TV

Wiener Fitness-"Tatort" Mord in der Pumperhölle

16_Tatort_Pumpen.jpg

Ganz schön aufgeblasen: Wiener Pumper.

(Foto: ARD Degeto/ORF/Allegro Film/Hube)

Die Lieblingskrimiserie der Deutschen kommt mit einem Fall aus Österreich aus der überlangen Sommerpause zurück - und befasst sich mit einer Bande mordsgefährlicher Eisenbieger. Ob der Einstand gelungen ist, lesen Sie hier.

Wer volle Power geben will, sollte sich zuerst mal ordentlich aufwärmen. Das ist im Sport so, beim "Tatort" ist es anscheinend nicht anders: Jedenfalls würde das erklären, warum sich die Lieblingskrimiserie im deutschsprachigen Raum nach rekordverdächtigen drei Monaten Sommerpause so schwer damit tut, zurück in die Spur zu finden. Tut sie nämlich, und das, obwohl der Auftakt für die "Tatort"-Saison 2020/21 größtenteils in einem Fitnessstudio stattfindet.

6_Tatort_Pumpen.jpg

Treffen im Studio auf einen alten Kollegen: Eisner (Harald Krassnitzer, Mitte) und Fellner (Adele Neuhauser, r.)

(Foto: ARD Degeto/ORF/Allegro Film/Hube)

Aber zurück auf Anfang: Die Wiener Kommissare Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) ermitteln im Fall eines vom Zug überrollten Mannes. Zuerst vermuten die Ermittler beim Anblick der sauber in der Mitte zerteilten Leiche Selbstmord, müssen die These aber schnell wieder verwerfen. Dass die Ermittlungen in die Fitnessbranche führen, lässt zu dem Zeitpunkt schon der gestählte Körper des Toten vermuten.

Anabolikamissbrauch?

Eisner und Fellner suchen nach dem Heimatstudio des James-Bond-Fans, der genau wie sein Vorbild Aston Martin fährt. "Schon komisch, wenn man so auf Autos steht und vom Zug überrollt wird", lautet Fellners lakonischer Kommentar dazu. Wie der Arbeitslose an so ein Luxusauto kam, fragen sich die Ermittler. Und kommen zum einzig möglichen Schluss: Doping.

Mehr zum Thema

Ein Krimi im Pumper-Milieu, da kann es ja quasi nur um Anabolikamissbrauch gehen. Tut es zwar irgendwie auch, trotzdem widersteht "Pumpen" der Versuchung, den Dopingmittelmissbrauch zum zentralen Element des Films zu erheben. Stattdessen erweitern die Macher die Handlung um Sozialbetrug: "Die verklopfen auch gestohlene E-Cards", stellt Eisner irgendwann fest - gemeint ist damit die österreichische Version der Krankenversichertenkarte.

Der Wiener "Tatort" widersteht der Verlockung, sich das Storyleben durch Steroide zu erleichtern - eine starke Entscheidung. Leider eine der wenigen starken Entscheidungen, der eigentliche Plot gerät dann nämlich zu wirr, um wirklich fesseln zu können. Und auch der Twist am Ende wäre spannender, wenn er einfach nur ein bisschen plausibler erzählt wäre. So aber ist der erste Fall der Jubiläumssaison (50 Jahre "Tatort"!) das Äquivalent zur Aufwärmphase im Sport: nicht besonders spannend, aber wahrscheinlich notwendig, wenn man wirklich etwas leisten möchte.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen