Panorama

War Monate bei VogelschmugglernEntführter Kaiseradler "Feliks" ist zurück in Serbien

07.08.2026, 20:10 Uhr
00:00 / 03:00
Feliks-an-Eastern-imperial-eagle-which-flew-from-Serbia-across-North-Macedonia-Greece-Turkey-and-Syria-where-he-fell-victim-to-traffickers-looks-out-from-a-cage-at-Palic-Zoo-after-returning-in-Serbia-Wednesday-June-24-2026
"Feliks" (Bild) ist ein Östlicher Kaiseradler - eine Unterfamilie der Kaiseradler und hauptsächlich in Südosteuropa und Zentralostasien verbreitet. (Foto: picture alliance / AP Photo/Darko Vojinovic)

Er hat eine unfreiwillige Reise zurückgelegt: Der Kaiseradler "Feliks" wird in Syrien von Vogelschmugglern entführt, diese verlangten sogar ein Lösegeld. Nach monatelangen Verhandlungen kommt er nun wieder sicher in seiner Heimat Serbien an.

Nach mehreren Monaten in den Händen von Vogelschmugglern im Nahen Osten ist ein seltener Kaiseradler namens "Feliks" zurück in der serbischen Wildnis. Die Serbische Gesellschaft für Vogelschutz und -forschung teilte mit, das Tier habe sich erholt und sei in dieser Woche freigelassen worden. "Feliks" hat eine Reise nach Syrien und in den Libanon hinter sich.

Der Adler hatte im Juli 2025 zum ersten Mal sein Nest in Serbien verlassen. Die Vogelschützer verfolgten seine Flugroute über einen Tracker. Sie schlugen Alarm, als der Adler eine für seine Art unübliche Route in Richtung Südosten nahm. "Wir haben angefangen, uns Sorgen zu machen, weil er auf eine extrem unsichere Region zuflog", sagte der Forscher Uros Stojiljkovic.

Vogelschmuggler verlangten Lösegeld

Ende Oktober verschwand "Feliks" dann vom Radar der serbischen Forschenden, sein letztes Signal kam aus Syrien. Zunächst habe er noch auf eine Signalstörung gehofft, sagte Stojiljkovic. Dann meldete sich jedoch eine Partnerorganisation im Libanon bei den serbischen Forschern: Die unbekannten Vogelschmuggler verlangten ein Lösegeld für "Feliks".

"Das haben wir kategorisch abgelehnt", berichtete Stojiljkovic. "Damit unterstützt man faktisch die Schmuggelkette." Nach langen Verhandlungen sei der Adler schließlich einer Auffangstation für Wildtiere in Beirut übergeben worden. Sechs Monate später flog "Feliks" an Bord einer serbischen Militärmaschine zurück in die Heimat, wo er sich seit Juni in einem Zoo erholte.

Kaiseradler-Baby nach Retter benannt

Kaiseradler legen weite Strecken zurück und überwintern - wie "Feliks" - im Nahen Osten oder in anderen weit entfernten Überwinterungsgebieten. "Wir hoffen, dass er es schafft, mindestens so weit zu fliegen wie beim ersten Mal", erklärte die Zoodirektorin Sonja Mandic.

Die Art ist vom Aussterben bedroht und in Serbien streng geschützt, 2017 brütete dort nur noch ein einziges Paar. Seitdem haben sich die Kaiseradler erholt, in diesem Jahr zählten die Forschenden wieder 29 Brutpaare. Es seien bereits vier Küken geschlüpft, sagte Stojiljkovic. Sie heißen Jelena, Princ, Atila und Michel. Letzterer trägt den Namen von Michel Sawan, dem Chef der libanesischen Partnerorganisation, die "Feliks" gerettet hat.

Quelle: ntv.de, kaz/AFP

TierschutzSerbienTiereSyrienNaturschutz