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"Let's Dance" in Krisenzeiten Luca Hänni heimst die ersten 30 Punkte ein

Ilka tanzt, als würde sie durch einen Kurpark spazieren, Ulrike appelliert an uns, das Leben zu tanzen und eine, die es nicht verdient hat, muss die Show verlassen. Ein bisschen "Zerstreuung" in Zeiten von Corona. So war "Let's Dance".

Es ist die vierte Show und die zweite in Zeiten von Corona. Ein bisschen "Zerstreuung" möchte man in diesen schweren Tagen bieten und das fällt angesichts der aktuellen Lage wirklich schwer. Noch vor einer Woche durften zumindest Familie und Freunde im Publikum sitzen, jetzt sind die Studiositze verwaist. Man merkt allen Teilnehmern die Anspannung an. "Let's Dance" an diesem Freitag, das ist auch ein Stück weit der Versuch, die Herzen zu weiten und nicht zu verzagen.

Vieles ist aus Gründen der Vorsicht anders: Die Juroren sitzen weit auseinander und die Tanzpaare haben großzügig verteilt auf den Publikumsrängen Platz genommen - "verstreut in alle Himmelsrichtungen". Auch Daniel und Victoria moderieren mit Abstand. Man muss sich bemühen, wirklich abzuschalten, und tatsächlich gelingt das auch, etwa, wenn Luca Hänni und Christina Luft einen sehr leidenschaftlichen Contemporary tanzen und hinterher satte 30 Punkte für ihren intimen Barfußtanz einheimsen. Übrigens auch "die ersten zehn in dieser Staffel" vom Chef-Juror.

"Jetzt erstmal die Klappe halten"

Auch Tijan Njie liefert an der Seite von Frau Menzinger einen feinen Wiener Walzer ab, obschon er sich zuvor beim Training an der Schulter verletzt hatte und die Profitänzerin bangte, dies könne sogar das Aus für den Schauspieler bedeuten. Aber Tijan gibt alles und tanzt mit viel Gefühl, kassiert aber für seine emotionale Performance von Llambi gerade einmal sechs Punkte. (Zum Vergleich: Die anderen beiden Juroren haben 9 Punkte gegeben). Das ist hart, vielleicht auch, wie es viele Zuschauer empfinden, "eine Frechheit".

Wichtig sei beim Tanzen, so Christian Polanc zu Laura Müller, die "jetzt erstmal die Klappe halten" soll, dass man "keine Angst haben darf, loszulassen". Die hat sie dann auch nicht und zeigt einen sehr schönen, "unterhaltsamen" Charleston, für den sie von der Fach-Jury durchweg gute Noten bekommt. Genauso wie Lili Paul-Roncalli, die Artistin mit den "schönen Beinen". Echt super, was die Lili für einen "mörderischen Blick" draufhat. Und wenn sie ein Gewürz wäre, dann auf jeden Fall kein "Basilikum", sondern "Chili". So tanzt Chili-Lili einen schönen Cha-Cha-Cha, und obschon Motsi sehr schöne "Leg-Action" wahrnimmt, fehlen ihr die "Basic-Grundschritte".

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Ilka Bessin spaziert durch den Kurpark

Die Basics wiederum hat dafür Ilka ganz gut drauf. Diese Woche steht ein Paso Doble auf dem Programm, ausgerechnet jener Tanz, den sie ihr Leben lang nie tanzen wollte. Und dann auch noch zu einem Song von "The Rolling Stones"! Ja, der Paso ist ein Marsch, und auch wenn die Emotion deutlich da ist, will Llambi, der alte Grantler, partout keine "Satisfaction" verspüren. Vielleicht auch, weil Ilkas Performance ihn mehr an einen Spaziergang durch den Kurpark erinnert - wo sie jedenfalls definitiv nicht auf John Kelly getroffen ist. Der fehlt an diesem Freitag nämlich aus familiären Gründen.

Eine Lücke, die für Isabel Edvardsson und ihren Mann kurzfristig frei geworden ist. Das ist schon eine andere Nummer, wenn man an der Seite der schönen Tänzerin plötzlich keinen Aílton sieht, sondern einen ebensolchen Profi wie sie selbst einer ist. Profi durch und durch ist auch Sükrü Pehlivan - aber nicht im Tanzen! Sein Jive war "nix". Die Jury hätte vor allem mehr "Energie erwartet". Und so sieht Sükrüs Tanz nicht aus wie ein Jive, sondern wie "Dosenwerfen auf der Kirmes".

Tanzen, glauben viele, könne man einfach so lernen. Aber vielleicht sollte man auch akzeptieren, dass diese Leidenschaft nicht jedem gegeben ist. Ilka ist wirklich eine unheimlich starke Frau mit viel Humor und Feuer, aber gegen eine Maite Kelly, die sich anfangs auch scheute, loszulassen und dann "abging wie ein Zäpfchen", um es im Llambi-Sprech zu sagen, kommt sie nicht an. Auch Loiza gibt nach wie vor ihr Bestes, dieses Mal bei einer Rumba. Aber der Jury entgeht nicht, dass sie im Grunde "sehr mit sich selbst beschäftigt war." So reicht es am Ende nicht für sie aus, um weiterzukommen. Die Niederländerin muss die Show verlassen.

Was sonst noch geschah:

Llambi will dem hoppelnden Dosenwerfer Sükrü gern null Punkte geben, aber das ist gegen die Regeln. Ulrike tanzt eine fröhliche Samba und schüttelt anschließend ein bisschen die Hüften gemeinsam mit Jorge, der extra auf die Bühne kommt und an diesem Abend übrigens aussieht, wie ein Edel-Cyber-Punk. Die RTL-Moderatorin sagt, sie habe hart trainiert und natürlich sei niemandem entgangen, was gerade überall auf der Welt und hier bei uns passiert, aber wie sagte Nietzsche einst: "Man muss das Leben tanzen". Eine schöne Botschaft, die sich auch Moritz Hans und seine Renata zu Herzen nehmen. Wow, was für eine Rumba! "Sex pur". Jorge lobt die Hüftbewegungen, Motsi das tolle Fuß-Timing. Für Llambi hat er zwar ein wenig zu viel im Hohlkreuz gestanden, aber - geschenkt!

Am Ende dieser Show steht ein Boys vs. Girls-Battle an. Schwanensee trifft auf Michael Jackson. Wegen der aktuellen Pandemie kann das Tanzduell nicht live gezeigt werden. Wir sehen Bilder vom Training. Man muss nicht groß raten, welche Gruppe hier wohl den Kürzeren gezogen hat. Ob es in der kommenden Woche weitergeht? RTL versucht alles. Es sind wirre Zeiten, die uns in einer rasanten Schnelligkeit vor Augen geführt haben, wie kostbar das Leben ist. Wir sind jetzt zu Hause: Tanzen wir ruhig ein bisschen mehr und bleiben gesund!

Hinweis: Die RTL-Tanzshow "Let's Dance" läuft im Stream bei TVNOW.

Quelle: ntv.de