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Luc Verlains zweiter Fall Mord mit Wein

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Den "Marathon du Médoc" gibt es wirklich. Diese Teilnehmer liefen als Schlümpfe mit.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der eigentliche Protagonist dieses Krimis ist die Atmosphäre: die drückende Sonne, die komplizierte Liebe, der gute Wein. Klingt kitschig? Ist es überhaupt nicht. "Château Mort" ist Sommer-Lektüre fürs ganze Jahr.

Endlich geht es weiter. Es ist Hochsommer im Südwesten Frankreichs, Luc Verlain ist immer noch Kommissar im Aquitaine. Ein Freund von ihm, ein Winzer im Médoc, richtet in diesem Jahr den Marathon aus, dessen Teilnehmer nicht nur verkleidet laufen, sondern dabei auch Wein trinken dürfen. Natürlich gibt es einen Toten. Hauptverdächtiger ist ausgerechnet Lucs Freund.

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Château Mort: Luc Verlains zweiter Fall (Luc Verlain ermittelt, Band 2)
EUR 16,00
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"Château Mort", der zweite Fall von Alexander Oetkers Krimiserie, führt seinen Kommissar vom Médoc ins benachbarte Weinbaugebiet Saint-Émilion. Auch Anouk ist wieder dabei, Verlains Kollegin und "Ein-Kuss-Beziehung". Daraus wird bald mehr, aber problemlos läuft es nicht. In anonymen Briefen wird Anouk vor Luc gewarnt. Außerdem ermitteln sie dieses Mal nicht gemeinsam - sie traut ihrem Kollegen nicht.

Wie schon in Verlains erstem Fall geht es um den Mord nur am Rande. Es wird gegessen und getrunken, erst kühles Bier, dann Sauvignon Blanc, Langusten, ein zweiter Kuss auf der Düne, gegrillter Steinbutt. Dazwischen fährt Luc durch Aquitanien, von einem Weingut zum nächsten.

Alexander Oetker, das sei auch hier verraten, ist ein Kollege, er ist politischer Reporter bei n-tv und RTL. Wichtiger jedoch: Er liebt und kennt Frankreich so gut, dass er es nicht idealisieren muss, um von seinen schönen Seiten zu erzählen.

Hardcore-Krimifreunde werden Luc Verlains zweiten Fall möglicherweise ein bisschen zu entspannt finden. Allen anderen ist das Buch unbedingt empfohlen. Denn "Château Mort" ist Sommer-Lektüre fürs ganze Jahr. Bei Oetker spielen die Ermittlungen nur die zweite Hauptrolle. Der eigentliche Protagonist ist die Atmosphäre: die drückende Sonne, die komplizierte Liebe, der gute Wein. Klingt kitschig? Ist es überhaupt nicht. Wer es schafft, dieses Buch zu lesen, ohne das dringende Bedürfnis zu entwickeln, sofort einen Grand Cru zu verkosten, war schon zu lange nicht mehr in Frankreich.

Quelle: n-tv.de