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Verurteilung wegen Missbrauchs Youtuber "Yo Oli" entgeht Haftstrafe

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Der Youtuber soll sein Opfer unter dem Vorwand, ein Video drehen zu wollen, in sein Auto gelockt haben.

(Foto: picture alliance / Nicolas Armer)

Er nutzte das Machtgefälle manipulativ aus, um einen 13-jährigen - schwer verliebten - Fan sexuell zu missbrauchen. Jetzt wird Youtuber "Yo Oli" zu einer Bewährungsstrafe und Sozialstunden verurteilt. Von einem Teil der Vorwürfe wird er freigesprochen.

Der unter dem Namen "Yo Oli" bekannte Youtuber Junus W. ist vom Landgericht Berlin wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt worden. Das Gericht setzte die Strafe allerdings zur Bewährung aus. Zudem muss der Youtuber 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und 30 Stunden sexualtherapeutische Einzelgespräche mit Experten führen. W. habe die Unreife der Schülerin ausgenutzt und in Kenntnis ihres Alters einvernehmliche sexuelle Handlungen vorgenommen, begründete das Landgericht das Urteil. Von weiteren Vorwürfen wurde der Youtuber und Influencer freigesprochen.

Dem 25-Jährigen waren von der Anklage zunächst sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Freiheitsberaubung und Körperverletzung zur Last gelegt worden. Der Angeklagte sollte drei damals 13, 14 und 16 Jahre alte Mädchen jeweils unter dem Vorwand, mit ihnen ein Video für einen seiner Social-Media-Kanäle drehen zu wollen, in sein Auto gelockt haben. Der Anklage zufolge sei er mit ihnen zu entlegenen Parkplätzen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gefahren. Dabei habe er den jeweiligen Wagen zuvor mit einer Matratze präpariert. Im Fahrzeug sei es dann zu den Übergriffen gekommen. Fünf Fälle in der Zeit von Februar bis Juni 2019 wurden W. vorgeworfen.

Laut "Bild"-Zeitung glaubte der Richter jedoch nur der 13-Jährigen - nicht aber den beiden anderen vermeintlichen Missbrauchsopfern. "Hier der Internetstar, 25 Jahre alt, da das Mädchen mit 13, das sich besonders fühlt, unfassbar verliebt in ihn, kennt seine Songtexte auswendig", zitiert die "Bild" den Richter. "Yo Oli" habe das gewusst - und die fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung des Mädchens und das "Machtgefälle manipulativ ausgenutzt". Gewalt habe er für den Missbrauch nicht anwenden müssen, sagte "Yo Oli" demnach im Prozess aus: "Wenn eine nicht wollte, bin ich einfach 30 Kilometer weitergefahren."

Der Youtuber war im Juni 2019 festgenommen worden. Unter der Auflage, sich aus den sozialen Medien fernzuhalten, kam er etwa einen Monat später wieder frei. Weil er gegen diese Auflage verstieß, wurde der Haftverschonungsbeschluss laut Gericht jedoch wieder aufgehoben. "Yo Oli" war bereits zuvor negativ aufgefallen. In seinen Youtube-Challenges überredete er beispielsweise junge Mädchen vor laufender Kamera zu Küssen.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa