Bericht über Vorfall in ItalienHündin soll Kleinkind gegen Wolf verteidigt haben

Ein treuer Hund stellt sich Medienberichte zufolge in der Toskana einem Wolf entgegen, um ein Kleinkind zu schützen. Der Einsatz endet tragisch und entfacht erneut die Debatte über Wölfe in der Nähe menschlicher Siedlungen.
Ein Hund soll in Italien den Versuch mit dem Leben bezahlt haben, einen zweijährigen Jungen gegen Wölfe zu beschützen. Italienischen Medienberichten zufolge ereignete sich der dramatische Vorfall am vergangenen Samstag in dem Toskana-Dorf Orbicciano.
An diesem Abend bereitete der 39-jährige Vater im Innenhof alles zum Grillen vor, die Mutter war in der Küche, ihr zweijähriger Sohn spielte draußen. Dann habe sich ein großer Wolf dem Hof genähert, vermutlich angelockt vom Grillgeruch. Das Tier habe sich nicht an der Anwesenheit des Mannes gestört und versucht, das Kind anzugreifen.
An dieser Stelle ging der Familienhund in die Offensive. Dem Bericht nach stellte sich die Mischlingshündin Destiny dem Raubtier entgegen, das daraufhin von dem Jungen abließ und sich einem anderen Opfer zuwandte. "Destiny war sehr tapfer, aber dieser riesige Wolf hat ihr keine Chance gelassen", sagte die Mutter der italienischen Online-Nachrichtenseite "Versilia Today". Ihr Mann habe erst bemerkt, was passiert war, als er das Wimmern des Hundes gehört habe. Als sich der Mann umdrehte, hatte der Wolf Destiny bereits in den Hals gebissen und zerrte sie weg.
Mehr als ein Tier?
Die Familie war erst im April 2025 in das Bauernhaus eingezogen. Laut Polizeibericht nach einer Inspektion ist das Haus nicht eingezäunt. In den Tagen vor dem Angriff hatte es bereits Meldungen über Wölfe in der Gegend gegeben.
Der Vater und mehrere herbeigeeilte Nachbarn versuchten, den Wolf zu verfolgen und den Hund zu retten. Das gelang jedoch nicht, erst am nächsten Morgen wurden die Überreste des Hundes gefunden. Der italienische Nationale Verband zum Schutz der Umwelt und des ländlichen Lebens vermutet, dass es mindestens drei oder vier Wölfe waren, die den Hund, der etwa 22 Kilogramm wog, gemeinsam gefressen haben.
Die Behörden wollen den Vorfall untersuchen. Er befeuert in Italien erneut die Debatte über die Anwesenheit von Wölfen in besiedelten Gebieten und laut der Rural Protection Agency die Notwendigkeit, ein effektiveres Management von Exemplaren zu entwickeln, die ein selbstbewusstes Verhalten zeigen.