Panorama

Evakuierung bei Kraft Foods Angst vor neuer Giftwolke

Wieder angespanntes Bangen im niedersächsischen Bad Fallingbostel: Nach dem Chemieunfall bei Kraft Foods steigt die Temperatur in dem Tank, in dem versehentlich Natronlauge mit Salpetersäure vermischt wurde. Es besteht die Gefahr, dass wieder Gas austritt. Auch ein Bersten des Behälters kann nicht ausgeschlossen werden. Die Mitarbeiter werden evakuiert.

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Viele Menschen müssen die Nacht in der Veranstaltungshalle von Bad Fallingbostel verbringen.

(Foto: dpa)

Nach dem Chemieunfall beim Lebensmittelkonzern Kraft hat sich die Lage im niedersächsischen Bad Fallingbostel wieder zugespitzt. In dem Tank mit Natronlauge, in den am Montag versehentlich Salpetersäure geschüttet worden war, sei es zu einem Temperaturanstieg gekommen, berichtete die Sprecherin des Unternehmens. "Es ist wieder zu einer Verschärfung gekommen." Außer der Feuerwehr hätten alle das Gelände verlassen müssen.

Ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte den Temperaturanstieg. "Der Kessel kocht", sagt ein Sprecher dem Sender "Hit-Radio Antenne". Es sei nicht auszuschließen, dass noch einmal eine Gaswolke aufsteige. Derzeit bestehe ein Gefahrenradius von 50 Metern. Man versuche nun, die Lauge über den Reinigungsbereich abfließen zu lassen. Bis das gelungen ist, besteht die Gefahr, dass der Kessel explodiert.

Zuvor hatte sich die am Montagabend entstandene giftige Gaswolke aufgelöst. "Es tritt kein Gas mehr aus", hatte die Feuerwehr bekannt gegeben. Der Katastrophenalarm werde nur "zur Sicherheit" aufrecht erhalten. Das Gas sei ausgetreten, als versucht wurde, die Natron-Lauge von der versehentlich hinzugegebenen Salpetersäure wieder zu trennen. Die gefährliche Säuremischung im Werk sollte abgepumpt werden. Das könne noch einige Stunden dauern.

Der Einsatz könne sich laut Feuerwehr auch weiter in die Länge ziehen, da die Einsatzkräfte sehr vorsichtig vorgehen müssten. Insgesamt seien derzeit 700 Menschen vor Ort, darunter auch Soldaten. Auch aus Hamburg sei Personal nach Bad Fallingbostel beordert worden.

Anwohner rund um das Werk wurden vorsorglich aus ihren Häusern geholt. Laut Feuerwehr betraf die Evakuierung einen Umkreis von 500 Metern. Rund 1800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Quelle: ntv.de, che/dpa

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