Kino

Judy - eine Klasse für sich Renée - eine Klasse für sich

283987fbb1fe5d17414c26ec005eb2b9.jpg

Diese Rolle ist ihr wie auf den Leib geschrieben: Zellweger beeindruckt mit ihrer Interpretation von Garland in einer ihrer intensivsten Charakterrollen.

(Foto: dpa)

Renée Zellweger ist "Judy"! Mit diesem cineastischen Juwel beginnt das Kinojahr und man fragt sich sogleich: Was soll nach diesem Meisterwerk noch kommen? Für ihre schauspielerische Glanzleistung in der Titelrolle als Judy Garland geht Zellweger bei den Golden Globes zu Recht ins Rennen.

Um es gleich vorwegzunehmen: Diesen Film muss man gesehen haben! Er wird Sie "Somewhere Over The Rainnbow" befördern. Und damit könnte dieser Text auch schon enden. Deswegen an dieser Stelle nur das Nötigste: Renée Zellweger ist wieder da, nach vier Jahren Pause. Nach einigen Irritationen, ihr Aussehen betreffend, und nach einer Zeit, in der sie sich anscheinend nur für diese eine Rolle aufgespart und nichts anderes angenommen hatte. "Renée Zellweger ist wieder da" beschreibt jedoch nicht annähernd, mit welcher Tsunami-ähnlicher Wucht sie wieder da ist. Renée Zellweger spielt Judy Garland nicht einfach nur, sie ist Judy Garland.

*Datenschutz

Zellweger zeichnet das Bild einer Hollywood-Legende, wie man es nur noch selten im Kino sieht. Überhaupt sind Frauen wie Renée und Judy selten geworden. Zellweger dabei zu beobachten, wie sie ihr Gesicht mutig der Kamera entgegenreckt, wie sie zitternd auf der Bühne steht, wie sie liebt und leidet, wie sie den Spagat zwischen liebevoller Mutter und exzentrischem, vom Erfolgsdruck angetriebenen Bühnen-Profi hinbekommt (oder auch nicht), ist einmalig.

Nicht nur spielt die vor allem als "Bridget Jones" bekannt gewordene Oscar-Preisträgerin (2004, "Unterwegs nach Cold Mountain") ihre Judy perfekt - sie singt auch alle Songs selbst. Das verdanken wir Regisseur Rupert Goold, der Zellweger, die sich anfangs sträubte, davon überzeugte: "Ich habe mit Renée besprochen, dass ich nicht nach einer Imitation von Judys unnachahmlicher Stimme Ausschau halte. Sie hat uns alle umgehauen und die Songs zu ihren eigenen gemacht." Dem ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht ein kurzer Umriss der Handlung.

Drama, Baby!

452b59e74a680f48f76e82d08cdfeb19.jpg

"Somewhere Over The Rainbow" ist auch nicht immer alles toll.

(Foto: dpa)

Fünf ausverkaufte Konzertwochen in Swinging London! Die britische Hauptstadt fiebert im Winter 1968 den Auftritten von Showlegende Judy Garland im West-End-Theater "The Talk of the Town" entgegen. Die Premiere des Filmklassikers "Der Zauberer von Oz", durch den Garland weltberühmt wurde, ist bereits 30 Jahre her und ihre Stimme mag ein wenig an Strahlkraft verloren haben - aber auf ihre Gabe für dramatische Inszenierungen kann sie noch immer zählen.

Und auch ihr feiner Sinn für Humor und ihre Herzenswärme zeichnen sie aus wie keine andere - bei den Vorbereitungen der Show, bei Begegnungen mit Freunden und treu ergebenen Fans ebenso wie in den Auseinandersetzungen mit dem Management. Selbst ihr Traum von der einen großen Liebe scheint nach vier Ehen noch immer ungebrochen, und so stürzt sie sich in eine wilde Romanze mit Mickey Deans, ihrem zukünftigen fünften Gatten.

Bereits zum siebenten Mal ist Renée Zellweger von der Hollywood Foreign Press Association für einen Golden Globe nominiert worden - die Verleihung findet bereits am 5. Januar statt. Mit ihrer ergreifenden Interpretation der Show-Ikone Garland gilt Zellweger zudem bereits jetzt als heiße Favoritin für die noch bevorstehenden Oscar-Nominierungen.

"Judy" startete am 2. Januar im Kino.

Quelle: ntv.de