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Zuspitzung diplomatischer Krise China will 36-jährigen Kanadier hinrichten

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Das Gericht in der nordostchinesischen Stadt Dalian hat einen Kanadier zum Tode verurteilt.

(Foto: REUTERS)

Seit mehreren Wochen befinden sich Kanada und China politisch auf Konfrontationskurs. Jetzt gibt es neuen Streit. Weil er Drogen geschmuggelt haben soll, sitzt ein Kanadier seit fünf Jahren in chinesischer Haft - und erhält nun die Todesstrafe.

Ein chinesisches Gericht hat einen Kanadier wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt. Das Urteil hat auch vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen Kanadas zu China Brisanz. Das Gericht in der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian hob das ursprüngliche Urteil auf, wonach der 36-jährige Robert Lloyd Schellenberg eine 15-jährige Haftstrafe verbüßen sollte. "Das Gericht weist die Erklärungen und die Verteidigung der angeklagten Person in Gänze zurück, weil sie vollkommen im Widerspruch zu den Fakten stehen", sagte der Vorsitzende Richter. Eine höhere Instanz hatte das erste Urteil als zu milde beanstandet und ein höheres Strafmaß gefordert.

Schellenberg wurde Berichten zufolge im Jahr 2014 in der Provinz Liaoning festgenommen. Ihm wurden Drogenschmuggel im größeren Stil und eine mögliche Verstrickung ins internationale organisierte Verbrechen vorgeworfen. Im November erging das Urteil auf 15 Jahre Haft und umgerechnet 19.000 Euro Bußgeld. Nach seiner Aussage kam er über einen Freund mit einem zwielichtigen Mann in Kontakt, der ihm als Übersetzer vorgestellt worden sei, über den er aber tatsächlich in einen internationalen Drogenschmuggelring hineingeraten sei. In China drohen überführten Drogenschmugglern entweder lange Haftstrafen oder die Todesstrafe.

Die Beziehungen zwischen Kanada und China sind derzeit angespannt. Peking ist verärgert über die Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada Anfang Dezember. Der Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei wird in den USA Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. Inzwischen wurde Meng gegen Zahlung einer Kaution unter strengen Auflagen freigelassen. Das Verfahren zu ihrer Auslieferung an die USA läuft.

In China werden seitdem mehrere kanadische Staatsbürger festgenommen - ein Ex-Diplomat und ein in China lebender Nordkorea-Experte sind weiterhin in Haft. Die beiden Männer stehen Peking zufolge im Verdacht, die "nationale Sicherheit" zu gefährden - in China eine Umschreibung für einen Spionageverdacht. Nach Einschätzung von Beobachtern war die Festnahme der beiden Kanadier eine Vergeltungsaktion der chinesischen Behörden für die Festsetzung der chinesischen Topmanagerin Meng. Beide Regierungen haben sich gegenseitig aufgefordert, ihre Landsleute wieder auf freien Fuß zu setzen.

Quelle: n-tv.de, cri/AFP/dpa

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