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Zweite Chance als Joker Studentin misstraut Zocker-Pechvogel Pigerl

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Niklas Bayer war letzte Woche beim Zocker-Spezial aus großer Höhe abgestürzt. Heute hatte er als Telefonjoker den richtigen Riecher.

(Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Janos Pigerl traut sich erneut bei "Wer wird Millionär?". Nach dem Absturz von 750.000 Euro bietet er sich als Joker an. Studentin Joana Günther aber traut ihm nicht. Das kostet sie viel Geld.

"Ich wusste ja leider, wie es ausgeht" - die vielen Glückwünsche vor der Ausstrahlung seines Auftritts bei "Wer wird Millionär" lösten bei Janos Pigerl zwiespältige Gefühle aus. Ähnlich ging es ihm vermutlich bei seinem Comeback. Der Psychologiestudent war im Zocker-Special bei der Frage für 750.000 Euro auf tausend Euro abgestürzt. Genau eine Woche später traute er sich erneut ins Studio, dieses Mal als Kandidatenjoker. Und Pigerl bewies, warum er auf dem heißen Stuhl so weit gekommen war. Der Kölner bot sich trotz vermutlich flatternder Nerven als Zusatzjoker an. Kandidatin Joana Günther fehlte zwar das Urvertrauen. Pigerl konnte es aber egal sein. Er erhöhte seine WWM-Bilanz um 50 Prozent.

Der Kandidat hatte sein Schicksal vor den Kameras mit Fassung getragen. Anschließend habe er sich aber schon Vorwürfe gemacht, sagte er Günther Jauch. Nicht etwa, weil ihn die Gier ins Verderben getrieben habe, erläuterte Pigerl hinter den Kulissen. Er sei während der Jagd auf die zwei Millionen Euro aber leider mit Scheuklappen unterwegs gewesen, anstatt tief durchzuatmen und sich zu sagen: "Bisher lief's so gut, nimmt dir nochmal Zeit."

Janos Pigerls Reaktion auf WWM-Absturz

Die Reaktionen von Zuschauern und Bekannten waren ihm da ein kleiner Trost. Viele Menschen waren offenbar "sehr bedrückt und es tat ihnen sehr leid", sagte Pigerl im RTL-Interview. "Kann ich mir jetzt im wahrsten Sinne des Wortes nichts von kaufen, aber es hat auf jeden Fall ein gutes Gefühl gegeben, wenn man offenbar nicht komplett unsympathisch rüberkam."

Der Kölner hatte sich am Montagabend als Zusatz-Joker bei der 250.000 Frage angeboten. "Auf dem Niveau kenne ich mich eigentlich ganz gut aus", sprach er auch sich Mut zu. "Geben wir ihm mal eine Chance", meinte Jurastudentin Günther. Aber ihr war anzusehen, dass sie vielleicht lieber einen anderen der Ex-Kandidaten als Joker gewählt hätte. Die Bonnerin benötigte Hilfe bei der Frage, welche Band bislang aus formalen Gründen nicht in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen werden konnte: Red Hot Chili Peppers, Metallica, U2 oder Coldplay.

Pigerl wusste die Antwort nicht, versuchte es aber mit Logik. Er tippte darauf, dass Coldplay als jüngste der Bands aus Altersgründen noch nicht in die Ruhmeshalle hat einziehen dürfen. Die angehende Juristin war nicht überzeugt. Sie nahm noch den 50:50-Joker, Metallica und Coldplay blieben übrig. Die Situation erinnerte Jauch an Pigerls Absturz. "Hatten wir doch schon mal, dass ein 50:50-Joker da war", meinte der Moderator mit Blick auf seinen ehemaligen Kandidaten. Der hatte sich bei einer Olympia-Frage für die falsche von zwei verbliebenen Antworten entschieden.

Studentin zockt lieber nicht

Sein Schicksal galt allen Nachfolgern in den Zocker-Special-Wochen als Warnung, es mit dem Motto der Sonderausgaben nicht zu genau zu nehmen. "Vielleicht lasse ich es dann", meinte auch Günther. "Ich würde eigentlich D (Coldplay) nehmen, aber ich habe ein bisschen Angst." Die Studentin stieg also mit 125.000 Euro aus. Sie war erleichtert, als ein anderer potenzieller Zusatzjoker meinte, er hätte Metallica gesagt. Pigerl lag aber mit Coldplay richtig und stockte seinen WWM-Gewinn um 500 Euro auf.

Die dritte Folge in den Zocker-Wochen war die erste, in der alle Kandidaten vom Absturz verschont blieben. Lufthansa-Chef-Stewardess Susanne Berthes aus Wöllstein freute sich ebenfalls über 125.000 Euro. Sie vertraute im Gegensatz zu ihrer Nachfolgerin dem Zusatz-Joker. Bei dem handelte es sich zufälligerweise ebenfalls um einen Lufthansa-Flugbegleiter, der sogar schon mal mit Berthes geflogen war. Mark Schneider hatte 2016 die Sendung mit 64.000 Euro verlassen. Einen Teil des Gewinns steckte er in Aktien. "Ich hab super in Wirecard investiert", erzählte der Joker, konnte aber wenigstens einschränken: "Nicht alles, ich bin ja nicht verrückt."

Der Flugbegleiter verhalf seiner Kollegin zur Erkenntnis, dass es bei der Ermittlung der deutschen Single-Charts seit Ende 2020 auch eine Rolle spielt, wie oft ein Lied im Radio gespielt wird. Beim zweiten Kollegen hatte Berthes weniger Glück. Flugkapitän Juergen Guth wusste nicht, dass der lateinische Ausruf "abi!" mit "geh fort!" übersetzt wird. Jauch hätte das übrigens gewusst. Der Moderator dürfte sich über Pigerls kleinen nachträglichen Triumph gefreut haben. Nicht, dass der Ex-Kandidat diese Genugtuung gebraucht hätte. "Ich glaube, wenn einer nicht an dieser Nummer zerbricht, dann ist er das", schätzte Jauch.

Quelle: ntv.de