Technik

Kostenlos Fernsehen übers Netz Alice und Telekom locken

Das Fernsehen über das Internet (IPTV) kommt nicht aus den Puschen. Noch vor zwei Jahren hat der damalige Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke noch eine Million Abonnenten bis zum Jahresende 2007 vorausgesagt. In Wahrheit sind es – nimmt man alle Wettbewerber zusammen – nicht einmal 300.000 IPTV-Kunden.

Technisch in der Lage wären inzwischen fast 20 Millionen Haushalte, internetbasiertes TV über eine Set-Top-Box auf dem Fernseher zu empfangen. Der geringe Zuspruch liegt vielleicht auch an den technischen Schwierigkeiten, die es anfangs gab – oder dem zu hohen Preis. Jetzt, wo die Internationale Funkaustellung in Berlin begonnen hat, preschen gleich zwei Anbieter vor und kündigen kostenloses IPTV an, darunter auch der Platzhirsch: die Deutsche Telekom.

Kostenlos nur vorübergehend

Eine 16.000er DSL-Leitung sollte für einen ungetrübten Fernsehgenuss schon mindestens möglich sein. Und schon bringt der rosa Riese "T- Home Entertain" den Kunden kostenlos ins Wohnzimmer. Natürlich ist das Angebot zeitlich begrenzt. Vom 1. September an können die Kunden zwei Monate lang kostenlos das Angebot auf Herz und Nieren prüfen. Das Angebot, das am 19. Oktober endet, umfasst die kostenlose Installation durch einen Techniker. Sollten die Kunden später "T-Home Entertain" behalten wollen, werden Gebühren ab 50 Euro pro Monat fällig, die den Telefonanschluss und die DSL-Flatrate beinhalten. Zu dem Angebot gehören ab November auch die Integration von 2500 Radiosendern und ein Video-on-demand-Service.

Für großes Aufsehen sorgte auch eine Meldung der Zeitung "Die Welt" vor einigen Tagen. Dort kündigte Hansenet-Manager Michele Novelli an, dass in Kürze das Basispaket mit 70 TV-Programmen, das bislang zehn Euro gekostet hat, künftig bei Alice-DSL kostenlos zu haben sein wird. Ganz so gut liest sich das inzwischen verfügbare Angebot dann doch nicht. Über 30 Privatsender sind nicht dauerhaft kostenfrei. Ab dem 1. Juli 2009 muss jeder, der auch Sender wie RTL, Sat.1, ProSieben oder Vox sehen möchte, 4,95 Euro monatlich dafür ausgeben. Kostenfrei bleiben nur die öffentlich-rechtlichen Programme.

Praktischer Video-on-demand-Service

Bei beiden Angeboten wird man zur Kasse gebeten, wenn man den Video-on-demand-Service nutzen möchte. Der lästige Weg in die Videothek entfällt dann allerdings und man kann sich vom Sofa aus per Knopfdruck einen Film auf die Mattscheibe zaubern.

Als weiterer Kostenfaktor ist da noch die Set-Top-Box zu nennen. Diese kostet bei der Telekom einmalig 49,99 Euro, bei Alice-DSL sind es 69,90 Euro einmalig oder 2,90 Euro monatlich. Während Alice-DSL-TV-Pakete monatlich kündbar sind, beträgt die Mindestlaufzeit für einen Entertain-Comfort-Anschluss der Telekom 24 Monate.

Quelle: n-tv.de

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