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"Miro Klose - Fußballgott!" Der Tag, an dem Miro Klose zum Weltstar wird

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"Miro": Der Fußball-Weltstar von nebenan.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sprosse für Sprosse führt die Leiter nach oben. Der Zimmermann Miroslav Klose weiß das. Über Blaubach-Diedelkopf, Homburg und Kaiserslautern spielt sich der Stürmer Klose in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Dann kommt der 1. Juni 2002.

Es gibt Tage, die ein Leben entscheidend verändern können, ihm eine neue Richtung geben, in neue Bahnen lenken können. In Miroslav Kloses Leben gibt es eine Menge dieser Tage - aber nur einen, an dem aus ihm ein Weltstar wurde. Es ist der 1. Juni 2002.

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Die deutsche Fußball-Nationalelf unter Trainer Rudi Völler spielt zum Auftakt der Weltmeisterschaften in Südkorea und Japan in Sapporo gegen Saudi-Arabien. Und das ist für deutschen Rumpelfußballer nach der verpatzten WM 1998 nicht irgendein Fußballzwerg, sondern eine Messlatte für den Rest des Turniers. Wie ist die DFB-Elf drauf? Typisch deutsch wie immer, also kämpfen, kratzen, beißen, siegen? Oder vielleicht doch mit einer spielerischen Note, schönem Offensivfußball?

Von der Couch auf die große WM-Bühne

Miroslav Klose

Miroslav Klose, geboren am 9. Juni 1978 im polnischen Opole, wuchs in Kusel im nordpfälzischen Bergland auf. Er spielte für die SG Blaubach-Diedelkopf, den FC 08 Homburg und dann als Profi für den 1. FC Kaiserslautern, den SV Werder Bremen, Bayern München und Lazio Rom. Sein erstes Bundesliga-Tor schießt er am 20. Oktober 2000 gegen Werder Bremen. Im März 2001 spielt er erstmals für die deutsche Nationalelf. Von 2001 bis 2014 war Klose deutscher Fußball-Nationalspieler und erzielte in 137 Spielen 71 Tore. Damit ist er Rekordschütze des DFB. Mit 16 WM-Toren hält er auch da die Bestmarke. 2019 erscheint seine Autobiografie "Miro", geschrieben von Ronald Reng.

Nein, typisch deutsch. Die Zeiten von Bundestrainern wie Jürgen Klinsmann oder Joachim Löw sind noch nicht gekommen. Aber auch so kann Völlers Elf punkten: im Tor mit Oliver Kahn, in der Abwehr mit Carsten Ramelow, dazu im Mittelfeld ein völlig humorloser Jens Jeremies sowie die beiden spielerischen Elemente des Teams Michael Ballack und Bernd Schneider. Und im Sturm? Da sorgt ein gerade 23-Jähriger für Aufsehen: Miroslav Klose. Vor vier Jahren, 1998, war er gerade von Blaubach-Diedelkopf nach Homburg gewechselt. Regionalliga statt Bezirksliga. Die Spiele der Fußball-WM in Frankreich verfolgt Klose damals noch von der Couch aus, vor dem Fernseher, nach getaner Zimmermanns-Arbeit.

Vier Jahre später steht er im weißen Trikot der Nationalmannschaft mit der Nummer elf auf dem WM-Rasen. Acht Tore in zwölf Spielen für die DFB-Elf sind seine bisherige Bilanz. Keine schlechte Quote, aber für einen Stammplatz reicht es noch nicht. Das ändert sich am 1. Juni. Beim 8:0-Sieg gegen Saudi-Arabien: Klose erzielt drei Tore, allesamt mit dem Kopf. Teilweise fliegt er, Kopf voraus, nur 20 Zentimeter oberhalb der Grasnarbe - und trifft dennoch. Unangestrengt, spielerisch leicht. Bejubelt mit einem Salto - dem Klose-Salto. Der wird im weiteren Verlauf seiner einzigartigen Karriere sein Markenzeichen.

Der leise Held von nebenan

... über Miroslav Klose

Gerry Ehrmann: "Na, du Wichsmaus."

Andreas Reinke: "Miro hätte den Ball am liebsten reingebissen."

Joachim Löw: "Auf Miro Klose war immer Verlass. Sein Wort gilt. Miro Klose ist ein Weltstar, einer der größten Stürmer, die der Fußball hervorgebracht hat."

Ronaldo: "Du bist der sympathischste Deutsche."

Toni Kroos: "Miro ist ein ganz Großer."

Luca Toni: "Ciao, Campione."

FCK-Fans: "MIRO KLOSE FUßBALLGOOTT!"

Dass er im WM-Finale gegen Brasilien mit angebrochenen Rippen spielt, erfährt man erst viel später. Es passt aber zu ihm, dem Zimmermann aus dem Pfälzer Wald, geboren im polnischen Opole. Rechtschaffen, bescheiden, bodenständig, höflich. Man sieht ihm auf dem Platz gern zu, bewundert sein Wahnsinns-Kopfballtiming und seine fulminante Beschleunigung. Aber auch abseits des Rasens macht Klose eine gute Figur, denn er verstellt sich nicht vor den Kameras und Mikrofonen der Medienvertreter. Klose ist unkompliziert, zurückhaltend, sympathisch. Seine innere Ruhe überträgt sich auf den Gesprächspartner, hat man das Gefühl.

Es ist auch dieses Gefühlt, das besagt, dass am 1. Juni 2002 einer dieser positiven Schicksalstage für Miroslav Klose gewesen ist. Die drei Tore gegen Saudi-Arabien sind seine ersten drei WM-Tore. Bei den anschlie0enden drei Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland, 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien folgen noch 13 weitere. Am Ende erzielte Klose 16 Tore bei einer Fußball-WM, keiner schoss je mehr. Und alles begann an jenem 1. Juni 2002.

Quelle: ntv.de