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"Funkstille" Der Frankfurter "Tatort" im Schnellcheck

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In Funkstille feiert Tessa Mittelstaedt (l.) als Gretchen Fisher "Tatort"-Comeback.

(Foto: HR)

Brix und Janneke sollen den Mord an einem Vlogger aufklären, finden sich aber plötzlich mitten in der Welt von Agenten wieder. Ein Fall, der die beiden lange, den Zuschauer fast durchweg unterfordert. Schade um das schöne Tessa-Comeback.

Das Szenario
Schickes Zimmer, tolles Haus, erfolgreiche Eltern - Emily Fisher (Emilia Bernsdorf) könnte glücklich sein. Einen Freund hat sie auch, doch der segnet auf gewaltsame Weise das Zeitliche. Sebastian (Tobias Schäfer) ist, oder besser, war ein populärer Youtuber. 100.000 Fans folgten ihm auf seinen filmischen Exkursionen in alte Stadtruinen, die sogenannten "Lost Places". Als man ihn an so einem Ort erschlagen auffindet, nehmen Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) nach einem Umweg über den trauernden Vater schließlich die Eltern von Emily ins Visier. Auf den ersten Blick sind Raymond (Kai Scheve) und Gretchen Fisher (Tessa Mittelstaedt) ganz normale, gutsituierte Leute, bei näherem Hinsehen aber ist da irgendetwas nicht so ganz astrein.

Schnell wissen die Zuschauer mehr als die Kommissare. Raymond und Gretchen, beide ursprünglich aus den USA, arbeiten als Agenten, bespitzeln wen und was auch immer, hören ab, belauschen, spionieren aus - und das irgendwie schon immer. Ein besonderes pikantes Detail: Gretchen hatte ein geheimes Techtelmechtel mit dem Ermordeten. Die Spionin und der Blogger - lauert hier womöglich das Mordmotiv? Und falls ja, sollte man dann nicht vielleicht auch Vater Raymond mal in die Zange nehmen? Doch dafür ist es plötzlich zu spät, denn auch den ereilt ein vorzeitiger Tod.

Die eigentliche Botschaft
Die Eulen sind nicht, was sie scheinen. Oder so ähnlich.

Darüber wird in der Mittagspause geredet
Möglicherweise darüber, warum Tessa Mittelstaedt ausgerechnet für so einen Spioninnen-Scherenschnitt zum "Tatort" zurückkehren musste. Was Max und Freddy wohl dazu sagen?

Der Plausibilitätsfaktor
Zugegeben, so richtig wissen das wohl nur die Wenigsten, wie es sich im Doppelleben so lebt. Ob man sich tatsächlich auf Marktplätzen trifft, um Staatsgeheimnisse auszutauschen und Agentinnen ihr Leben wirklich zwischen Putztuch und Pistole fristen, aber ein bisschen eigenständiger und vor allem spannender hätte man diese Spionage-Schnurre schon aufzäumen können.

Die Bewertung
2 von 10 Punkten. Ein Blick in die Abhör-Akte ergibt: Originelle Einfälle Fehlanzeige. "Das Leben der Anderen" möchte seine Kopfhörer zurückhaben.

Quelle: ntv.de