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WWM-Fluch im Promi-Special Engelke scheitert bei Jauch brutal an Excel

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Frohnatur Anke Engelke erlebt den "WWM-Fluch".

(Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius)

So brutal ist noch nie ein Promi bei "Wer wird Millionär?" abgestürzt. Der WWM-Fluch hat bei Anke Engelke zugeschlagen. Sie kracht "mithilfe" von Leon Windscheid auf 500 Euro runter. Excel oder Sonnensystem: Da kann es nur Verlierer geben.

Bei "Wer wird Millionär?" ist bis zum bitteren Ende der Wurm drin. Seit das Studiopublikum wegen der Abstandsregeln draußen bleiben muss, ist in jeder Sendung mindestens ein Kandidat auf 500 Euro abgestürzt. Vor der langen Sommerpause sollte das 40. Promi-Special am Pfingstmontag einen versöhnlichen Schlussstrich ziehen. Schließlich wird hier für einen guten Zweck gespielt. Alles lief einigermaßen gut. Doch ausgerechnet bei der letzten Kandidatin Anke Engelke zeigte sich der WWM-Fluch noch mal in voller Schönheit. Millionärsjoker Leon Windscheid leistete Schützenhilfe und statt 125.000 Euro gab es wieder nur 500 Euro. Das passte irgendwie zur Sendung.

Das schlimme Ende hatte sich angekündigt. Vielleicht fühlte sich Engelkes Absturz deshalb so verheerend an. "Die Höhle der Löwen"-Investorin Judith Williams war beim Promi-Special im November 2018 zwar sogar bei der 500.000-Euro-Frage gescheitert und bislang Negativ-Rekordhalterin dieser Sonderausgaben. Aber ihr Absturz wirkte weniger schmerzhaft als das enttäuschende Ergebnis für Engelke.

Sie und Vorgängerin Ilka Bessin waren zugleich wahnsinnig nervös und hilflos (Bessin: "Ich trau mich das nicht", Engelke: "Ich bin so verunsichert"), träumten allerdings hartnäckig vom Joker-Aufheben für den ganz großen Gewinn. Jauch ließ seine Kandidatinnen in der über dreieinhalbstündigen Sondersendung endlos lamentieren und sprach erst in den letzten Sendeminuten ein Machtwort: "Ihr sagt immer hin und her und dann guck ich komisch. Ich mach das, was ihr sagt." Leider entschied sich Engelke bei der 125.000-Euro-Frage für die falsche von zwei Antworten.

"Verstehe nicht, wie man mich anrufen kann"

Gefragt wurde: "Was kann nicht über XFD1048575 hinausgehen?" Zwei mögliche Antworten (die Zahl Pi und die Intelligenz eines Menschen), schloss Engelke sofort aus. Blieben A: Unser Sonnensystem oder B: eine Excel-Tabelle. Die Komikerin zog den Millionärsjoker, konnte sich aber nicht mal zwischen Windscheid und Ronald Tenholte entscheiden. Windscheid preschte vor. Der Ex-Gewinner behauptete zwar: "Ich mache ganz viel mit Excel", plädierte dennoch für das Sonnensystem. Engelkes Telefonjoker war entrüstet ("Ich verstehe nicht, wie man mich anrufen kann"), tippte aber auf die korrekte Antwort Excel.

Die Kandidatin hielt sich leider an Windscheids Rat. "Dann muss ich halt wiederkommen", meinte Engelke, die bereits zum siebten Mal im Promi-Special zu Gast war. Fast klang es wie eine Drohung. Allerdings ist Engelke dieses Mal eindeutig unter ihren Möglichkeiten geblieben. Die Schauspielerin hat beim letzten Auftritt 500.000 Euro erspielt. Vorgängerin Bessin alias Cindy aus Marzahn holte ebenfalls schon mal die halbe Million für einen guten Zweck. Dieses Mal war sie mit 32.000 Euro aber noch gut bedient.

Bessin scheiterte (wie ihr Begleiterjoker Oliver Pocher) an der Schreibweise von Rollator und Rollladen und hatte Probleme, von einem Preis 25 Prozent abzuziehen. Irgendwann hievten fast alle Anwesenden die Kandidatin bei der Rechenfrage über die Ziellinie. "Damit ist die Gruppendiskussion offiziell abgeschlossen", meinte Jauch. "Ich entschuldige mich bei allen Zuschauern", sagte Bessin.

Baum grummelt und beeindruckt

Die von Runde zu Runde abnehmenden Gewinnsummen waren symptomatisch für den Verlauf des Jubiläum-Promi-Specials. Henning Baum schaffte es als erster der prominenten Kandidaten auf den heißen Stuhl. Der Schauspieler wirkte fast grummelig, beeindruckte aber von Runde zu Runde mehr – erst mit Ruhe und Souveränität, dann mit interessanten Anekdoten und klugen Antworten. Er erspielte 125.000 Euro. TV-Koch Horst Lichter kam immerhin auf 64.000 Euro, einmal aber auch Jauch ein wenig zu nahe. Die Kandidaten waren auf ihren Sitzen durch Glasscheiben voneinander getrennt. Dann aber demonstrierten Jauch und Lichter durch ein schwer beschreibbares Boden-Ballett, wie die Uhrzeiger zu verschiedenen Uhrzeiten zueinander stehen. Gefragt war, wann die Zeiger einen 45-Grad-Winkel bilden. Antwort: 16.30 Uhr.

Baum stopfte mit seinem Gewinn die Finanzierungslücke beim Essener Verein Menschenmögliches, der die Angehörigen von Krebspatienten betreut. Lichters Gewinn geht an die Stiftung Lichterzellen (die Namensgleichheit ist Zufall), die Patienten der seltenen Blutkrankheiten PNH und Aplastische Anämie (AA) unterstützt. Bessin spielte für den Berliner Verein Straßenkinder. Engelke trat für das Medikamentenhilfswerk Action Medeor an. Jauch appellierte angesichts des mageren Gewinns an die Zuschauer: "Vielleicht können Sie auch ein bisschen ausgleichen."

Der Moderator verabschiedete sich mit dem Promi-Special in die lange Sommerpause. Anfang September kehrt WWM mit neuen Folgen zurück. An den nächsten vier Montagen sorgt der Sender dann doch noch in gewisser Weise für ein Happy End der aktuellen Staffel. RTL wiederholt um jeweils 20.15 Uhr die Sendungen der vergangenen vier regulären Sieger: Tenholte (8. Juni), Windscheid (15. Juni), Sebastian Langrock (22. Juni) und Ralf Schnoor (29. Juni).

Quelle: ntv.de