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In "Leaving Neverland"-Doku Was Michael Jackson vorgeworfen wird

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Michael Jackson kann sich gegen die ihn erhobenen Vorwürfe nicht mehr wehren. Der "King of Pop" starb 2009 an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Trotz massiver Proteste der Familie von Michael Jackson und einer Millionen-Klage strahlt der US-Sender HBO die umstrittene Dokumentation "Leaving Neverland" aus. Doch was genau wird dem "King of Pop" darin eigentlich vorgeworfen?

Der britische Radiosender BBC 2 soll seit neun Tagen keinen Song mehr von Michael Jackson gespielt haben, angeblich wegen der erneut erhobenen Missbrauchsvorwürfe gegen den "King of Pop". Der Entschluss sei aufgrund der Dokumentation "Leaving Neverland" gefasst worden, hatte die britische Seite "Times" berichtet, ehe der Radiosender diesen Vorwurf jetzt dementierte.

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Doch die Anschuldigungen, die Wade Robson und James Safechuck in der Dokumentation gegen den verstorbenen Popstar äußern, haben es tatsächlich in sich. Laut der heute 36 und 40 Jahre alten Männer gab es in der Neverland Ranch mehrere Orte, an die Jackson seine Opfer in den 1980er-Jahren brachte. Der Gang zum Schlafzimmer sei mit Glocken versehen gewesen, die ihn warnen sollten, sobald sich jemand näherte. Auch habe er den Kindern eingetrichtert, dass sie alle gemeinsam ins Gefängnis gehen müssten, sollte jemals herauskommen, was sie miteinander tun. Anderen Menschen - vor allem Frauen - könne und dürfe man nicht trauen, soll Jackson immer wieder gesagt haben.

Beide Männer geben an, von Jackson sexuell missbraucht worden zu sein. Die vermeintlichen Opfer berichten von Oralverkehr und Selbstbefriedigung. Als "Belohnung" habe Jackson ihnen dann Geschenke gemacht, im Fall von Safechuck etwa Schmuck. Er habe von Jackson einmal sogar einen Ehering bekommen.

Falschaussagen im Prozess?

1993 und 2003 musste sich Jackson vor Gericht wegen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verantworten. Sowohl Safechuck als auch Robson gaben damals an, dass sich der Sänger nie an ihnen vergangen habe. In "Leaving Neverland" erklärten die beiden nun, dass Jackson sie massiv unter Druck gesetzt und zu diesen Falschaussagen gedrängt habe.

Zudem hätten beide erst sehr viel später realisiert, dass ihnen Unrecht getan wurde. Jahrelang habe Robson wirklich geglaubt: "Ich liebte ihn und er liebte mich", zitiert die Seite "The Hollywood Reporter" aus der Sendung. Joy Robson und Stephanie Safechuck, die Mütter der beiden angeblichen Opfer, erzählen in der Doku, dass Jackson stellenweise wie ein "eigener Sohn" anmutete. Seine kindliche Art und sein Weltruhm hätten beide davon überzeugt, dass ihre Kinder sicher bei ihm wären.

Klage in Millionenhöhe

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Bereits im Vorfeld der Ausstrahlung haben Jacksons Nachlassverwalter mit einer Klage gegen HBO reagiert. 100 Millionen US-Dollar, also umgerechnet etwa 88 Millionen Euro, sollen sie Medienberichten zufolge von den Machern fordern.

"Michael ist ein leichtes Ziel, weil er nicht hier ist, um sich zu verteidigen, und das Gesetz schützt den Verstorbenen nicht vor Verleumdung, egal wie extrem die Lügen sind", sei in der Klage zu lesen. Die angeblich falschen Behauptungen dürfe HBO durch die Doku aus einem bestimmten Grund nicht verbreiten: Der Sender habe in einem Vertrag von 1992 versichert, den Musiker weder aktuell noch in der Zukunft zu verunglimpfen. HBO hatte damals Aufnahmen von Jacksons Welttournee "Dangerous" ausgestrahlt.

Während "Leaving Neverland" im Fernsehen lief, wurde auf dem offiziellen Youtube-Kanal des Stars übrigens ein zweistündiges Konzert von Jackson veröffentlicht.

Quelle: n-tv.de, nan/spot

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