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"Promi Big Brother" - Tag 19 Emmy und "die Leandertaler"

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Emmy.

(Foto: Sat1)

Ikke, Werner und Simone schmieden eine Allianz gegen Emmy und Katy genießt schon wieder Nominierungsschutz. An Tag 19 erfahren wir endlich, was der Begriff Genosse bedeutet: Genossen sind welche, "die einander genießen". Verraten Sie das bloß nicht Ihren "Artgenossen"!

Ohgottohgott, was ist denn an Tag 19 los? Süße Fabelwesen, denen wir imaginär schon die Krone aufgesetzt haben, katapultieren sich auf den letzten Metern plötzlich ins Abseits. Feiste Lästereien gegen Emmy. Das Ganze ist so hitzig - wir müssen jetzt mal gucken, dass wir das ordentlich auseinanderklamüsert bekommen. Ja, die Blondine reduziert sich auf ihre Reize, ja, sie nervt bisweilen schwer mit ihrer Emmy-Show, aber ganz plötzlich ist ihr Verhalten vor allem Werner und Ikke ein Dorn, wenn nicht gar ein Balken, im Auge. "Sie posiert nur. (…) Es sind hinter ihren Stofffetzen keine anderen Werte erkennbar", moniert Werner. Und Madame Mecky-Ballack meckert über Emmys absichtlich falsch herum getragenes Kleid, "damit die Titten noch mehr raushängen".

Sich über Emmys Optik und ihre Art empören: Kann man machen. Aber es zeugt von wenig Aufrichtigkeit, wenn man ihr auf der anderen Seite mitteilt, was für "ein tolles Mädchen" sie doch sei. Apropos Mädchen: Simone, die emotional freidreht, wenn man sie "Madame" nennt, weigert sich, sich "über ein Kind aufzuregen". Ikke aber schießt in der Lästerattacke den Vogel ab. Ausgerechnet der, der am Ballermann über "dicke Titten" (…) und "Liebficken" grölt sowie Textzeilen wie "Leck die Tussi, (...) ich hab Angst, die Dame schmeckt nach Sushi (...)" ins sturzbesoffene Malle-Publikum tremoliert, mimt den Moralapostel. Wenn seine Kinder wie Emmy wären, so der Partysänger, würde er sich "nen Kopfschuss" geben. Er belehrt "das Kind" über ihren fehlenden Anstand und pudelt sich gleichzeitig über ihre "billige Inszenierung" auf - all das natürlich, nachdem er ihr zwei Wochen lang nicht nur einmal in den Ohren gelegen hatte, "Vatergefühle" für sie zu hegen. Er selbst hatte ihr zwar seine Kritik mehrfach persönlich bekundet, aber jetzt greift er von hinten an.

"Nicht die hellste Röhre im Solarium"

Sie ist aber auch ein Beppi, unsere Emmy, oder um es mit Aarons Worten zu sagen: "nicht die hellste Röhre im Solarium". Der kluge, gelbe Wellensittich, zu diesem Zeitpunkt noch im Schloss weilend, gibt "dem faulen Kind, das nur mit seinen Reizen spielt" Nachhilfestunden in Allgemeinbildung. Seit wann gibt es eigentlich Menschen? Waren die "Leandertaler" eigentlich vor Jesus am Start oder später? Und, Momentchen, Tschernobyl 1986: Was ist damit noch gleich gemeint? Ah, ja, genau, "diese Handystrahlen!" Wie frohgemut uns doch gleich um unser Trash-Herz wird, weil wir Emmy haben. Denn dank ihr wissen wir jetzt endlich, was Artgenossen sind: "Eine Art ist eine Art, das sind keine Menschen mehr. Und Genossen - ja, die genießen einander."

Wie es sich für einen Hofstaat schickt, werden selbstverständlich auch Ritterturniere ausgerichtet. Die Ältesten (Werner und Kathy) bilden zwei Teams. Simone und Ikke müssen sich, hoch zu Rosse im Lanzenstechen beweisen. Aber die armen Ritter reißen nix und so entscheidet eine Wissensfrage über Sieg und Niederlage. Ikke heimst die Lorbeeren für König Werner ein. Doch was macht die graue Eminenz mit dem Gewinn (Grüne Karte / Nominierungsschutz)? Überreicht sie Katy Bähm. Es ist nicht zu fassen! Das Fernseh-Volk geht auf die Barrikaden. Werner, was hast du getan? Sturm der Märchenwald-Bastille!

Was sonst noch geschah:

Wieder eine offene Nominierung. Werner, Ikke, Simone und Betonmischa wollen Emmy aus dem Haus haben. Simone weint, Emmy weint auch ein bisschen und der Senior meint dennoch, den größten "Respekt" vor der Frau zu haben, die sich selbst auf ihre Körperlichkeit reduziert. Am Ende landen Ramin, Emmy und Simone auf der Exit-Liste und der Coach, dessen ganz persönliche Challenge es war, bei diesem "Projekt nicht auszuflippen", muss das Märchenland schließlich verlassen.

Das ist in der Tat fast ein wenig schade, hatte er doch kurz zuvor noch mit Katy ein Gespräch geführt, durch das er dem Zuschauer nahbarer wurde: "Prügel in der Schule, weil er keinen deutschen Namen trägt, Mobbing, Arbeitslosigkeit ..." Der Mann, der stets sehr kontrolliert wirkt, wird in diesem Moment zum Sympathieträger. Der Plausch zeigte aber auch wieder, wie voreingenommen wir sind. Denn wegen seiner reservierten Art, dachte Katy über Ramin: "Ich war der Meinung, du bist so männlich, du bist minimal homophob."

Der Haussegen im Märchenland hängt am nunmehr neunzehnten Tage nicht nur schief; man hat ein bisschen Angst, sie könnten sich auf den letzten Metern doch noch zerfleischen, diese "Leandertaler".

Quelle: ntv.de