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Menschen, Bilder, Emotionen Das Leben vor der Haustür

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"2018! Menschen, Bilder, Emotionen"-Gastgeber Günther Jauch.

MG RTL D / Frank Hempel

Der x-te Hit von Mark Forster? Der nahende Business-Abschied von Heino? Nix da! Auf der Suche nach bleibenden Erinnerungen an das Jahr 2018 spielen große Namen keine Rolle.

Das Jahr 2018 biegt auf die Zielgerade ein, und während man in Millionen deutschen Haushalten beim Zurückblicken auf die persönlichen Ereignisse der vergangenen elf Monate zwischen Freud- und Leid-Erinnerungen hin und her pendelt, kramt Günther Jauch im wieder mal prall gefüllten Was-hat-die-Masse-in-diesem-Jahr-besonders-gefesselt-Archiv.

Ingolf Lück "tanzt" den Abend an

Schon vor dem eröffnenden Eins-zwei-Hacke-Tanzauftritt von "Let’s Dance"-Champ Ingolf Lück ist sich der "2018! Menschen, Bilder, Emotionen"-Gastgeber sicher: "Das hier heute Abend ist die aufregendste und wichtigste Sendung des Jahres!“

Den großen Worten folgen in den anschließenden drei Live-Stunden zahlreiche Auftritte diverser TV-, Show- und Sportgrößen des Landes - darunter Sommerhit-Starlet Namika, Hochsprung Europameister Mateusz Przybylko, Haselnuss-Barde Heino, Gute-Laune-Flummi Mark Forster und Kino-Überflieger Florian David Fitz.

Heino im Playback-Modus

So richtig zünden wollen die Auftritte der Format-Zugpferde aber nicht. Weder Heinos Playback-Künste noch das kurzweilige Panflöte-meets-Piano-Duett von Günther Jauch und Ich-kann-auch-auf-dem-Rücken-Klavier-spielen-Tausendsassa Florian David Fitz reißen den Beobachter daheim vom Sofa.

Auch einschläfernde Politik-Fingerzeige von Die-Grünen-Oberhaupt Robert Habeck und Gesundheitsminister Jens Spahn haben nur wenig Prime-Time-Potential – vom nicht enden wollenden Scheidungsdrama zwischen Lilly und „Bobele“ Becker ganz zu schweigen.

Emotionale Melange aus Licht und Schatten

Die einzigen Personen des öffentlichen Lebens, die bei den Augen- und Ohrenzeugen im Studio und vor den heimischen Fernsehgeräten Spuren hinterlassen sind Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel und Daniel Küblböcks Vater Günther. Hier bilden Wut, Trauer, Lebenskraft und unbändiges Durchhaltevermögen eine beeindruckende Melange aus Licht und Schatten.

Nicht minder aufwühlend präsentieren sich die Schicksale, Erfahrungen und Erlebnisse der vermeintlich "kleinen" Gäste des Abends, die sich zwischen dröger High End-Haushaltskost aus dem hiesigen Entertainment-Olymp für einen kurzen, aber bleibenden Moment ins Rampenlicht katapultieren.

Show-Größen werden zu Randfiguren degradiert

Wenn ein 10-jähriges Mädchen den Finger in die klaffende Plastikmüll-Wunde steckt, ein Blinder das "Tor des Monats" schießt, sich zwei Amokfahrt-Überlebende im Krankenhaus das Ja-Wort geben und sich Menschen wie durch ein Wunder aus den Klauen des Sensenmannes befreien, werden erfolgsverwöhnte Headline-Garanten wie Heino und Mark Forster zu Randfiguren degradiert. Und das auch völlig zu Recht.

Die wahren Menschen, Bilder und Emotionen präsentieren sich nicht, oder nur sehr selten auf einem roten Teppich. Sie kommen aus der Nachbarschaft. Nur wenige Meter vor der eigenen Haustür schreibt das Leben die berührendsten Geschichten: mal lassen sie uns das Dasein feiern, mal wünscht man sie zum Teufel. So ist das. Punkt. Deckel drauf. In diesem Sinne: Weitermachen. Durchhalten, wenn nötig. Denn egal, ob Freud oder Leid: Das nächste Jahr kommt bestimmt.  

Quelle: n-tv.de