Panorama

USA mit den meisten Verstorbenen Erneut mehr als 150 Corona-Tote in Deutschland

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Mehr als 120.000 Menschen sind in Deutschland bislang als infiziert erfasst.

(Foto: picture alliance/dpa)

Rund um den Globus steigen die Zahlen der Corona-Infizierten und der Toten weiter. Nach jüngst ersten Hoffnungsschimmern meldet auch Italien wieder mehr Fälle. Die meisten Opfer beklagen inzwischen die USA. In Deutschland deuten sich laut bayerischem Ministerpräsidenten Söder die ersten positiven Signale an.

In Deutschland legt die Zahl der offiziellen Corona-Infektionen weiter zu. Insgesamt ist inzwischen bei 121.324 Menschen das Virus nachgewiesen, wie ntv-Berechnungen auf Grundlage der Angaben der Bundesländer ergeben. Dabei zeichnet sich ein geringerer Anstieg ab als am Vortag. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl derer, die an den Folgen einer Infektion gestorben sind auf 2689 - das sind 152 mehr als Vortag. Die Zahlen sind jedoch noch nicht endgültig. Wegen der Feiertage und des Wochenendes ist zu Beginn der kommenden Woche mit Korrekturen der Angaben zu rechnen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte in seiner heutigen Osteransprache auf erste Zeichen der Hoffnung verwiesen. "Unsere Experten sagen: Wir bekommen Corona langsam unter Kontrolle." Die Zahl der Neuinfektionen flache ab. Erstmals habe es sogar einen Tag mit mehr Genesenen als Neuinfektionen gegeben. "Ob das so bleibt, muss man beobachten", sagte der CSU-Chef weiter. Zugleich bremste er Hoffnungen auf eine schnelle Lockerung der vielfach ergangenen Beschränkungen. "Wir lassen keine Experimente mit unserer Gesundheit zu", sagte er.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte in seiner TV-Ansprache an die Menschen in Deutschland: "Wie es jetzt weitergeht, wann und wie die Einschränkungen gelockert werden können, darüber entscheiden nicht allein Politiker und Experten. Sondern wir alle haben das in der Hand, durch unsere Geduld und unsere Disziplin - gerade jetzt, wenn es uns am schwersten fällt."

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Unverändert dramatisch ist die Lage derweil in anderen Ländern. In Großbritannien steigt die Zahl der Toten auf beinahe 10.000. Allein für die vergangenen 48 Stunden melden die Behörden fast 2000 Verstorbene. Hinzu kommen allein für Samstag 5000 neu erfasste Infektionen. Morgen dürfte ihre Zahl die Marke von 80.000 übersteigen.

Nach zuletzt leichten Hoffnungsschimmern muss Italien wieder mehr Tote bekanntgeben. Die Zahl stieg binnen Tagesfrist um 619 auf nun 19.468, wie die Zivilschutzbehörde mitteilt. Der Anstieg übertraf damit den am Vortag gemeldeten Wert von 510. Auch die Zahl der registrierten Infektionen legte zu - um 4694 auf insgesamt 152.271 Fälle. Auch hier war am Freitag ein geringerer Anstieg gemeldet worden. Als genesen wurden 32.534 Patienten angegeben.

Derweil sind in Schweden mittlerweile mehr als 10.000 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, wie aus Zahlen der schwedischen Gesundheitsbehörde hervorgeht. 887 Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind in dem skandinavischen EU-Land demnach bislang gestorben, darunter mehr als 500 allein in der Region rund um die Hauptstadt Stockholm.

Im Gegensatz zu den Nachbarländern verfolgt die schwedische Regierung eine weitaus freizügigere Strategie im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2: Die Schweden dürfen weiter in Restaurants und Cafés gehen, auch Schulen und Kindergärten sind nach wie vor offen. Öffentliche Versammlungen sind erst ab mehr als 50 Personen untersagt.

In Dänemark, wo etwa 5,8 Millionen Menschen leben, wurden bis Samstag rund 6000 Infektionsfälle und 260 Tote gemeldet, hinzu kommen insgesamt knapp 200 Infektionen auf den zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln sowie Grönland.

In Norwegen mit seinen 5,4 Millionen Einwohnern wurde Sars-CoV-2 bislang rund 6300 Mal nachgewiesen, hier gab es bislang 114 Covid-19-Todesopfer Das ähnlich bevölkerungsreiche Finnland steht bei rund 2600 Infektionen und 42 Toten. Auf der Nordatlantik-Insel Island gibt es bislang knapp 1700 Infektions- und sieben Todesfälle von Menschen mit Covid-19-Erkrankung.

Den traurigen Rekord mit den meisten Toten halten nach ersten Berechnungen einiger Experten inzwischen die USA. Am Samstag übersprang die Zahl laut "New York Times" die 20.000er Marke. Allein in den vergangenen vier Tagen starben pro Tag rund 2000 Infizierte. Nachgewiesen ist das Virus derweil bei mehr als einer halben Million Menschen. Gesundheitsexperten haben bereits davor gewarnt, dass die Zahl der Toten auf bis zu 200.000 im Verlauf des Sommers steigen könnte, sollten Ausgangsbeschränkungen zu früh aufgehoben werden. Diese und andere Empfehlungen der US-Regierung gelten bislang bis zum 30. April.

US-Präsident Donald Trump hat dennoch erklärt, so bald wie möglich wieder zu Normalität zurückkehren zu wollen. Er werde eine Entscheidung fällen müssen und hoffe, dass es die richtige sein werde, hatte er gestern gesagt. "Es ist die schwerste Entscheidung, die ich je habe treffen müssen." Trump will ein neues Beratungsgremium einsetzen, das er wahrscheinlich am Dienstag vorstellt. Es soll sich im Wesentlichen damit beschäftigen wie die US-Wirtschaft wieder anlaufen soll.

Vor einer zu schnellen Lockerung warnte indes New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo. Er werde nicht zwischen verlorenen Leben und verdienten Dollars wählen, sagte er. "Ich bin nicht bereit, diese beiden Dinge zu trennen".

Im Iran haben sich nach Behörden-Angaben inzwischen mehr als 70.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Binnen 24 Stunden wurden 1837 Neuinfektionen gemeldet, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen stieg demnach auf 70.029. Zugleich wurden nach seinen Angaben 125 neue Corona-Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Toten durch eine Coronavirus-Infektion stieg den Behörden zufolge damit auf 4357.

Die Führung in Teheran schloss bisher Schulen und Universitäten sowie Kinos und schiitische Pilgerstätten. Auch gibt es ein Verbot von Reisen zwischen den Städten des Landes. Allerdings sollen bestimmte Geschäfte, für die ein "geringes Risiko" angegeben wird, wieder öffnen dürfen. Dadurch soll die ohnehin notleidende Wirtschaft wieder etwas gestärkt werden.

Die Johns-Hopkins-Universität geht inzwischen von weltweit mehr als 1,7 Millionen nachgewiesenen Infektionen aus. Beinahe 106.500 Menschen rund um den Globus überlebten diese nicht.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/rts/dpa