Panorama

Sorge wegen Corona-Variante Deutschland schränkt Flugverkehr mit Südafrika ein

Großbritannien und Israel machen den Anfang, nun zieht die deutsche Bundesregierung nach: Auch hierzulande wird wegen der neuen Corona-Variante der Reiseverkehr mit dem Süden Afrikas eingeschränkt. Derweil meldet Israel den ersten bestätigten Fall.

Wegen der neu aufgetretenen Variante des Coronavirus schränkt die Bundesregierung den Flugverkehr mit Südafrika drastisch ein. Das Land gelte ab der Nacht zum Samstag als Virusvariantengebiet, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. "In der Folge dürfen Fluggesellschaften nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern." Zudem müssten alle Eingereisten für 14 Tage in Quarantäne - auch wenn sie vollständig geimpft sind.

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte die Entscheidung auf Twitter: "Wir bleiben bei der Einreise vorsichtig." Die neu entdeckte Variante besorge die geschäftsführende Bundesregierung. "Das Letzte, was uns jetzt noch fehlt, ist eine eingeschleppte neue Variante, die noch mehr Probleme macht", erklärte Spahn weiter.

Auch die EU-Kommission will wegen der neuen, möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU auf ein absolutes Minimum beschränken. Die Brüsseler Behörde werde den EU-Staaten vorschlagen, die dafür vorgesehene Notbremse auszulösen, um den Luftverkehr auszusetzen, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit. Die Niederlande, Italien, Tschechien und Österreich verhängten schon Einreisebeschränkungen.

Erster Fall in Israel

Die Ausbreitung einer neuen, möglicherweise sehr gefährlichen Variante des Coronavirus im südlichen Afrika hat international Besorgnis ausgelöst. Experten befürchten, dass die Variante B.1.1529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen nicht nur hoch ansteckend sei, sondern auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Neben Großbritannien und Israel schränkte auch Japan deswegen vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region ein.

In Israel wurde derweil nach offiziellen Angaben eine Person identifiziert, die sich mit einer neuen Variante des Coronavirus infiziert hat. Zwei weitere Personen seien Verdachtsfälle, die noch auf ihre Testergebnisse warteten, teilte das Gesundheitsministerium mit. Sie befänden sich in Quarantäne. Eine Sprecherin der Behörde zur Corona-Bekämpfung bestätigte, dass es sich um die Variante B.1.1529 handelt, die aus dem südlichen Afrika stammt. Die infizierte Person sei aus Malawi nach Israel zurückgekehrt, hieß es weiter vom Ministerium. Die anderen beiden seien ebenfalls aus dem Ausland zurückgekehrt. Alle drei Personen seien geimpft worden. Ihr genauer Status werde derzeit überprüft. Es werde zudem nach weiteren Kontakten gesucht.

Bislang wurden in Großbritannien keine Fälle mit der neuen Variante festgestellt, die Dutzende Mutationen aufweisen soll. Doch täglich kommen laut der Nachrichtenagentur PA 500 bis 700 Menschen allein aus Südafrika in dem Land an. Über die Weihnachtszeit wird mit einer höheren Zahl gerechnet. PA zitierte einen Experten der britischen Behörde für Sicherheit im Gesundheitswesen mit der Einschätzung, bei B.1.1529 handele es sich um "die schlimmste Variante", die bisher gesehen wurde.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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