Unterhaltung

Nach Streit mit AfD-Abgeordnetem Warum Amani eine Haftstrafe in Kauf nimmt

254384780.jpg

Enissa Amani will darauf aufmerksam machen, dass ein AfD-Abgeordneter für seine rechtsextremen Äußerungen nicht strafrechtlich belangt wurde.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der AfD-Landtagsabgeordnete Winhart beleidigt Migranten. Daraufhin beschimpft ihn Entertainerin Enissa Amani als "Idioten". Während Winhart straffrei davonkommt, muss Amani wegen Beleidigung eine Geldstrafe zahlen - und erwägt, stattdessen ins Gefängnis zu gehen.

Im Kampf gegen Rassismus möchte TV-Star Enissa Amani ein Zeichen setzen. Dafür ist sie offenbar bereit, 40 Tage ins Gefängnis zu gehen. Hintergrund ist eine juristische Fehde mit Andreas Winhart, einem AfD-Abgeordneten im Bayerischen Landtag. Winhart hat bei einer Wahlkampfveranstaltung nahe Bad Aibling Ende September 2018 für Empörung gesorgt, weil er sich beleidigend über verschiedene migrantische Gruppen äußerte.

"Wenn mich in der Nachbarschaft ein N**** (...) anhustet, dann muss ich wissen, ist er krank oder ist er nicht krank", sagte Winhart auf der Veranstaltung. Zudem behauptete er, Geflüchtete trügen eine Mitschuld an HIV-, Krätze und TBC-Fällen in seinem Landkreis. Amani hatte ihn daraufhin in sozialen Medien als "Idioten" und "Bastard" beschimpft und ihm einen beleidigenden Song gewidmet.

Nur für Amani hatten die Äußerungen Folgen. Sie musste wegen Beleidigung Winharts eine Geldstrafe von 1800 Euro zahlen. Auch der Politiker wurde nach seinem Auftritt mehrfach wegen Volksverhetzung angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Traunstein war nach einer Prüfung Anfang 2019 jedoch zu dem Schluss gekommen, kein Ermittlungsverfahren gegen ihn einzuleiten.

Amani muss wohl im Dezember in Haft

Dass der Fall Winhart im Gegensatz zu ihrem eigenen nicht geahndet wurde, empfindet Amani als Ungerechtigkeit. Nun erwägt sie, die Strafzahlung zu verweigern, was zur Folge hätte, dass sie stattdessen 40 Tage in Haft verbringen müsste. Im Gespräch mit dem "Stern" erklärte Amani, warum sie bereit sei, den Freiheitsentzug in Kauf zu nehmen: "Weil ich es sehr, sehr traurig finde, dass er für volksverhetzende, rassistische Aussagen nicht belangt wurde." Dass Winhart straffrei davonkomme, sei "ein Unding". Darauf wolle sie "aufmerksam machen".

In sozialen Medien hatte Amani ihre Fans diskutieren lassen, ob sie ins Gefängnis gehen oder die Strafe zahlen soll. Das Echo sei gespalten gewesen, sagte Amani der "Frankfurter Rundschau". Einige Follower seien besorgt gewesen, andere haben sie ermutigt. Zudem hätten Rechtsextreme hämisch ihre Freude zum Ausdruck gebracht, Amani in Haft zu sehen.

Der Freiheitsentzug drohe wohl im Dezember, wenn sie dann nicht gezahlt habe, so Amani. Wie sie sich letztendlich entscheidet, ist noch offen. Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau zeigte sie sich allerdings relativ entschlossen: "Aber es ist nun einmal so: Ich bezahle das nicht!" Gleichzeitig betont Amani, dass sie die Geldbuße für gerechtfertigt hält. "Natürlich habe ich Andreas Winhart beleidigt und verdiene dafür eine Strafe", sagte Amani t-online. Ihr sei dabei bewusst gewesen, dass sie mit ihren Beschimpfungen eine Anzeige riskiere.

Juristisch anfechten möchte Amani ihre Strafe nicht. "Für mich ist es wichtig, dass diese Sache Aufmerksamkeit bekommt", sagte sie. Darum habe sie sich für eine öffentliche Debatte entschieden. Dafür habe sie bereits viel Zuspruch bekommen: "Die Menschen verstehen, was ich meine, und sie unterstützen mich, weil sie das gleiche Gefühl von Ungerechtigkeit empfinden wie ich." Am Samstag bedankte sich Amani auf Instagram noch einmal bei ihren Unterstützern. Bald stehe die Ladung zum Haftantritt an. Sie wolle dennoch "ruhig und rational" bleiben. Am Ende des Beitrags betonte Amani: "Ich werde NICHT zahlen."

Quelle: ntv.de, lve

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.