Panorama

Nach Tötung von Cecil Experte hofft auf besseren Löwen-Schutz

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Der Forscher David Macdonald beobachtete auch Cecil.

(Foto: AP)

Proteste im Internet sind das eine, konkrete Maßnahmen das andere. Ein britischer Wissenschaftler hofft, dass nach dem Tod des von einem Jäger erlegten Löwen Cecil mehr für den Schutz der bedrohten Tiere getan wird.

Nach der Tötung des populären Löwen Cecil bei einer Jagd in Simbabwe hofft der britische Wissenschaftler David Macdonald, der die Raubkatze jahrelang beobachtete, nun auf mehr Unterstützung beim Schutz von Löwen. Da er die "Stattlichkeit und Schönheit" von Cecil gut gekannt habe, sei er "zutiefst traurig" über dessen Tod, sagte Macdonald.

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In Bloomington im US-Bundesstaat Minnesota protestieren Menschen gegen den dort lebenden Jäger, der Cecil erschossen hat.

(Foto: REUTERS)

"Aber ich hoffe, dass etwas Gutes daraus entsteht hinsichtlich der Profilierung des Schutzes von Löwen in aller Welt", fügte der Leiter des spendenfinanzierten Forschungsbereichs Wildtierschutz der Universität Oxford hinzu.

Cecil, ein 13 Jahre alter Löwe mit charakteristischer schwarzer Mähne, war der Star des Hwange-Nationalparks in Simbabwe. Anfang des Monats wurde sein Kadaver außerhalb des Parks entdeckt. Ein US-Zahnarzt soll 50.000 Dollar (45.200 Euro) für die Jagd auf Cecil bezahlt haben. Dazu soll er zusammen mit Helfern das Tier in einen Bereich außerhalb des Parks gelockt haben.

Cecils Fell war abgezogen, sein Kopf fehlte. Eindeutig identifiziert wurde das Tier durch sein GPS-Halsband, das seine Verfolger vergeblich zu zerstören versucht hatten. Die Justiz in Simbabwe leitete mittlerweile Ermittlungen gegen zwei mutmaßliche Helfer des Jägers ein. Der Jagd-Organisator Theo Bronkhorst muss sich dafür verantworten, eine "illegale Jagd nicht verhindert" zu haben, ein weiterer Helfer dafür, eine solche "erlaubt" zu haben.

Spendenaufruf

Cecils Ende als Jagdtrophäe erschüttere Millionen Menschen in aller Welt, sagte Macdonald. "Wenn all diese Millionen Menschen nur ein bisschen Geld für unser Projekt spenden würden, würde das unsere Möglichkeiten, für den Erhalt der Löwen zu kämpfen, revolutionieren." Das Geld könne für die Ausbildung simbabwischer Wildtierhüter, Patrouillen gegen Wilderer sowie Peilsender zur genauen Beobachtung der Löwen ausgegeben werden. Zu diesem Zweck habe seine Forschungsabteilung einen Spendenaufruf gestartet.

Macdonald äußerte sich besorgt über den Rückgang der Löwenpopulationen in Afrika. "In Westafrika sind Löwen in einem katastrophalen Ausmaß verschwunden", sagte der Wissenschaftler. Auch in Zentral- und Ostafrika gehe ihre Zahl schnell zurück. Sei die Wissenschaft vor ein paar Jahren noch von etwa 30.000 Löwen ausgegangen, deute nun alles darauf hin, dass es mittlerweile deutlich weniger seien.

Macdonald befürchtet außerdem in dem konkreten Fall, dass nach Cecil noch eine Reihe weiterer Löwen im Hwange-Nationalpark sterben werden. Weil nach dem Tod eines Männchens dessen Nachfolger oft gegen die Nachkommen und Brüder seines Vorgängers vorgeht, könne Cecils Tötung eine "Kaskade weiterer Todesfälle" auslösen.

Quelle: ntv.de, mli/AFP