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Abschied aus Luzern Der Schweizer "Tatort" im Schnellcheck

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Es sollte eine Feier werden und endet im Feuer: Reto Flückinger muss an Bord ermitteln.

(Foto: ARD/ SRF, Daniel Winkler)

Ein Öko-Kellner auf Kollisionskurs, ein Kommissar auf Abwegen, viel Rauch, wenig Spannung, am Schluss lassen es Flückiger und Ritschard bei einem Segeltörn ausklingen - zumindest ein kleines Happy-End für die wenig erfolgsverwöhnten Schweizer.

Das Szenario

Gern ist er nicht mitgekommen, der gute Reto Flückiger (Stefan Gubser), aber was tut man nicht alles für die Liebste. Und Eveline Gasser (Brigitte Beyeler) ist nun mal nicht bei irgendwem eingeladen, sondern zum Geburtstag des einflussreichen Wirtschaftsmagnaten Planker (Andrea Zogg) - und da heißt es anständig benehmen und repräsentieren. Entsprechend gediegen ist der Ort des Dinners, bei dem sich Luzerns Elite aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ein Stelldichein gib. Die Schampus-Sause findet an Bord eines Raddampfers auf dem Vierwaldstätter See statt.

Doch dann wird die Abendveranstaltung aufregender, als Flückiger sich das wohl gewünscht hätte. Als ihm dämmert, dass hier irgendetwas nicht stimmt, nimmt das Unheil bereits seinen Lauf. Blitze zucken, überall ist Rauch. Flückiger kann gerade noch Schlimmeres verhindern und befreit die Geburtstagsgesellschaft aus dem Partysaal. Für zwei Männer kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Der Kapitän stirbt noch an Bord, die Leiche von Bernhard Ineichen (Martin Hug) wird wenig später an einer Wasserschleuse gefunden. Der ungebetene Gast war nach einer Pöbelattacke spurlos verschwunden. Die Spur führt zum Umwelt-Aktivisten Christian Streuli (Aaron Hitz), Kampfname Nero.

Die eigentliche Botschaft

Ach naja, was soll man da sagen. Ein Sammelsurium an Pauschalitäten: Wirtschaftstypen haben immer Dreck am Stecken. Journalistinnen wollen doch nur poppen. Ökos haben eine Meise unterm Pony. Und ohne Dienstmarke prügelt es sich einfach schöner.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Vielleicht über die Hoffnung, dass im nächsten Jahr, wenn Carol Schuler und Anna Pieri Zuercher die Ermittlungen in Zürich übernehmen, die Sache mit der Synchronisation endlich mal ein wenig befriedigender gelöst wird.

Der Plausibilitätsfaktor

Wie so oft: siehe Botschaft. Copy & Paste tut es da ein weiteres Mal. Auch dass Flückiger, selbst wenn man mit Blick auf seine Abschiedsvorstellung anderthalb Augen zudrückt, plötzlich zum Actionhelden jenseits der Legalität wird, erscheint auf den letzten Metern weitgehend fragwürdig.

Die Bewertung

3 von 10 Punkten. Plakative Dialoge, Klischees in Reihe, nur das Benzin und die stimmungsvolle Schlussszene zünden.

Quelle: n-tv.de