Kino

Komödie "The F-Word" Daniel Radcliffe lässt locker

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Harry und Sally lassen grüßen!

Kinderstars wollen beweisen, dass sie erwachsen geworden sind. Harry Potter, Verzeihung, Daniel Radcliffe macht in "The F-Word" Pause von seiner verbissenen Leistungsschau und ist erstmals in einer romantischen Komödie zu sehen. Wie nett!

Neville Longbottom ist heiß. Diese Erkenntnis schockierte kürzlich das Internet, als Emma Watson ein Foto ihres Ex-Kollegen Matthew Lewis per Tweet verbreitete. Der junge Mann mit dem kantigen Kinn und dem stechenden Blick hat nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem linkischen Zauberschüler. Eine derartige körperliche Transformation ist Daniel Radcliffe verwehrt geblieben. Der 1,65 Meter große Brite ist auch mit 25 Jahren noch problemlos in dem bebrillten Nachwuchsmagier aus dem ersten Potter-Film wiederzuerkennen.

Es scheint, als wollte der einst berühmteste Junge der Welt dieses "Manko" durch besonders erwachsene Rollen ausmerzen. 2007 stand er splitterfasernackt im Theaterstück "Equus" auf der Bühne. Später drehte er den Horrorthriller "Die Frau in Schwarz"; verkörperte den Beat-Poeten Allen Ginsberg ("Kill Your Darlings") und im Juli kommt Radcliffe als Mordverdächtiger mit Hörnern ("Horns") ins Kino. Zwischen all diesen bierernsten Projekten hat er im Sommer 2012 seine erste romantische Komödie abgedreht, die mit einiger Verspätung nun auch in die deutschen Kinos kommt. Ein Glück. Denn "The F-Word – Von wegen nur gute Freunde!" zeigt: Daniel Radcliffe sollte öfter mal locker lassen.

Freunde mit dem gewissen Extra

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Zuckersüß und kulleräugig ...

(Foto: imago stock&people)

Wallace (Daniel Radcliffe) ist ein Romantik-Weichei. Weil Kommilitonin Megan (Sarah Gadon) fremdgegangen ist, hat er gleich das Medizinstudium geschmissen. Stattdessen wohnt Wallace nun bei seiner alleinerziehenden Schwester in Toronto und verfasst beruflich Gebrauchsanweisungen. Wofür genau, das interessiert selbst seinen besten Freund Allan (Adam Driver) nicht. Dessen Cousine Chantry (Zoe Kazan) hingegen hat einen klaren Plan: Die zuckersüße Ponyträgerin hat einen hippen Job als Animationskünstlerin und ist seit fünf Jahren mit Anwalt Ben (Rafe Spall) liiert. Der arbeitet als Experte für Internationales Urheberrecht für die Vereinten Nationen.

Als sich Wallace nach einem Jahr Herzschmerz-Einsiedlerdasein erstmals wieder auf eine Party schleppt, trifft er beim verbitterten Sprücheklopfen mit Kühlschrankmagneten auf Chantry. Die beiden Endzwanziger teilen den Hang zu dreckigen Wortgefechten und sind sich auf Anhieb sympathisch, doch Chantry macht umgehend klar: Mehr als Freundschaft ist nicht. Es kommt, wie es zu kommen hat: Wallace und Chantry sind perfekt füreinander, werden beste Freunde und er will irgendwann mehr. Aber selbstverständlich war der Fenstersturz von Nebenbuhler Ben ein totaler Unfall. Irgendwann kann auch Chantry die gegenseitige Anziehungskraft nicht mehr leugnen. Doch ein Spontantrip nach Dublin verändert alles.

Zur Abwechslung mal ohne Trauma

Für Radcliffe war seine Rom-Com-Premiere eine erstaunlich schmerzfreie Erfahrung. "In fast jedem meiner Filme gibt es eine Szene, in der meine Figur zusammenbricht und ihr irgendetwas Schreckliches zustößt. So etwas kommt in 'The F-Word' überhaupt nicht vor", sagte der 25-Jährige über die Regiearbeit Michael Dowse ("Goon – Kein Film für Pussies"). Bleibt zu hoffen, dass der Brite zwischen all den Dramen künftig tatsächlich häufiger mal eine Komödie einstreut. Denn das Genre liegt ihm.

"The F-Word" ist nicht weltbewegend und kein angehender Kultfilm wie das Vorbild "Harry und Sally" (auch hier gibt es übrigens eine zentrale Diner-Szene, in der es allerdings nicht um vorgetäuschte Orgasmen, sondern um den Verdauungstrakt von Elvis Presley geht). Mit witzigen Dialogen und tollen Sidekicks ist die Komödie aber unbedingt sehenswert, nicht zuletzt wegen der Hauptdarsteller. Radcliffe und Zoe Kazan ("Ruby Sparks") sind ein kulleräugiges Charmebolzen-Duo, dem man bis zum Ende gern bei der vorhersehbaren Suche nach Glück zuschaut.

"The F-Word – Von wegen nur gute Freunde!" kommt am 9. April in die deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de