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So techt Deutschland Mediziner André Nemat - mit Robotern im OP

Eine Ärztin sitzt am roboterassistierten Operationssystem

Eine Ärztin am roboterassistierten Operationssystem "DaVinci Si".

(Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/ZB)

André T. Nemat wollte mehr. Als Chefarzt für Thoraxchirurgie hat er im Operationssaal wohl schon so ziemlich alles erlebt. Doch irgendwann wollte er nicht mehr nur seinen Patienten helfen, sondern das große Ganze betrachten: "Ich hatte recht wenig Einfluss auf die Gesamtentwicklung im Kontext der Innovation und der Zukunft der Medizin", blickt Nemat zurück. Auch deswegen entschloss er sich im Jahr 2017, das "Institute for Digital Transformation in Healthcare" mitzugründen, das heute als Ableger der Universität Witten/Herdecke fungiert.

Seine Beweggründe: Ärzte sollten wieder mehr mitgestalten, "um eben dieses Feld nicht den üblichen Verdächtigen zu überlassen: den Googles, Facebooks und Amazons dieser Welt", sagt der studierte Ingenieurswissenschaftler und Mediziner. Dass er zwei Studiengänge absolviert hat, ist da nur von Vorteil. Immerhin geht es heute darum, Technologien und Medizin zusammenzubringen: "Wenn man aus beiden Welten kommt, fällt einem das sicherlich auch etwas leichter", sagt Nemat.

André T. Nemat verbindet IT und Medizin.

André T. Nemat verbindet IT und Medizin.

(Foto: André T. Nemat)

Ein Auftrag seines Instituts sei es deswegen, diese Entwicklungen zu erklären, zu beraten und Hilfestellung zu geben. Und das sei auch notwendig, so Nemat: "Die Ärzte haben erstaunlicherweise ganz großen Beratungsbedarf, sind sich darüber aber häufig gar nicht bewusst." Gemeint ist eben die fortschreitende Digitalisierung in der Medizin und deren Folgen für die Gesellschaft. Früher war der Mensch ein Wesen, das wenig Daten bereitgestellt habe. Es gab Blut- und Laborwerte. Heute ist das anders. Trackingsysteme wie Smartwatches, das Smartphone oder auch das Genom, also das Erbgut des Menschen, machten jeden Einzelnen zu einer großen Datenplattform.

Und an diesen Daten haben viele Akteure großes Interesse: Firmen wie Google und Amazon, die den Medizinmarkt immer stärker für sich entdecken, Krankenkassen, Ärzte und natürlich die Menschen selbst. Deswegen stelle sich jetzt die Frage, wem diese Daten gehören: einem selbst, der Gemeinschaft oder Unternehmen? Für Nemat ist die Antwort ganz klar: "Unsere Daten gehören uns."

Dennoch können Daten helfen, die Medizin besser zu machen. Und auch Technologien wie OP-Roboter tragen dazu bei. Nemat hat bereits mithilfe eines Roboters einen Menschen operiert und das sei "eine wahre Freude". Welche Vorteile OP-Roboter haben und warum "die letzte Meile zum Patienten" trotzdem immer analog bleiben wird, das verrät André T. Nemat in "So techt Deutschland".

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Quelle: ntv.de, jwa