Panorama

Merkel sieht "neue Lage" Bund und Länder verschärfen und verlängern Lockdown

Die Infektionszahlen sind weiter hoch: Im Kampf gegen Coronavirus legen Bund und Länder nochmals nach. Kontaktbeschränkungen werden verschärft. Ab einer Inzidenz von 200 sollen sich Menschen nur noch höchstens 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen. Der Lockdown wird verlängert.

Bund und Länder verschärfen die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Der Lockdown wird bis Ende Januar verlängert - auch für Schulen und Kitas. Private Zusammenkünfte sind nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer haushaltsfremden Person gestattet. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von absolut notwendigen Maßnahmen. "Es ist jetzt keine Zeit für Halbherzigkeit", sagte Berlins Regierender Bürgermeister und Chef der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller.

Ziel bleibe es weiter, zu einer Inzidenz von unter 50 zu kommen. Dies gewinne nochmals an Bedeutung durch die entdeckte Mutation des Coronavirus, die sich schneller verbreite, sagte sie. "Das heißt, hier müssen wir besonders vorsichtig sein." Es entstehe noch einmal eine "neue Lage". Die neuen Maßnahmen seien "einschneidend" und "härter", räumte Merkel ein. Zuvor hatte sie über Stunden mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Bewegungsradius begrenzt

Auf Menschen in Landkreisen mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen kommt eine drastische Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit zu. Ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern sollen die Länder lokale Maßnahmen ergreifen, um den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort zu begrenzen. Davon kann nur aus einem triftigen Grund abgewichen werden. Touristische Tagesausflüge gehören nicht dazu, sagte Merkel mit Blick auf die Ausflügler-Massen in Wintersport-Gebiete in den vergangenen Tagen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnte entschieden vor "falschen Versprechungen und Hoffnungen" auf ein Ende der Maßnahmen im Februar. "Ich befürchte, dass wir in den nächsten Monaten klug mit dem Virus umgehen" müssen. Er sei zudem "fest überzeugt, Corona im laufe des Jahres überwinden" zu können.

Wenn nun auch die Lieferungen mit Impfstoffen verstetigt werden könnten, gebe es "ein weiteres Standbein, eine weitere Säule" zur Bekämpfung der Pandemie, sagte Müller. "Wir müssen mit dem Impfen eine langfristige Perspektive reinbekommen, um Schritte in die Normalität zu machen." Dabei sprach der Berliner Bürgermeister davon, dass es bis Mitte des Jahres eine Perspektive etwa für Kultur und Sport geben könne.

Neue Regeln für Einreisende

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Darüber hinaus werden die Regeln für Einreisende aus Corona-Risikogebieten im Ausland nochmals verschärft. Ab kommender Woche (11. Januar) müssen sie nicht nur für zehn Tage in Quarantäne, sondern sich auch 48 Stunden vor oder unmittelbar nach Einreise zwingend auf das Virus testen lassen. Die Quarantäne kann auch künftig durch einen zweiten Test nach fünf Tagen verkürzt werden, falls dieser negativ ausfällt. Der Bund behält sich zudem vor, zusätzliche Testpflichten für bestimmte Länder zu erlassen.

Die Bundesregierung hat inzwischen etwa 150 der rund 200 Länder weltweit zu Corona-Risikogebieten erklärt und warnt vor Reisen dorthin. In Europa gibt es kaum noch Regionen, die kein Risikogebiet sind. Die Einstufung erfolgt, wenn in einem Gebiet mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert werden. Nach diesen Kriterien sind aber auch alle 16 deutschen Bundesländer Risikogebiete.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts/AFP

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