Hörbücher

Großmutter, Tod und Teufel Hörbücher für die Luftmatratze

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Eine gute Geschichte versüßt die freie Zeit.

(Foto: imago stock&people)

Immer mehr Menschen lieben Hörbücher. Man hat so schön die Hände frei und bekommt trotzdem die besten Geschichten. Im Alltag fehlt jedoch meistens die Zeit, einfach in Romane oder Kurzgeschichten einzutauchen. Aber jetzt ist ja Urlaubszeit. Die Tage sind endlos wie das Meer, an dem man sitzt oder die Autofahrten, die einen dorthin bringen. Der perfekte Moment, auf die Play-Taste zu drücken.

"Der Zopf meiner Großmutter"

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Der Zopf meiner Großmutter
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Maxim lebt mit seinen Großeltern in einem Wohnheim für jüdische Einwanderer aus Russland. Nicht, dass seine Familie besonders jüdisch wäre. Aber sie sind aus Russland gekommen, soviel steht fest. Auch, dass sich die Großmutter erhebliche Sorgen um Max macht, ist nicht zu übersehen. Schließlich zählt sie ihm das ausgewählte Essen in den Mund und sitzt täglich hinten in seinem Klassenzimmer. An jedem Geburtstag begrüßt sie ihn mit den Worten: "Oh Wunder, Himmel und mir sei Dank, er hat es wieder geschafft."

Die Dinge werden in "Der Zopf meiner Großmutter" jedoch so richtig kompliziert, als der Großvater ausgerechnet Maxims Klavierlehrerin ein Kind macht und der heranwachsende Junge seine Chance wittert, der tyrannischen Großmutter zu entkommen. Vielleicht ist Bronskys Roman nicht ganz so überzeugend, wie die gefeierten Vorgänger. Das macht die wunderbare Sophie Rois aber mehr als wett. Bronskys feine Ironie, ihr Sprachwitz und ihre Traurigkeit, all das klingt in Rois' einzigartiger Stimme mit.

"Alles was ich dir geben will"

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Alles was ich dir geben will
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In das ländliche Galicien entführt die Spanierin Dolores Redondo in "Alles was ich dir geben will" ihre Zuhörer. Der Schriftsteller Manuel Ortigosa wird in seinem Schreiben gestört, als die Polizei bei ihm klingelt, um ihm mitzuteilen, dass sein Ehemann Álvaro bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Manuel kann die Nachricht kaum fassen, auch weil er Álvaro bei einer Präsentation in Barcelona wähnt. Seit 15 Jahren sind die beiden ein Paar, doch offenbar ist kaum etwas in diesem gemeinsamen Leben so, wie Manuel gedacht hatte, dass es sei.

Völlig unerwartet und traumatisiert von dem Verlust findet sich Manuel der Realität gegenüber, dass Àlvaro einer alten spanischen Adelsfamilie entstammte und nach dem Tod seines Vaters deren Geschäfte führte. Auch die zunächst so schlüssige Vermutung, dass es sich um einen Unfall handelt, wird schnell in Zweifel gezogen. War es ein Mord? Und was hat es mit der Familie Muñiz de Dávila auf sich, in deren Vergangenheit immer neue Verbrechen auftauchen?

Matthias Koeberlin liest jedes einzelne Kapitel, in dem sich eine weitere ungeheuerliche Wahrheit offenbart, unaufgeregt und mit großer Zärtlichkeit für Manuel, der den Mann an seiner Seite neu kennenlernt und gleichzeitig für sich selbst ein neues Leben finden muss. Redondo erhielt für den Roman, der gleichermaßen Krimi wie Familiengeschichte ist, den Premio Planeta, den wichtigsten spanischen Literaturpreis. In ihrer Dankesrede erklärte die 47-Jährige, ihr Roman handle "von Habgier und von Menschen, die sich aus Habgier zusammentun. Aber es ist auch ein Buch über die Suche nach Wahrheit, über Straflosigkeit, über Liebe und vor allem über die Freundschaft zwischen Menschen, die Vorurteile und Hindernisse überwinden."

"So schöne Lügen"

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So schöne Lügen: Ungekürzte Lesung mit Britta Steffenhagen (1 mp3-CD)
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In "So schöne Lügen" von Tara Isabella Burton glitzert New York noch verführerischer als auf jedem Instagram-Account. Dieses Glitzern lockt Louise an, ein Mädchen vom Land. In Lavinia trifft Louise all das, was sie selbst gern wäre und hätte. Durch sie bekommt die junge Frau Zugang zur besten New Yorker Gesellschaft, in der immer irgendwo eine Party gefeiert wird und Alkohol und Drogen niemals zur Neige gehen, gut dokumentiert in den sozialen Netzwerken.  

