Panorama

Zusammenstoß nahe Dresden Zehn Menschen sterben bei Busunglück

3jsa5814.jpg4385580458186466056.jpg

Zehn Menschen verlieren ihr Leben bei dem Bus-Unglück nahe Dresden.

(Foto: dpa)

Tragischer Unfall auf der A4: Ein Reisebus fährt auf einen anderen auf, durchbricht die Leitplanke und kollidiert mit einem Kleinbus auf der Gegenfahrbahn. Zehn Menschen sterben. Dutzende werden verletzt - etliche ringen weiter mit dem Tod.

Nach dem Busunfall auf der A4 bei Dresden hat sich die Zahl der Todesopfer erhöht: Wie ein Sprecher der Polizei am Nachmittag mitteilte, starben bei der Kollision eines polnischen Reisebusses mit einem Kleinbus zehn Menschen. Nach neuen Angaben wurden mehr als 50 Menschen verletzt, einige davon schwer. Sieben der Toten stammen demnach aus Polen, von drei Todesopfern war die Nationalität noch unbekannt.

Nach Polizeiangaben war kurz vor 2.00 Uhr unweit der Anschlussstelle Dresden-Neustadt ein polnischer Reisebus auf einen Bus aus der Ukraine aufgefahren. Beide Busse befanden sich auf dem Weg Richtung Westen. Der Bus aus Polen geriet ins Schleudern, durchbrach die Mittelleitplanke und prallte im Gegenverkehr gegen einen polnischen Kleinbus, der sich offenbar auf der Heimreise befand.

Nach Angaben der Behörden wurden die 69 Überlebenden in umliegende Krankenhäuser gebracht - viele mit Schürfwunden, Prellungen, Brüchen oder einem Schock. Darunter waren auch vier Reisende aus dem ukrainischen Bus, der nach der Kollision zur nächsten Raststätte weitergefahren war.

Unfallursache weiter unklar

50340788.jpg

Der Kleinbus fuhr zum Unglückszeitpunkt auf der Gegenfahrbahn.

(Foto: picture alliance / dpa)

Am Mittag trafen zwei Busse aus Polen in einem Sammellager unweit der Unfallstelle ein, um die Überlebenden abzuholen. Zudem wurden die ersten aus Kliniken entlassenen Leichtverletzten dorthin gebracht, wo auch Angehörige warteten. Der Fahrer des polnischen Busses hat den Unfall überlebt, war aber zunächst nicht vernehmungsfähig. Warum er auf den anderen Bus auffuhr, muss noch ermittelt werden. Berichte, wonach er am Steuer eingeschlafen sei, bestätigten die Behörden nicht.

Rund 150 Mitarbeiter von Feuerwehr und Rettungsdienst waren im Einsatz. Der  Chef der Dresdner Feuerwehr, Andreas Rümpel sagte dem MDR, für ihn sei es das schwerste Unglück in seiner 36-jährigen Berufslaufbahn. Die Verletzten kamen in drei Dresdner Krankenhäuser sowie nach Meißen und Pirna, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Am ersten Tag der sächsischen Sommerferien bildeten sich kilometerlange Staus, auch Umleitungen und Ausweichrouten in der Innenstadt waren verstopft, wie ein Sprecher des Verkehrswarndienstes sagte. Die Autobahn 4 war über Stunden komplett gesperrt. Die Autobahn führt von Eisenach in Thüringen bis nach Görlitz an der deutsch-polnischen Grenze.

Politiker bestürzt

Die sächsische Landesregierung zeigte sich bestürzt. "Die Nachricht hat mich betroffen gemacht", sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU). Sein Mitgefühl gelte all denen, die durch den furchtbaren Unfall Angehörige und Freunde verloren haben. "Meine Gedanken sind auch bei den Verletzten, ihnen wünsche ich eine baldige und vollständige Genesung." Zugleich dankte er den Rettungskräften "für ihre schwere und nervenzerrende Hilfe" am Unglücksort.

50340349.jpg

Die A4 war an der Unglücksstelle stundenlang gesperrt.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und bei den Schwerverletzten", sagte auch Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU). Sie hoffe, dass die Betroffenen möglichst schnell wieder genesen und ihre Angehörigen in der Heimat umfassend über das Unglück informiert werden.

Reisebüro richtet Hotline ein

Das polnische Reiseunternehmen Sindbad, für das einer der Reisebusse unterwegs war, richtete eine Infolinie für Angehörige ein. Nach der Passagierliste waren an Bord dieses Fahrzeugs 65 Reisende, die beiden Fahrer und ein Reiseleiter. Laut Unternehmens-Website handelt es sich um einen Bus vom Typ Setra 431D, der noch am 8. Juli technisch gecheckt wurde.

Die 48 und 38 Jahre alten Busfahrer seien erfahrene Mitarbeiter, hieß es weiter. Der Bus sei regelmäßig im Linienverkehr zwischen Polen und Deutschland unterwegs. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden noch in der Nacht zwei Ersatzbusse zum Unfallort geschickt. Die unverletzten Reisenden könnten dann entscheiden, ob sie die Fahrt wie geplant fortsetzen oder nach Polen zurückkehren wollten.

Der Internationale Bustouristik Verband RDA will das Unglück "genau analysieren, um so etwas in Zukunft zu vermeiden". Der RDA sei tief bestürzt. Das Mitgefühl gelte den Verletzten und Angehörigen der Opfer, sagte RDA-Sicherheitsbeauftragter Johannes Hübner.

Überwiegend glimpflich ging derweil ein Unfall mit einem Reisebus auf der Autobahn 93 bei Höchstädt (Bayern) aus. Bei dem Unglück entstand lediglich ein Schaden von 200.000 Euro. Zwei der 20 Reisegäste seien leicht verletzt worden, wie die Polizei mitteilte. Der 68 Jahre alte Busfahrer war am Freitag offenbar wegen Übermüdung mit seinem Fahrzeug von der Fahrbahn abgekommen und gegen die Mittelleitplanke geprallt.

Quelle: ntv.de, nsc/vpe/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen