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Sing meinen Song - Runde fünf Seliger denn je

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Dieses Mal im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens: Selig-Frontmann Jan Plewka und seine Songs.

(Foto: TVNOW / Markus Hertrich)

Ganz viel Sex, reichlich Drogen und noch mehr Rock'n'Roll: Im schönen Südafrika lädt Business-Großmeister Jan Plewka zur großen Storytelling-Sause. Da machen alle Anwesenden große Augen.

Ein Abend mit Jan Plewka ist ein Abend voller Herzblut, Leidenschaft und Magie. Wie kein Zweiter auf der diesjährigen "Tauschkonzert"-Couch blickt der Selig-Frontmann auf eine Karriere zurück, die geprägt vom Sex-Drugs-And-Rock-And-Roll-Lifestyle, so ziemlich alles mit im Gepäck hat, was das der große Rockstar-Zirkus so zu bieten hat. Und so klebt der Zuschauer in Folge fünf auch eher an den Lippen des kauzigen Meisters als an den Lippen seiner Schüler, die, mal abgesehen von Michael Patrick Kelly und Ilse DeLange, in puncto Business-Erfahrung allesamt noch ziemlich grün hinter den Ohren sind.

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Für Plewka war es ein großartiger Abend.

(Foto: TVNOW / Markus Hertrich)

Natürlich halten die jungen Damen und Herren permanent dagegen. Man will dem alten Mann mit den weisen Worten natürlich zeigen, dass man ebenso das Zeug für den Branchen-Olymp hat. Schlussendlich sind es aber Ilse und Michael Patrick, die mit kantigem Melissa-Etheridge-Rock ("Ist es wichtig") und einem spektakulären Pearl-Jam-Ritt ("Feuer und Wasser") noch am ehesten musikalische Großspuren hinterlassen. Die Huldigungen der "Greenhorns" hingegen werden an diesem Abend ungewollt zu Soundstatisten degradiert.

Spektakel-Pop und balladeske Klavierläufe

Weder Leas überdramatisierter Spektakel-Pop-Ausflug ("Ohne Dich") und balladeske Klavierläufe aus dem Hause Santos ("Wir werden uns wiedersehen") noch MoTrips Versuch, in die Welt der Pop-Hymnen vorzustoßen ("Von Ewigkeit zu Ewigkeit") und giesingersche Old-Time-Music-meets-Pop-Ausflüge ("Alles auf einmal") begegnen dem Storytelling-Zauber eines Jan Plewka auch nur ansatzweise auf Augenhöhe.

Zur Verteidigung der Jungspunde muss man allerdings festhalten: Einer wie Jan Plewka hat es aber auch einfach drauf. Wenn der von einem Achterbahnleben gezeichnete Sänger, Schauspieler und Songwriter erst einmal anfängt in der eigenen Archivschublade zu buddeln, dann rückt alles andere ganz automatisch in den Hintergrund.

Keine Regeln, keine Gesetze

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Lea interpretierte Seligs größten Hit "Ohne dich".

(Foto: TVNOW / Markus Hertrich)

Mimisch und gestisch zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt pendelnd, erzählt Jan Plewka von einem Leben "ohne Regeln und Gesetze". Nahezu von allen gesellschaftlichen Fesseln befreit lebt und liebt Jan Plewka in der Selig-Glanzzeit Mitte der Neunziger das Rockstar-Dasein. In den Backstagebereichen der größten Arenen des Landes gibt es Drogen, Geld und willige Frauen im Überfluss. Mit zunehmender Erzähldauer werden die Augen von Max, Lea und Mo immer größer.

Auch die Schattenseiten des Ruhms werden so intensiv und spannend verpackt wie das letzte Kapitel eines Fitzek-Romans. Und Jan Plewka hat so einige Täler durchschritten. Ein Entzugsjahr im schwedischen Nirgendwo, lange Phasen des Mitleids und nicht enden wollende Schlachten mit inneren Dämonen, sowie bandinterne Hass-Liebe-Dramen deluxe: Wenn einer weiß, wie es sich anfühlt, wenn einem das Leben auf der Überholspur ans Bein pinkelt, dann ist es Jan Plewka.

"Es war großartig!"

Nach viel Roadtrip-Poesie, unzähligen Anekdoten aus dem Rampenlicht-Universum und jeder Menge solider Hintergrundmusik steht nicht nur dem Hauptprotagonisten des Abends die Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben. Auch die anwesende "Anhängerschaft" ist beseelt und rundum glücklich. War's ein seliger Abend, lieber Jan? Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: "Es war großartig. Ich werde Mutter und Vater vergessen, aber nicht diesen Abend!", schallt es in die südafrikanische Nacht hinaus. Dem einen oder anderen Augen- und Ohrenzeugen geht es wahrscheinlich ganz genauso.

"Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" läuft immer dienstags um 20.15 Uhr bei Vox und ist auch bei TVNOW abrufbar.

Quelle: ntv.de