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Für die Forschung ein Erfolg - für etliche andere ein Gaudi.
Für die Forschung ein Erfolg - für etliche andere ein Gaudi.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 29. August 2014

Trump und die Schönheitsköniginnen: ALS-Vereinigung sammelt 100 Millionen ein

Durchschlagender Erfolg: Dank des weltweiten Hypes um die "Ice Bucket Challenge" kommt für die Erforschung der Krankheit ALS ein dreistelliger Millionenbetrag zusammen. Neu in der Riege der Teilnehmer ist Tycoon Trump - mit attraktiver Hilfe.

Die zugunsten nervenkranker Patienten ins Leben gerufene "Ice Bucket Challenge" hat die Spendenmarke von 100 Millionen Dollar durchbrochen. Mit Hilfe der Aktion wurden innerhalb eines Monats umgerechnet 76,8 Millionen Euro eingeworben, wie die ALS-Vereinigung mitteilte. Die "Ice Bucket Challenge" war am 29. Juli ins Leben gerufen worden und soll auf die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen.

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Wer nominiert wird, muss sich gemäß der Regeln einen Eimer eiskalten Wassers über den Kopf schütten, ein Video davon ins Internet stellen und darf dann drei weitere Kandidaten benennen. Wer dies ablehnt, soll 100 Dollar an die ALS-Vereinigung spenden, die sich dem Kampf gegen die Nervenkrankheit verschrieben hat.

Im vergangenen Jahr hatte die Organisation während des Zeitraums vom 29. Juli bis 29. August lediglich 2,8 Millionen Dollar eingeworben. Die nun mithilfe der "Ice Bucket Challenge" eingeworbene Summe entspricht dem 36-fachen Vorjahreswert. An der populären Internet-Kampagne haben sich bereits zahllose Prominente beteiligt, darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, Hollywood-Regisseur Steven Spielberg, Topmodel Gisele Bündchen, Fußballstar David Beckham, der frühere US-Präsident George W. Bush und die Sängerin Helene Fischer.

Schöner kippen bei Trump

Zu den prominenten Teilnehmern gehört nun auch Investor Donald Trump. Er ließ sich dabei nach eigenem Bekunden von den amtierenden Miss USA und Miss Universe den Inhalt zweier kleiner Wassertröge über den Kopf gießen. Zuvor mutmaßte er noch, dass seine vielfache Nominierung wohl auch von dem Wunsch getrieben sei, zu sehen, ob sein Haar echt wäre - was er bestätigte. Trump selbst nominierte zwei seiner Söhne sowie Präsident Barack Obama. Der Immobilien-Tycoon selbst war nach eigenem Bekunden unter anderem von Homer Simpson zu der Aktion aufgefordert worden.

Erst am Vortag hatte der selbst an ALS erkrankte Physiker Stephen Hawking seine Nominierung an seine Kinder abgetreten. "Weil ich vergangenes Jahr eine Lungenentzündung hatte, wäre es nicht vernünftig, einen Eimer mit kaltem Wasser über mir auszuschütten", sagte der 72-Jährige in einem Video bei Youtube. Hawking lebt dank künstlicher Beatmung seit Jahrzehnten mit der tödlichen Krankheit. In dem Clip bat der Brite noch dringend darum, zu spenden, um "diese schreckliche Krankheit auszulöschen".

Dem Hype mag sich nun offenbar auch das "Wort zum Sonntag" nicht verschließen. Am Samstagabend will sich der Essener Pfarrer Gereon Alter in der ARD-Traditionssendung einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf schütten lassen. "Ich finde die Idee klasse, auf eine originelle und spaßige Weise auf eine Krankheit aufmerksam zu machen, die sehr ernst ist und bisher kaum Beachtung findet", sagte der 47-Jährige.

Zugleich will der Priester des Bistums Essen aber auch kritische Töne anschlagen. "Immer mehr Promis machen das, um sich selbst in Szene zu setzen." Auch passe es eigentlich nicht zusammen, etwas zu geben und gleichzeitig über die Nominierung subtilen Druck auszuüben. Er selbst sei nicht nominiert worden, nehme sich aber die Freiheit, es trotzdem zu machen. Er werde auch niemanden nominieren. Spenden will er auch, allerdings nicht für die Erforschung von ALS, sondern einer anderen seltenen Krankheit.

Quelle: n-tv.de