Musik

Emeli Sandé ist absolut ehrlich "Versuche, nichts Perfektes zu erschaffen"

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Zu Emeli Sandés Markenzeichen gehört ihre markante Frisur.

(Foto: imago stock&people)

Vier Jahre lang war es still um die schottische Soulmusikerin Emeli Sandé. Nun ist sie mit geballten 18 Songs auf ihrer Platte "Long Live The Angels" zurück. Es ist erst das zweite Album der 29-Jährigen. Ihre Texte kennt aber beinahe jeder Musikfan, denn die einstige Medizinstudentin schreibt Songs für Alicia Keys, Katy Perry, Tinie Tempah oder Rihanna. Im Interview mit n-tv.de erzählt sie vom vielleicht besten Moment ihrer Karriere, ihren Vorbildern und warum sie Adele gegenüber skeptisch ist.

n-tv.de: Sie sind nicht nur Sängerin, sondern auch eine erfolgreiche Songwriterin. Was davon macht Ihnen mehr Spaß?

Emeli Sandé: Am liebsten habe ich eine Balance aus beiden. Etwas zu schreiben, erfordert allerdings mehr Leidenschaft. Songwriting mag ich daher besonders, obwohl ich das auch nicht die ganze Zeit tun kann. Irgendwann möchte ich den geschriebenen Song auch vor Menschen singen.

Das neue Album "Long Live The Angels" hat mir von der ersten bis zur letzten Minute gefallen. Es ist ein Mix ganz verschiedener Musikstile. Aber welches Genre ist Ihnen eigentlich am liebsten?

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18 Songs gibt es auf dem neuen Album zu hören.

(Foto: Universal Music)

Ich liebe Soul-Musik, aber auch Hip Hop. Das sind meine beiden Favoriten. Aber eigentlich ist das Genre für mich zweitrangig. Im Vordergrund stehen der Text und die Instrumente, mit denen ich den Song performe. Bei allem anderen kommt es darauf an, was sich gut anfühlt.

Wo sehen Sie Ihre musikalische Heimat?

Als ich jünger war, habe ich viel Soulmusik und Gospel gehört. Meine Heimat sind aber R'n'B und Soul.

Sie haben eine längere Pause gemacht. Zwischen Ihrer ersten und zweiten Platte sind vier Jahre vergangen. Wie fühlt es sich jetzt an, ein neues Album herauszubringen?

Ich bin sehr aufgeregt. In den vergangenen drei Jahren habe ich viele Lieder geschrieben und alle auf meinem Laptop gespeichert. Ich habe mir Zeit genommen und Leute meine Songs hören lassen, um herauszufinden, was sie darüber denken. Ich wollte schauen, wie die Resonanz ist. Aber jetzt kann ich es kaum erwarten, auf der Bühne zu stehen und mein Album zu performen, sodass jeder es hören kann.

Schreiben Sie eigentlich Ihre Songs alle selbst oder holen Sie sich Hilfe?

Ich schreibe den Text selbst, aber natürlich arbeite ich auch mit anderen Musikern zusammen. An meinem neuen Album hat zum Beispiel Philip Leigh mitgewirkt. Wir kommen großartig miteinander aus und haben eine gute musikalische Partnerschaft. Ich genieße es sehr, mit verschiedenen Musikern zu kooperieren. Das bevorzuge ich auf jeden Fall. Einige Klavierparts habe ich aber auch selbst eingespielt.

Woher kommt die Inspiration für Ihre Musik?

Für dieses Album kamen die Songs einfach zu mir. Ich habe sie gefühlt. Aber ich denke auch nicht zu viel darüber nach und versuche nicht, etwas Perfektes zu erschaffen. Es geht mehr um die bloße Emotion. Ich glaube, die Inspiration stammt aus meinem Leben. Es geht um meine Liebe, meine Familie, meine Selbstverwirklichung und wie ich mit allem wachse. Das sind alles echte Erfahrungen.

Ihre erste Singleauskopplung aus "Long Live The Angels" heißt "Hurts". Was bedeutet dieser Titel für Sie?

"Hurts" war ein Meilenstein. Es ist der erste Song, bei dem ich komplett ehrlich bin. Ich singe darüber, wie es sich anfühlt, wenn man alles noch einmal überdenken muss. Es geht darum, mit seinem eigenen Geist ins Gespräch zu kommen und sich nicht darum zu kümmern, was andere denken, sondern sich selbst auszudrücken.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London standen Sie mit ihrem Lied "Abide With Me" auf der Bühne eines gigantischen Stadions. War das der bisher beste Moment Ihrer Karriere?

Es war ein großartiger Moment. Es war absolut phänomenal vor so vielen Leuten zu performen. Ich war sehr aufgeregt, weil meine Eltern auch dort waren. Aber ich hatte eine tolle Zeit.

Sie haben schon mit den ganz großen Namen der Musikbranche zusammengearbeitet - darunter Rihanna, Alicia Keys, Katy Perry oder Tinie Tempah. Wer ist Ihr persönliches musikalisches Vorbild?

Ich bin ein riesiger Fan von Stevie Wonder. Ich habe ihn Anfang des Jahres getroffen und er ist unglaublich. Auch Rihanna finde ich wirklich toll. Sie ist so mutig und so selbstbewusst als Frau. Sie ist eine große Inspiration für mich. Außerdem mag ich Frank Ocean und Alicia Keys. Sie alle beeinflussen mich.

Ihr erster Vorname ist nicht Emeli, sondern Adele. Gibt es denn außer der Namensverwandtschaft eine Verbindung zur Sängerin Adele?

Nein, ich habe sie tatsächlich erst einmal getroffen, aber wir sind nicht näher miteinander bekannt. Vielleicht würde ich gerne einmal mit ihr zusammenarbeiten. Obwohl ich erst sehen muss, was sie für eine Person ist. Für mich müssen die Persönlichkeiten zusammenpassen, wenn man gemeinsam arbeitet. Aber ich würde sie gerne besser kennenlernen.

Mit Emeli Sandé sprach Lisa Schwesig.

"Long Live The Angels" können Sie hier bei iTunes downloaden oder bei Amazon bestellen.

 

Quelle: ntv.de