Panorama

Vorwurf der sexuellen Belästigung Ex-Staatssekretär Tron verhaftet

Seit dem Fall des früheren französischen IWF-Chefs Strauss-Kahn vermuten Soziologen, dass in Frankreich die Hemmschwelle gesunken ist, Machos in ihre Schranken zu weisen. Mit Georges Tron wird nun ein ehemaliges Regierungsmitglied von Präsident Sarkozy in Polizeigewahrsam genommen.

Der ehemalige französische Staatssekretär Georges Tron, dem zwei frühere Mitarbeiterinnen sexuelle Belästigung vorwerfen, ist in Polizeigewahrsam genommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft von Evry bei Paris mit. Unterdessen verlautete aus Ermittlerkreisen, dass eine weitere Frau Anzeige gegen Tron erstattet habe.

Die Polizei hatte Ende Mai Ermittlungen gegen den Politiker eingeleitet, der kurz darauf als Staatssekretär zurücktrat. Er blieb jedoch Bürgermeister von Draveil bei Paris. Die beiden Frauen hatten ihn angezeigt, weil sie nach Angaben ihres Anwalts "regelrechte sexuelle Angriffe" erlitten, die sie depressiv machten. Tron weist die Vorwürfe zurück.

Tron sei zunächst ins Polizeirevier von Draveil gebracht worden, hieß es aus Kreisen der Ermittler. Zudem sei das Rathaus von Draveil durchsucht worden. Laut Staatsanwaltschaft wurde neben Tron zudem seine ehemalige Stellvertreterin in Gewahrsam genommen, die von den beiden Ex-Mitarbeiterinnen ebenfalls angeklagt worden sei. Trons Anwalt Olivier Schnerb bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass Tron auf dem Revier verhört worden sei.

Laut den Ermittlerkreisen sollte Tron nach der Anhörung in Draveil ins Polizeirevier nach Versailles verlegt werden. Dort werde es eine Gegenüberstellung mit den beiden Klägerinnen sowie einer dritten Frau geben, die ebenfalls Anschuldigungen gegen den Politiker vorgebracht habe. Ob es sich bei der dritten Klägerin auch um eine frühere Mitarbeiterin handelt, war zunächst unklar. Die Konfrontation mit den Klägerinnen ist eine juristische Maßnahme, die beiden Seiten erlaubt, auf die jeweiligen Behauptungen zu reagieren.

Quelle: ntv.de, AFP

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