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Leere im Kopf Der Göttingen-"Tatort" im Schnellcheck

Die Kommissarinnen befragen einen Hirnforscher im Ruhestand.

Die Kommissarinnen befragen einen Hirnforscher im Ruhestand.

(Foto: NDR/Manju Sawhney)

Kommissarin Lindholm wird fast von einem scheinbar wahnsinnigen Bundeswehrveteranen umgebracht, Kollegin Schmitz hilft ihr per Rettungsschuss aus der Klemme. Für diesen Möchtegern-Thriller gibt es dagegen keine Rettung.

Das Szenario

Ein scheinbar wahnsinniger Bundeswehrveteran mit "Stimmen im Kopf" bedroht Kommissarin Lindholm (Maria Furtwängler) mit einem Messer, Kollegin Schmitz (Florence Kasumba) bleibt nur noch der finale Rettungsschuss. Als die Göttinger Ermittlerinnen das Haus des Erschossenen durchsuchen, bietet sich ihnen ein grausames Bild: Der Sohn der Familie versteckt sich im Schrank, während die Mutter tot in der Badewanne liegt. Während Schmitz abwiegelt, glaubt Lindholm an eine Verschwörung - zumal auch die beiden Kommissarinnen nun über Stimmen im Kopf klagen.

Lindholm (Maria Furtwängler) probiert den Superhelm aus.

Lindholm (Maria Furtwängler) probiert den Superhelm aus.

(Foto: NDR/Manju Sawhney)

Je tiefer sich Schmitz und Lindholm in den Fall graben, desto klarer wird, dass im beschaulichen Göttingen wirklich etwas Großes und Düsteres im Gange ist - und alles hat irgendwie mit einem futuristischen Superhelm und einem geheimen Bewusstseinskontroll-Programm der Bundeswehr zu tun.

Die eigentliche Botschaft

Trau keiner Regierung, vor allem nicht deiner eigenen.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Die Szene, in der Kommissarin Schmitz einem kleinen Jungen, der sich im Schrank versteckt hat, ein Glas Wasser einschenkt, während im Hintergrund die ermordete Mutter in der Badewanne zu sehen ist. "Wo ist meine Mami?", fragt der Kleine, und nicht nur die Kommissarin muss dabei schlucken.

Der Plausibilitätsfaktor

Irgendwo auf Limbo-Niveau: Zwar gab es im Kalten Krieg tatsächlich ein CIA-Programm zur Bewusstseinskontrolle namens "Operation Artischocke" und auch hypermoderne Soldatensysteme wie der "Infanterist der Zukunft" sind längst keine Science Fiction mehr - aber der Brei, den Drehbuchautor Christian Jeltsch daraus zusammenrührt, ist weder besonders plausibel noch übermäßig genießbar.

Die Bewertung

5 von 10 Punkten. "Krieg im Kopf" ist ein Möchtegern-Thriller amerikanischer Machart, der sich um mehrere Kategorien verhoben hat.


Quelle: ntv.de