Panorama

Ausbruch beim Schalke-Boss 400 Corona-Fälle in Schlachterei Tönnies

Im Mai treten in der Fleischfabrik von Schalke-Chef Tönnies einige Corona-Fälle auf. Trotz Quarantäne kommt es zum großen Ausbruch: Mittlerweile sind 400 Mitarbeiter des Betriebs positiv auf das Virus getestet worden. Der Landkreis Gütersloh will die Produktion nun so weit es geht runterfahren.

Mit 400 Neuinfizierten allein seit Anfang der Woche nimmt der Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück immer größere Ausmaße an. Von den bislang 500 vorliegenden Testergebnissen der Mitarbeiter in dem Schlachthof und Fleisch-Zerlegebetrieb im ostwestfälischen Kreis Gütersloh seien 400 positiv auf das Virus getestet worden. Weitere Ergebnisse stünden auch noch aus. Eigentümer der Tönnies Holding sind Schalke-Boss Clemens Tönnies und sein Neffe Robert Tönnies. Robert ist der Sohn und Erbe des verstorbenen Firmengründers Bernd Tönnies.

Am Nachmittag wollten der Kreis Gütersloh und Tönnies bei einer Pressekonferenz über das Geschehen informieren. Das NRW-Gesundheitsministerium kündigte zudem an, im Gesundheitsausschuss des Landtages ausführlich zu informieren. Am Dienstag hatte das Unternehmen von 128 positiv auf das Virus getesteten Mitarbeitern gesprochen und Maßnahmen zugesagt, die Ausbreitung einzudämmen.

Ausbruch trotz Quarantäne

Bei einem groß angelegten Corona-Reihentest durch die Gesundheitsbehörden nach einem Ausbruch in einer Fleischfabrik im Kreis Coesfeld im Mai waren bei Tönnies zunächst nur wenige Fälle festgestellt worden. Nach Unternehmensangaben wurde allerdings bei späteren Tests ein Infektionsherd identifiziert. Obwohl alle Kontaktpersonen vorsorglich in Quarantäne geschickt worden seien, habe es weitere Infektionen in dem Schweinefleisch-Zerlegebetrieb gegeben.

Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, zeigte sich schockiert über den sprunghaften Anstieg: "Die Firma muss ihre Produktion runterfahren, soweit es eben geht", sagte der CDU-Politiker der "Neuen Westfälischen". Jetzt gelte es zu schauen, wo die Betroffenen und ihre Kinder untergebracht seien.

Quelle: ntv.de, kst/dpa