Panorama

"Allein der Gedanke lässt mich schaudern" Franziskus geißelt Abtreibungen

32885A0088900391.jpg1337912392844472621.jpg

(Foto: AP)

Der Papst gilt vielen als Reformer - in inhaltlichen Fragen fährt er aber eine klare Linie. Deutliche Worte findet er zum Thema Schwangerschaftsabbruch, spricht von der "Entsorgung menschlicher Wesen." Derweil richtet er sich auch an die neuen Kardinäle.

Mit klaren Worten hat Papst Franziskus die ablehnende Haltung der katholischen Kirche zur Abtreibung verdeutlicht und Schwangerschaftsabbrüche als Teil des gesellschaftlichen Werteverfalls bezeichnet. "Häufig werden menschliche Wesen wie nicht mehr benötigte Gebrauchsgegenstände entsorgt", sagte das Kirchenoberhaupt in seiner ersten Ansprache an das Diplomatenkorps des Vatikans. "Allein schon der Gedanke, dass Kinder als Abtreibungsopfer niemals das Licht der Welt erblicken werden, lässt mich schaudern", sagte der Papst weiter.

Mögliche Zweifel an seiner Haltung zu dem Streitthema hatte der Papst schon Ende November in einem Apostolischen Schreiben ausgeräumt. In dem Dokument mit dem Titel "Evangelii Gaudium" (Freude des Evangeliums) sprach sich der Pontifex damals zwar für Reformen "auf allen Ebenen" der Kirche aus, unterstrich hinsichtlich der Abtreibung aber auch, niemand dürfe "erwarten, dass die Kirche ihre Position zu dieser Frage ändert".

Franziskus wies in seiner Ansprache neben der Kritik an Abtreibungen auch auf die Kinder hin, die als Soldaten benutzt und die dabei in bewaffneten Konflikten vergewaltigt oder getötet werden. Gleichzeitig prangerte er erneut den Menschenhandel als Form moderner Sklaverei an. Er mache Kinder zur Marktware und sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Kardinäle sollen "Weg der Demut" folgen

Unterdessen hat Papst Franziskus den von ihm frisch benannten Kardinälen der katholischen Kirche einen Rat mitgegeben: Die Würdenträger sollten "Weltlichkeit" und Partys meiden und ein "einfaches und demütiges Herz" behalten, hieß es in einem vom Vatikan veröffentlichten Schreiben des Oberhaupts der katholischen Kirche. Das Kardinalsamt sei keine "Beförderung oder Ehre oder Auszeichnung", erklärte Franziskus. "Es ist einfach ein Dienst, der eine weitere Sicht und ein größeres Herz verlangt."

Die Kardinäle, deren Namen am Sonntag bekanntgegeben worden waren und zu denen der deutschen Erzbischof Gerhard Ludwig Müller gehört, sollten dem Beispiel Jesu auf dem "Weg der Demut" folgen, schrieb der Papst weiter. Das neue Amt solle mit "Begeisterung" und "Freude" angenommen werden. "Aber stellt sicher, dass dieses Gefühl weit weg ist von jeder Weltlichkeit; jede Feier ist dem evangelikalen Geist von Entbehrung, Ernst und Armut fremd", mahnte das Oberhaupt der katholischen Kirche die neuen Purpurträger.

Quelle: ntv.de, fma/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.