TV

DSDS – Das große Finale Vom Altenheim in den Pop-Olymp

1577181.jpg

Alle DSDS-Finalisten hätten den Titel verdient, nur einer bekam ihn.

Alicia, Joana, Nick oder Davin? Das große DSDS-Finale entwickelt sich zu einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende lässt man in Oberhausen die Korken knallen.

Als die erste Gesangsrunde der vier Final-Kandidaten Geschichte ist, sind sich Xavier Naidoo und Oana Nechiti sicher, dass sich in diesem Jahr "durchgehend internationales Format" auf der großen DSDS-Bühne präsentiert. Und ja, was das verbliebene Quartett am letzten DSDS-Abend aus den Ärmeln schüttelt, ist definitiv aller Ehren wert.

Beautyqueen Alicia beispielsweise begeistert Jury und Publikum mit einer feurigen Pop-Vulkan-Performance ("Girl On Fire"), bei der ihre Vornamensvetterin und Song-Patin Alicia Keys sicherlich begeistert in die Hände geklatscht hätte.

Nicht minder feurig und energiegeladen präsentiert sich der Auftritt von Format-Küken Joana, die im fluffigen Hochzeitskleidchen auf den Pop-Spuren von Ava Max ("Sweet But Psycho") wandelt. Geheimfavorit Davin lässt sich ebenfalls nicht lumpen und begeistert seine zahlreichen Altenheim- und Pausenhof-Fans mit wummerndem Hartholzschmalz aus dem Kuschelrock-Archiv ("Everything I Do").

Oana hört die Engel singen

Freiberufliche Musikerpolizisten und Freunde tiefgehender Handmade-Kunst sinken erwartungsgemäß nach dem Auftritt von Malle-Röhre Nick auf die Knie. Der gebürtige Neuseeländer haut aber auch mal wieder einen raus. Nach seiner herzzerreißenden Interpretation des Cohen-Evergreens "Hallelujah" hört nicht nur Schniefnase Oana die Engel singen. Auch Dieter Bohlen kriegt sich nicht mehr ein: "Das hat in 16 Jahren DSDS-Geschichte keiner besser gesungen", jubelt der Pop-Titan.

Ja, da ist was dran. Der Nick hat’s schon drauf, keine Frage. Schließt man ohne Fragen zu stellen die Augen und lauscht nur den Stimmen und den erzeugten Klangatmosphären aller hier und heute versammelten Damen und Herren, kann das "Perfekt"-Häkchen eigentlich nur hinter den Namen Nick Ferretti gesetzt werden.

Alles ist möglich

Spätestens seit dem Finalrausch von McFit-Checker und Alessio-Papa Pietro Lombardi im Sommer 2011 wissen wir aber, dass bei DSDS so gut wie alles möglich ist, und am Ende nicht zwingend immer der kompletteste Künstler ganz oben auf dem Treppchen landet.

In diesem Jahr bleibt es bis zum Ende so spannend wie bei einer Skill-Challenge zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi. Sage und schreibe zwölf Mal wechselt der Gewinner-name während des von Moderator Oliver Geissen immer wieder aufs Neue befeuerten Zuschauer-Votings.

And the winner is…

Weder im Live-Studio in Köln noch daheim auf der Wohnzimmercouch knallen vorzeitig die Sektkorken. Jeden kann es "treffen". Glitzer-Girl Alicia, Pop-Püppchen Joana, Kirmes-Rocker Davin und Malle-Mariachi Nick: Um kurz vor elf zittern allen Kandidaten die Knie. Dann ist es endlich soweit. Olli Geissen genießt seinen obligatorischen TV-Moment des Jahres und verkündet den diesjährigen DSDS-Sieger. And the winner is… Davin!

Und so liegen sich heute im Ruhrpott nicht nur in Gelsenkirchen, sondern auch in Oberhausen wildfremde Menschen in den Armen. In diesem Sinne: Glück auf und… ja, was sagt man eigentlich in Oberhausen, wenn ein Ortsvertreter die Nation entzückt? Ist auch egal. Wir legen jetzt einfach alle eine Best-Of von Bryan Adams auf und stoßen an. Auf dich, Davin!

Quelle: n-tv.de