Die beiden Frauen gehen eine ebenso enge wie giftige Freundschaft miteinander ein, eine Verbindung, deren unterschwellige Spannung von Anfang an zu spüren ist. Louise ist Gesellschafterin, Dienstmagd, Fotografin, Putzfrau und Unterhalterin. Nicht völlig überraschend kommt es zu einem Showdown, nach dem Louise ihre Überlebensfähigkeiten noch einmal auf einem völlig neuen Niveau unter Beweis stellen muss. Die "schönen Lügen" haben sich längst als leere Versprechen erwiesen. Britta Steffenhagen findet für diese Geschichte einen Tonfall, der scheinbar mühelos zwischen naiv und nachdenklich, dann wieder völlig überdreht, zynisch und boshaft wechselt. Am Ende fühlt man sich, als habe man tatsächlich einen Ausflug ins glitzernde New York unternommen und sei dabei irgendwie in einem der raueren Viertel gelandet.

"Ausgezählt"

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Ausgezählt
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"Was hat Moskau mit einem toten Muli im Grand Canyon zu tun?" Das fragt sich FBI-Agentin Pine in David Baldaccis neuem Thriller-Bestseller "Ausgezählt". Die Frage ist berechtigt, denn seit das tote Muli mit einem aufgeschlitzten Bauch und den ins Fell eingeritzten Buchstaben "J" und "K" gefunden wurde, ist es vorbei mit der Ruhe in Pines kleinem FBI-Büro, in dem nur sie und ihre Sekretärin arbeiten.

Pine beginnt nachzuforschen, denn zu dem toten Muli gehört auch eine verschwundene Person, die allerdings unter falschem Namen eine Touri-Tour im Grand Canyon gebucht hatte. Pine stößt in ein Wespennest aus politischen Intrigen und kommt einer Verschwörung auf die Spur, die bis in die höchsten politischen Kreise in Washington führt - mit dem Ziel, einen Krieg mit Nordkorea vom Zaun zu brechen. Dafür wurde in einer Höhle irgendwo im Grand Canyon eine Atombombe deponiert, die aus Nordkorea stammen soll. Pine muss sie finden, denn sonst sterben nicht nur Millionen Menschen, sondern auch sie selbst, denn die Verschwörer sind ihr längst dicht auf den Fersen.

"Ausgezählt" ist ein typischer Baldacci: Eine starke Hauptfigur mit einer Vergangenheit, die für ein eigenes Buch gereicht hätte. Dazu eine Story, wo man als Hörer im ersten Moment denkt: "Geht's noch?". Dann kommt einem aber schnell in den Sinn, dass mit einem US-Präsidenten Donald Trump alles möglich erscheint, selbst mit Russland gemeinsame Sache zu machen, um Nordkorea von der Landkarte zu tilgen. Dass "Ausgezählt" von Dietmar Wunder, der deutschen Synchronstimme von James Bond Daniel Craig gelesen wird, rundet das Thriller-Gesamtpaket ab.

"Suche mich nicht"

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Suche mich nicht: Thriller
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Das Gelassenheits-Gebet besagt: "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." Nein, Simon Green ist nicht religiös, aber als Vermögensverwalter auf Gelassenheit angewiesen. Das zahlt sich aus, als seine Frau Ingrid im Koma liegt: Simon kann das nicht ändern. Zudem ist Simons Tochter Paige, Studentin und neuerdings drogensüchtig, verschwunden. Daran kann Simon etwas ändern - und so macht er sich auf die Suche nach ihr.

Harlan Coben als Bestseller-Autor intelligenter Thriller mit Tiefgang und Detlef Bierstedt, die deutsche Synchronstimme von Hollywood-Star George Clooney, machen "Suche mich nicht" zu einem Hörbuch-Muss. Coben zeigt darin, wie sich das glückliche Leben eines sorgenden Familienvaters und Ehemanns ins Gegenteil umkehren kann. Er schildert eine Story, die jedem passieren kann, die in Mord und Verzweiflung mündet, mit gesellschaftlichen Zuständen in den USA gekonnt spielt - und am Ende doch einen Hoffnungsschimmer für alle Eltern parat hat.

Bierstedts ruhige und dennoch wandelbare Stimme zieht den Hörer dabei in den Plot hinein, hält ihn im Bann der Geschichte und zeigt eindrucksvoll, wie wichtig eine exzellente und unverwechselbare Stimme für ein Hörbuch ist.

Quelle: n-tv.de

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