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"Sie war so eingeschüchtert" Wollte Weinstein Greens Karriere zerstören?

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Eva Green soll aus Angst vor Weinstein nichts gesagt haben.

imago/Italy Photo Press

In Hollywoods Chef-Etage trägt sich über Jahrzehnte ein Missbrauchs-Skandal zu. Doch Harvey Weinsteins Übergriffe wiegeln viele als Gerüchte ab. Einige mutmaßliche Opfer schweigen noch immer. Jetzt packt eine Hollywood-Mama für ihre Tochter aus.

Der Missbrauchs-Skandal um Filmproduzent Harvey Weinstein zieht immer weitere Kreise. Immer mehr Frauen berichten von ihren Erfahrungen und die Realität entfernt sich immer weiter von dem Bild, das Weinstein nach Erscheinen des Enthüllungsartikels in der "New York Times" abgeben wollte. Er beschrieb sich in einem persönlichen Statement als "Mann der 60er jahre", der mit modernen Umgangsformen zu hadern habe.

Doch wenn die Vorwürfe stimmen, so handelt es sich bei den Übergriffen wohl kaum um tollpatschige Übertretungen eines überspannten Altherren-Charmeurs. Denn nun wird Weinstein vorgeworfen, junge Frauen nicht nur bedrängt, sondern außerdem erpresst zu haben. Das behauptet zumindest die französische Schauspielern Marlene Jobert. Laut Jobert habe Weinstein ihrer Tochter, dem Bond-Girl Eva Green gedroht, die Karriere zu zerstören, nachdem sie ihm die eingeforderten körperlichen Gefälligkeiten nicht gewährte.

In einem Interview mit dem französischen Radio-Sender "Europe 1 Radio" sagte sie, ihre Tochter sei von Weinstein über zwei Jahre hinweg sexuell belästigt worden. "Meine Tochter Eva war ein Opfer dieses schrecklichen Mannes", so die 76-Jährige, die angab, im Namen ihrer Tochter zu sprechen. "Zu der Zeit war ich wirklich entsetzt und so aufgebracht, dass ich etwas unternehmen wollte. Aber meine Tochter sagte 'Auf keinen Fall! Du weißt nicht zu welchen bösen Taten er fähig ist'."

Green wolle die Vorfälle vergessen und nicht darüber reden

Bisher hat sich Green nicht persönlich zu den Anschuldigungen geäußert, die gegen Weinstein erhoben werden. Ihre Mutter hingegen wolle, dass "dieser abscheuliche Mensch" bestraft werde. Weinstein habe Green in den Jahren 2010 und 2011 belästigt. Unter dem Vorwand eines Geschäftsmeetings habe er sie in sein Büro gebeten. Dieses Büro sei gleichzeitig aber auch sein Hotelzimmer gewesen, so Jobert. Wie vielen seiner Opfer versprach der Kinomogul angeblich auch Green, im Austausch gegen sexuelle Gefälligkeiten, ihre Karriere zu fördern. Als diese sich geweigert habe, drohte er ihr damit, ihre Karriere zu zerstören.

"Sie war so eingeschüchtert, weil dieser Mann so viel Macht über das Kino hatte. Er muss ihr Steine in den Weg gelegt haben, weil er so verärgert war", ist sich Jobert sicher. Ihre Tochter habe danach einige Zeit gebraucht, um sich wieder zu erholen. Green wolle die Vorfälle am liebsten vergessen und ziehe es vor, nicht darüber zu reden.

Quelle: n-tv.de, sra/spot

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