Panorama

500 Tote bei Überschwemmungen Brasilien im Schockzustand

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Die Straßen von Franco da Rocha, unweit von Sao Paulo, sind nur noch per Boot passierbar.

Brasilien im Schockzustand: Bei einer der größten Unwetter- Katastrophen in der Geschichte des Landes sind im bergigen Hinterland von Rio de Janeiro mindestens 520 Menschen gestorben. Nahezu stündlich melden die Behörden aus dem Krisengebiet der Serrana-Region höhere Opferzahlen - und die Lage droht sich nun durch weitere Regenfälle in der Region Serrana noch zu verschlimmern.

Mehr als 500 Tote, Chaos und unzählige hinweggeschwemmte Häuser: Brasilien wird derzeit von der größten Naturkatastrophe seiner Geschichte heimgesucht. In der Bergregion nördlich von Rio de Janeiro starben durch Hochwasser und Erdrutsche nach Behördenangaben bereits hunderte Menschen. Die Meteorologen sagen anhaltende Regenfälle bis Mittwoch voraus und befürchteten neue Schlammlawinen.

Bislang kamen durch Hochwasser und Erdrutsche nach Angaben der Feuerwehr und betroffener Stadtverwaltungen mindestens 520 Menschen ums Leben. Rund 5000 Brasilianer verloren ihr Dach über den Kopf. Die meisten Opfer gab es in Nova Friburgo, Teresópolis und Petrópolis. In allen drei Orten wurden ganze Viertel von den Fluten aus Schlamm und Gesteinsbrocken weggeschwemmt.

Einsatzkräfte stießen bei den Aufräumarbeiten auf immer neue Leichen - vor allem von alten Leuten und Kindern: "Es sind so viele Kinder, Sie können sich nicht vorstellen, wie schrecklich es ist, die Leichen so vieler Kinder zu sehen", sagte ein Feuerwehrmann.

Düstere Prognosen

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Ganze Stadtviertel wurden durch das Wasser und den Schlamm zerstört.

(Foto: dpa)

Die Lage drohte sich nun durch weitere Regenfälle in der Region Serrana noch zu verschlimmern. Es werde "bis mindestens Mittwoch weiter regnen", erklärte das nationale Wetterinstitut. Erwartet wird demnach schwacher, aber anhaltender Regen, der den Boden stetig aufweicht und so zu neuen schweren Erdrutschen führen könnte.

Der Gouverneur des Staates Rio, Sérgio Cabral, und Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff machten sich per Hubschrauber und zu Fuß ein eigenes Bild von der Lage. "Es ist erschütternd", sagte Rousseff, die erst seit Jahresbeginn im Amt ist. Die brasilianische Regierung stellte den Flutopfern bislang umgerechnet knapp 350 Millionen Euro Soforthilfe und sieben Tonnen medizinisches Material bereit. Tausende Überlebende suchten in Notaufnahmelagern Unterschlupf. Kirchen und Polizeiwachen wurden zu Leichenhallen umfunktioniert und Verwesungsgeruch verpestete die warme Luft.

Westerwelle sagt Hilfe zu

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Roussef macht sich in einem Hubschrauber ein Bild von der Lage.

(Foto: dpa)

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach sein Mitgefühl aus. Er habe mit seinem brasilianischen Kollegen vereinbart, über die Ausstattung des Landes mit deutscher Frühwarntechnologie zu sprechen, erklärte das Auswärtige Amt. Deutschland stehe als "Freund Brasiliens zur Hilfe bereit". Derzeit unterstützt das Außenministerium Brasilien mit 150.000 Euro Soforthilfe.

Brasilianischen Medien zufolge scheiterte die Frühwarnung in vielen Regionen. Zwar habe die Wetterbehörde am Dienstag eine Unwetterwarnung an den Zivilschutz geschickt, der sie wiederum an die betroffenen Städte weiterleitete, berichtete die Zeitung "O Globo". Die Warnung sei aber verloren gegangen. Zudem habe ein neues Radarsystem in Rio das Unwetter geortet, mangels technischer Spezialisten seien die Daten aber nicht ausgewertet worden.

Quelle: n-tv.de, AFP

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