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"The Voice of Germany" Wacken-Power und Musical-Magie

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Alice Merton ist neu auf dem Jurorensessel.

(Foto: ProSieben/André Kowalski)

Soul, Pop, Blues, Metal, Musical: Der Start der neunten "The Voice of Germany"-Staffel entfacht ein Feuerwerk der ungeschliffenen Gesangskunst.

Ein Wiederholungstäter, ein Rückkehrer und drei neue Gesichter mit Briefköpfen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Bevor der eingefleischte "The Voice of Germany"-Fan voller Vorfreude in den "Blind Auditions"-Modus schaltet, bedarf es erst einmal eines intensiven Systemchecks vor der Bühne.

Ex-Maskenmann mit Pitbull-Mundwerk

Der ehemalige Deutschrap-"Bad Boy" Sido steht erwartungsgemäß unter besonderer Beobachtung. Sollte der einstige Maskenmann mit dem Pitbull-Mundwerk in alte Ruhe-sonst-Fresse-Muster verfallen? Oder nutzt Sido sein Prime-Time-Debüt als Sprungbrett für eine TV-Karriere im Fahrtwind von… Ja, von wem eigentlich? Egal. Vor dem Bildschirm ist man jedenfalls gespannt wie ein Flitzebogen.

Ebenfalls neu an Bord des sich nun schon seit 2011 drehenden Format-Personalkarussells: Alice Merton, ihres Zeichens Soul-Pop-Sternchen, "No Roots"-Interpretin und Jury-Küken der diesjährigen Staffel, sowie Online-Juror, Tränentrockner und Meyer-Landrut-Buddy ("Better") Nico Santos.

Mark Forster und Rea Garvey müssen eine Entertainment-Schippe drauflegen

Bei so viel Frischfleisch müssen die bereits mit der Materie vertrauten Mark Forster und Rea Garvey natürlich eine Entertainment-Schippe drauflegen - schließlich will man im Fahrwasser der Neu-Konkurrenz nicht sang- und klanglos untergehen.

Das verbale Kräftemessen zwischen den Entscheidungsträgern ist aber nur der Tropfen Gourmetsoße am Tellerrand eines musikalischen Fünf-Sterne-Menüs, das eigentlich keine Geschmacksverstärker nötig hat. Bereits nach dem eröffnenden Auftritt der 17-jährigen Marita aus Ellwangen klatschen sich Freunde der ungeschliffenen Stimmkunst die Hände wund ("Don’t Watch Me Cry"). Mit kratzigem Hippie-Soul startet die Show wie eine Dur- und Mollfunken sprühende Silvesterrakete.

Zwischen Hochton-Diva und Godzilla-Weibchen

Aber es kommt noch besser. Ein 18-jähriger Zeitreisender mit Dracula-Frisur packt den Hibbel-Blues bei den Lenden (Lucas Rieger - "Got My Mojo Working"). Ein Soul-Pop-Küken aus Köln trifft die tiefsten Töne (Lucie Patt - "Lost Boy"). Und eine Metal-Queen vom Lande pendelt stimmlich ganz locker zwischen Hochton-Diva und Godzilla-Weibchen ("Stefanie Stuber - "Ghost Walking").

Ja, "The Voice Of Germany" steckt sie mal wieder im Vorbeigehen in die Tasche: all die Tralala-Castingshows, die viel versprechen, am Ende aber nur wenig halten. Auf der Bühne vor den berühmten roten Sesseln präsentieren sich auch in diesem Jahr wieder bis dato unentdeckte Klang-Juwelen, für deren Dienste so manch etablierter High End-Produzent schon heute Haus und Hof verkaufen würde.

Bei Alice Merton kullern die Tränen

Spätestens als kurz vor Showende bei Alice Merton die Tränen kullern und sich die komplette Jury auf ein 18-jähriges Mädchen mit Zahnspange stürzt (Claudia Emmanuela Santoso - "Never Enough"), springt auch der letzte Studio-Zuschauer von seinem Sitz auf und schaltet in den Kreisch-und-flipp-aus-Modus. Egal ob aufwühlende Musical-Kunst oder brettharte Wacken-Grüße: "The Voice Of Germany" hat alles am Start. Wieder mal. Hut gezogen. Und jetzt alle: "Never enouuuuuugh, never, never! Never enouuuuugh…"

Quelle: n-tv.de

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