Unterhaltung

"Chefarzt" mit flachen Witzen Was ist bloß mit Oliver Pocher los?

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Ist das noch lustig? Eher nicht, lautet die Antwort.

(Foto: imago/Future Image)

Comedian Oliver Pocher brachte einmal die Leute zum Lachen. Seine Witze waren zwar derb, zeigten aber ein gewisses Kaliber. Dieses scheint er mittlerweile gänzlich verloren zu haben.

Oliver Pocher gehörte einst zur Elite der deutschen Comedy. Er hatte eine eigene Sendung - erst auf Viva, später auf ProSieben. Er spielte in deutschen Kinoproduktionen mit. Er war die Werbeikone für Media Markt und irgendwie schien alles, was er anfasste, nicht nur lustig, sondern vergoldet zu werden. Zuletzt moderierte er sogar mit dem großen Harald Schmidt eine Late-Night-Show in der ARD namens "Schmidt und Pocher". Doch diese Zeiten scheinen längst hinter dem 38-Jährigen zu liegen. Seitdem ist es still um ihn geworden.

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Die berufliche Talfahrt spiegelte sich auch im Privatleben von Pocher wider. Fünf Jahre wartete Modelfreundin Monica Ivancan vergeblich auf einen Heiratsantrag des Komikers. Dann folgte im Jahr 2009 die Trennung, bei der sich beide von ihrer verbal-gemeinen Seite zeigten. Auf Ivancan folgte Tennistrainertochter Alessandra Meyer-Wölden. Die ehemalige Verlobte von Tennislegende Boris Becker und Pocher heirateten sogar. Ein Twitter-Zoff zwischen den beiden Herren besiegelte die Ehe. Eine Tochter und zwei Zwillingsjungs bescherten Pocher die Rolle seines Lebens: Er wurde Familienvater.

Doch auch die Beziehung zu Meyer-Wölden hielt nicht. 2013 trennte sich das Promipaar und das Model zog mit den drei Kindern nach Miami. Mittlerweile soll die 33-Jährige dort ihr Glück und einen neuen Mann an ihrer Seite gefunden haben. Und Pocher? Der blieb dem Tennissport treu und verliebte sich Ende 2013 in die damalige Grand-Slam-Finalistin Sabine Lisicki. Doch auch diese Beziehung hielt nur drei Jahre. Ihm wurde eine Affäre nachgesagt und sie breitete mit gebrochenem Herzen die Trennung medial aus.

"Chefarzt" ohne Manieren

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Nun folgt die nächste Schlagzeile mit dem Namen Pocher im Titel. Für die Einweihungsfeier einer Düsseldorfer Schönheitsklinik wurde er gebucht und tauchte im Arztkittel mit einem Stethoskop um den Hals gehängt als "Chefarzt" auf. Mit zweifelhaften Antworten, die sein gewohntes Comedy-Kaliber vermissen ließen, versuchte er, die Fragen der Journalisten am roten Teppich zu beantworten. So sei die Schönheitsklinik wichtig, da in Düsseldorf "so viele Hackfressen" rumlaufen, erklärte Pocher der Presse. Gelacht hat darüber sicher keiner der Anwesenden.

Der selbst ernannte "Chefarzt" wollte anschließend bei einigen der anwesenden Damen einen "Tüv" vornehmen. Die Hostessen schauten peinlich berührt, als Pocher mit seinem Stethoskop in ihrem Dekolletee rumfummelte. Im Verlauf des Abends soll Pocher dann sogar mehr als eine "Wartung" vorgenommen haben: Ein Mitarbeiter der Klinik will den Moderator in flagranti mit einer Stewardess in einem der Krankenzimmer beim Koitus erwischt haben. Das berichtet zumindest die "Bild"-Zeitung. Sie verließ danach angeblich fluchtartig die Party, er soll dem Bericht zufolge kurz darauf ebenfalls gegangen sein. Mit dem Pocher, der einst bitterböse, aber humorige Sketche machte, hat dieses Verhalten wenig gemein.

Auch sein Auftritt bei der Berliner Premiere des Musicals "Sister Act" vor wenigen Tagen war alles andere als komisch. In einem Nonnenkostüm trat Pocher vor die Kameras und bezeichnete sich selbst als "Hobbykatholik" und "Teilzeitislamist" - frei nach dem Motto: "Bei allem, was gerade angesagt ist, bin ich dabei." Schade eigentlich, dass Pocher sein Leben derzeit so handhabt, denn feingeistige Witze haben seinen Mund schon länger nicht mehr verlassen.

Auch die Kommentare auf seinem Twitter-Kanal lassen den Humor des alten Oliver Pocher vermissen. Statt sich in den sozialen Netzwerken einen amüsanten verbalen Boxkampf zu liefern, greift der Comedian lieber mit harten Worten an und trifft dabei oft unter der Gürtellinie. Selbst seinen Fußballsong "Schwarz und Weiß" möchte man irgendwie nur noch mit vorgehaltener Hand singen.

 

Quelle: ntv.de