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Schwächste Quoten seit LangemZuschauerzahlen der Oscars brechen ein

18.03.2026, 08:19 Uhr
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Ab der 101. Oscarverleihung im Jahr 2029 übernimmt Youtube die Ausstrahlungsrechte. (Foto: picture alliance / Photoshot)

Die Oscars locken nicht mehr so viele Menschen vor die Bildschirme wie im Vorjahr. Die Preisverleihung verzeichnet einen deutlichen Rückgang bei den Zuschauerzahlen und beendet eine jahrelange Wachstumsphase. Doch im Netz schlagen die Academy Awards Rekorde.

Die Oscarverleihung bleibt ein TV-Großereignis - auch wenn die Zuschauerzahlen zuletzt etwas nachgelassen haben. Die 98. Academy Awards erreichten am Sonntag bei dem US-Sender ABC und dem Streaminganbieter Hulu insgesamt 17,86 Millionen Zuschauer. Damit lagen die Quoten rund neun Prozent unter dem Vorjahreswert von 19,7 Millionen.

Der Rückgang beendet eine fünf Jahre anhaltende Wachstumsphase und markiert zugleich den niedrigsten Wert seit 2022. Durch den Abend führte erneut Moderator Conan O'Brien, der bereits im Vorjahr durch die Preisverleihung geleitet hatte.

Trotz der geringeren Reichweite bleibt die Show ein Publikumsmagnet. Laut dem Branchenmagazin "Variety" handelt es sich weiterhin um das meistgesehene Primetime-Entertainment-Programm der gesamten Fernsehsaison 2025/2026. Branchenbeobachter bewerten den Rückgang daher gelassen, zumal ähnliche Entwicklungen zuletzt auch bei anderen großen Preisverleihungen zu beobachten waren.

Negativtrend bei Preisgalas

Der Zuschauerschwund ist kein isoliertes Phänomen. Auch andere Awardshows mussten in diesem Winter Einbußen hinnehmen. So verzeichneten die Golden Globes im Januar ein Minus von sechs Prozent und kamen auf 8,66 Millionen Zuschauer. Die Grammy-Verleihung im Februar verlor ebenfalls sechs Prozent und erreichte 14,4 Millionen Menschen vor den Bildschirmen. Der Wandel im Medienkonsum macht sich damit zunehmend auch bei Hollywoods traditionsreichen Gala-Abenden bemerkbar.

In der werberelevanten Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen lag das Rating der Oscarübertragung bei 3,92. Das entspricht zwar einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr (4,54), liegt aber leicht über dem Wert von 2024 (3,82). Auf dem Sonntagabend-Sendeplatz blieb die Show dennoch klarer Marktführer - sowohl bei den Gesamtzuschauerzahlen als auch in allen wichtigen demografischen Gruppen.

Deutlich dynamischer entwickelt sich hingegen die Resonanz im digitalen Raum. Nach Angaben von ABC stiegen die Social-Media-Interaktionen rund um die Verleihung um 42,4 Prozent. Die Kanäle der Academy verzeichneten insgesamt 21,6 Millionen Interaktionen - mehr als im Jahr zuvor (19,7 Millionen) - sowie über 129 Millionen Videoabrufe während der Nacht der Preisverleihung.

O'Briens Zukunft als Host gesichert

Auch Moderator Conan O'Brien hinterließ bei seinem zweiten Einsatz als Oscar-Gastgeber einen positiven Eindruck. Rob Mills, Executive Vice President bei Walt Disney Television, erklärte gegenüber dem Branchenmagazin, O'Brien könne die Rolle auch künftig übernehmen - vorausgesetzt, der Comedian und ehemalige Late-Night-Talkmaster habe weiterhin Interesse daran.

Neben den Quoten sorgten auch die Gewinner des Abends für Aufmerksamkeit. Das Drama "One Battle After Another" dominierte die Preisverleihung mit insgesamt sechs Oscars, darunter die Auszeichnungen für den besten Film und die beste Regie. Letztere ging an Paul Thomas Anderson. Ebenfalls erfolgreich war der Film "Blood & Sinners", der vier Preise gewann; Michael B. Jordan wurde dabei als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Für Disney, die Muttergesellschaft des Senders ABC, bleibt die Oscarübertragung vorerst ein fester Bestandteil des Programms. Der aktuelle Vertrag mit der Academy of Motion Picture Arts and Sciences läuft noch bis 2028, sodass auch die Verleihungen 2027 und 2028 weiterhin auf ABC und Hulu ausgestrahlt werden.

Ab der 101. Oscarverleihung im Jahr 2029 übernimmt allerdings Youtube die Ausstrahlungsrechte. Die Plattform sicherte sich den Deal zunächst bis mindestens 2033.

Quelle: ntv.de

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