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Mehr als 7000 Tote in Westafrika Forscher: IWF hat Mitschuld an Ebola-Misere

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In Westafrika sind bereits über 7000 Menschen am Ebola-Virus gestorben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Während sich das Ebola-Virus in Westafrika ausbreitet, erheben britische Forscher schwere Vorwürfe gegen den IWF. Die Finanzinstitution habe die Gesundheitssysteme gezielt kaputtgespart und sei so mitverantwortlich für die Ausbreitung des Erregers.

Britische Forscher haben einen Mitschuldigen für die Ebola-Epidemie in Westafrika ausgemacht: Der Internationale Währungsfonds. Der IWF sei mitverantwortlich für die Ausbreitung des Virus, so die Wissenschaftler. Die von der Finanzinstitution in Washington angeordnete Sparpolitik habe die Gesundheitssysteme in Liberia, Guinea und Sierra Leone so sehr geschwächt, dass sie der Epidemie wenig entgegenzusetzen hatten, erklärten Forscher der Fakultät für Soziologie der Universität Cambridge, der Universität Oxford und des Instituts für Tropenmedizin in London.

"Ein wichtiger Grund, warum der Ebola-Ausbruch sich so rasch verbreitete, war die Schwäche der Gesundheitssysteme der Region", erklärte der Soziologe Alexander Kentikelenis. Die Programme des IWF in der Region hätten die Regierungen dazu gezwungen, ihren Haushalt zu sanieren und dazu ihre Ausgaben zu reduzieren - auch im Gesundheitssystem. Dadurch seien nicht genügend Ärzte eingestellt worden und die Krankenhäuser seien schlecht ausgestattet.

Ein IWF-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. "Seit 2009 hat der IWF an Länder mit niedrigem Einkommen Kredite zu null Prozent Zinsen vergeben, was Ressourcen freigemacht hat, die diese Länder für Gesundheit und Bildung ausgeben konnten", sagte der Sprecher. Der IWF habe zudem im September 130 Millionen Dollar (106 Millionen Euro) für die Bekämpfung von Ebola bereitgestellt. Nach Angaben des Sprechers sollen die am schwersten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea im kommenden Jahr ein Hilfspaket in gleicher Höhe erhalten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte inzwischen eingeräumt, zu langsam auf die Ausbreitung des Ebola-Virus in Westafrika reagiert zu haben. In den westafrikanischen Ländern handelt es sich um den schlimmsten Ausbruch der Krankheit seit seiner Entdeckung. Bis zum 20. Dezember stieg die Zahl der offiziell registrierten Ebola-Toten auf 7373. Bisher hat die WHO mehr als 19.000 Infizierte gezählt. Experten gehen aber von einer weit höheren Dunkelziffer aus. Eine Impfung oder Medikamente gegen Ebola gibt es noch nicht.

Quelle: n-tv.de, cri/AFP/rts

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