla indirekt für das Scheitern ihrer Ehe verantwortlich gemacht: "Wir waren zu dritt in dieser Ehe", erklärte die Prinzessin einem geschockten Fernsehpublikum. Zudem gestand sie, selbst ebenfalls untreu gewesen zu sein. Sie beschrieb auch, wie sie sich in der medialen Dauerbeobachtung zuerst vom Königshaus alleine gelassen und dann nach der Trennung regelrecht sabotiert und gezielt in ihrem Ruf beschädigt fühlte - auch aus Neid auf ihre große Beliebtheit. Die Ausstrahlung wurde damals von einer Rekordzahl von 22,8 Millionen Zuschauern verfolgt.

"Reißerische Behauptungen" und gefälschte Bankauszüge

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1996 ließen sich Lady Di und Prince Charles scheiden, im Jahr darauf starb Diana bei einem Autounfall in Paris. Ihr Ex-Mann heiratete seine Jugendliebe Camilla im Jahr 2005. Im vergangenen Jahr forderte Dianas Bruder Charles Spencer schließlich, die Umstände des Zustandekommens des Interviews zu untersuchen. Er gab an, Bashir habe ihm damals gefälschte Dokumente vorgelegt, damit er seine Schwester zu dem Gespräch überrede.

Dabei soll es sich um gefälschte Bankauszüge gehandelt haben, wonach Mitarbeiter am Hof dafür bezahlt wurden, Diana auszuspionieren. Laut Dianas Bruder stellte Bashir zudem "reißerische Behauptungen" über Queen Elizabeth II., Charles und andere Mitglieder der Königsfamilie auf. Die BBC entschuldigte sich inzwischen für die falschen Dokumente, versicherte aber, diese hätten keine Rolle bei der Entscheidung Dianas gespielt, das Interview zu geben.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

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